Integration

Integration

Eine gelungene Integration ermöglicht allen Menschen die gleichberechtigte Teilhabe am wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben. Sie fördert das Zusammenleben und den Zusammenhalt in der Schweiz. Das erfordert Offenheit und Bemühungen der zugewanderten wie der einheimischen Bevölkerung. Wir setzen uns für ein Bewusstsein ein, das Integration als vielschichtigen, dynamischen und wechselseitigen Austauschprozess versteht - in der Öffentlichkeit, in der Politik, in privaten und öffentlichen Institutionen.

Integrationsagenda

Menschen, die hierzulande Schutz erhalten und als anerkannte Flüchtlinge oder vorläufig aufgenommene Personen in der Schweiz bleiben, sollen sich rasch und nachhaltig integrieren können. Gezielte Massnahmen bieten Unterstützung in diesem Prozess, damit Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene langfristig für sich selber aufkommen und ein selbstbestimmtes Leben führen können. Bund und Kantone haben dazu gemeinsam die Integrationsagenda Schweiz (IAS) erarbeitet und sich auf konkrete Ziele geeinigt, die damit erreicht werden sollen. Für die Umsetzung der IAS sind die Kantone zuständig. Sie erhalten seit Mai 2019 für die Integration von vorläufig Aufgenommenen und anerkannten Flüchtlingen eine Pauschale von 18’000 Franken, zuvor betrug sie 6000 Franken.

Kantonale Umsetzungskonzepte

Die möglichst rasche und nachhaltige Integration von Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Personen in Arbeitsmarkt, Bildung und Gesellschaft ist vorab eine Aufgabe der Kantone. Sie legen dazu in einem Konzept dar, mit welchen Massnahmen sie die mit dem Bund vereinbarten Wirkungsziele der Integrationsagenda erreichen wollen. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) genehmigt diese Konzepte, die dann im Rahmen der Kantonalen Integrationsprogramme (KIP) umgesetzt werden.

Was wir fordern

Wir unterstützen die gemeinsam ausgehandelte Integrationsagenda von Bund und Kantonen mit Nachdruck. Dass der Integrationsprozess frühzeitig mit entsprechenden Potenzialabklärungen und individuellen, bedarfsgerechten Massnahmen startet, ist besonders positiv zu werten. Das verbessert die Situation von Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Personen nachhaltig, schafft Vertrauen und hilft ihnen, in der Schweiz rascher Tritt zu fassen. Zudem sollten die Kantone dank erhöhter Pauschale unbegleitete Minderjährige aus dem Asylbereich (UMA) bedürfnisgerecht unterbringen können. Um dereinst auf eigenen Füssen zu stehen, benötigen sie stabile, altersgerechte Strukturen und ein kontinuierliches Betreuungsangebot.

Unsere Forderungen darĂĽber hinaus sind:

  • Asylsuchende, die dem erweiterten Verfahren zugeteilt wurden, sollten ebenfalls von einer frĂĽhzeitigen Sprachförderung profitieren. Dies muss verbindlich geregelt werden, um regionale Unterschiede zu vermeiden.
  • Das Kindeswohl muss bei allen Massnahmen, die unbegleitete und begleitete Minderjährige im Asyl- und FlĂĽchtlingsbereich betreffen, prioritär beachtet werden.
  • Ein fixer Anteil der Integrationspauschale sollte fĂĽr unbegleitete Minderjährige reserviert werden – unabhängig von der jährlichen Zahl unbegleiteter Kinder und Jugendlicher. Die Kontinuität und Qualität von Angeboten ist fĂĽr die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen entscheidend.
  • Es braucht ein Monitoring der Mittelverwendung durch die Kantone.