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Italien

Im Rahmen des Dublin-Verfahrens ├╝berstellt die Schweiz Asylsuchende nach Italien. Das italienische Asylsystem weist jedoch gravierende M├Ąngel auf. Wir raten deshalb davon ab, asylsuchende Personen nach Italien wegzuweisen.

Situation f├╝r Asylsuchende in Italien

Die Aufnahmebedingungen, die Unterbringung, der Zugang zu verschiedenen Leistungen sowie die Integration sind die Hauptprobleme f├╝r Asylsuchende und Schutzberechtigte in Italien. Die Auswirkungen des 2018 in Kraft getretenen Salvini-Dekrets zur Versch├Ąrfung des Einwanderungsgesetzes sind folgenschwer, die Anpassungen seiner Nachfolgerin Luciana Lamorgese haben in der Praxis noch nicht zu sp├╝rbaren Verbesserungen gef├╝hrt.

Die Bedingungen insbesondere in den Erstaufnahmezentren variieren stark und sind oftmals ungen├╝gend. Da in den Zentren kaum mehr spezialisiertes Personal anwesend ist, ist sowohl die Identifikation von vulnerablen Personen, insbesondere traumatisierten Schutzsuchenden, und folglich ihre Unterst├╝tzung und Behandlung nur in Ausnahmef├Ąllen m├Âglich.

Die Anzahl spezialisierter Pl├Ątze f├╝r Personen mit physischen oder psychischen Beeintr├Ąchtigungen ist seit Jahren ungen├╝gend.

Ein grosses Problem ist der Entzug des Rechts auf eine Unterkunft f├╝r Personen, die ihr Zentrum ohne vorherige Ank├╝ndigung f├╝r mehr als 72 Stunden verlassen haben. Besonders betroffen davon sind Schutzsuchende, die zum Beispiel in die Schweiz weitergereist sind und nach Italien zur├╝ckgeschickt werden. Ihre M├Âglichkeiten, eine staatliche Unterkunft zu erhalten, sind aufgrund dieser Regelung eingeschr├Ąnkt, der Zugang zum Gesundheitswesen und zu zahlreichen weiteren Dienstleistungen ist erschwert. Der Rechtsweg gegen den Entzug des Rechts auf Unterkunft ist nur in Ausnahmef├Ąllen erfolgsversprechend. Daf├╝r wird eine anwaltliche Vertretung ben├Âtigt. Gerichtsverfahren k├Ânnen lange dauern. W├Ąhrend dieser Zeit sind die Betroffenen ohne Unterkunft in Italien.

Was wir fordern

Aufgrund der gravierenden M├Ąngel des italienischen Asylsystems sollte die Schweiz von ├ťberstellungen von asylsuchenden Personen nach Italien absehen.

Dublin Returnee Monitoring Projekt (DRMP)

Das Dublin Returnee Monitoring Projekt ist ein Projekt der Schweizerischen Fl├╝chtlingshilfe (SFH). Unser Ziel ist es, die Situation von Personen zu dokumentieren, die im Rahmen der Dublin-Verordnung nach Italien ├╝berstellt werden.