Turkei

TĂŒrkei

Seit dem gescheiterten Putschversuch im Juli 2016 hat sich die Menschenrechtssituation in der TĂŒrkei stark verschlechtert. Es werden immer mehr Menschen inhaftiert. Viele sehen sich gezwungen, vor der autoritĂ€ren und repressiven Regierung zu fliehen.

FluchtgrĂŒnde

Nach dem Putschversuch im Juli 2016 wurde in der TĂŒrkei der Ausnahmezustand ausgerufen. Seitdem haben Beobachterinnen und Beobachter immer stĂ€rkere autoritĂ€re Tendenzen der Regierung sowie insbesondere im SĂŒdosten des Landes eine ernsthafte Verschlechterung der Menschenrechte festgestellt. Der Rechtsstaat und die UnabhĂ€ngigkeit der Justiz sind unter PrĂ€sident Recep Tayyip Erdogan nicht mehr garantiert.

Personen, die der Regierung kritisch gegenĂŒberstehen sowie Personen mit mutmasslichen Verbindungen zu Organisationen, die von der Regierung als «terroristisch» bezeichnet werden, laufen Gefahr, vom tĂŒrkischen Staat verfolgt zu werden. SicherheitskrĂ€fte foltern und misshandeln Personen, die als «TerrorverdĂ€chtige» in Haft sind. Ausserdem denunzieren MitbĂŒrgerinnen und MitbĂŒrger sogenannte «Staatsfeinde» bei den Behörden.

Asylgesuche in der Schweiz

In der Schweiz zĂ€hlt die TĂŒrkei zu den wichtigsten HerkunftslĂ€ndern von Asylsuchenden. Im Jahr 2019 stammten von den insgesamt 14’269 Asylgesuchen 1’287 Gesuche von TĂŒrkinnen und TĂŒrken. 2018 waren es 1‘005 von insgesamt 15’255 Gesuchen und 2017 852 von insgesamt 18’088 Gesuchen.

Schutzstatus

Im Jahr 2019 wurden 9’959 FĂ€llen von TĂŒrkinnen und TĂŒrken entschieden: 633 erhielten Asyl, 45 erhielten eine vorlĂ€ufige Aufnahme. Die verbleibenden Asygesuche wurden zumeist mit einen Dublin-Nichteintretensentscheid entschieden, was bedeutet, dass ein anderer Staat im Schengen-Dublin-Raum fĂŒr das Gesuch zustĂ€ndig ist.