Turkei

TĂŒrkei

Seit dem gescheiterten Putschversuch im Juli 2016 hat sich die Menschenrechtssituation in der TĂŒrkei stark verschlechtert. Es werden immer mehr Menschen inhaftiert. Viele sehen sich gezwungen, vor der autoritĂ€ren und repressiven Regierung zu fliehen.

FluchtgrĂŒnde

Nach dem Putschversuch im Juli 2016 wurde in der TĂŒrkei der Ausnahmezustand ausgerufen. Seitdem haben Beobachterinnen und Beobachter immer stĂ€rkere autoritĂ€re Tendenzen der Regierung sowie insbesondere im SĂŒdosten des Landes eine ernsthafte Verschlechterung der Menschenrechte festgestellt. Der Rechtsstaat und die UnabhĂ€ngigkeit der Justiz sind unter PrĂ€sident Recep Tayyip Erdogan nicht mehr garantiert.

Personen, die der Regierung kritisch gegenĂŒberstehen sowie Personen mit mutmasslichen Verbindungen zu Organisationen, die von der Regierung als «terroristisch» bezeichnet werden, laufen Gefahr, vom tĂŒrkischen Staat verfolgt zu werden. SicherheitskrĂ€fte foltern und misshandeln Personen, die als «TerrorverdĂ€chtige» in Haft sind. Ausserdem denunzieren MitbĂŒrgerinnen und MitbĂŒrger sogenannte «Staatsfeinde» bei den Behörden.

Asylgesuche in der Schweiz

In der Schweiz zĂ€hlt die TĂŒrkei seit langem zu den wichtigsten HerkunftslĂ€ndern von Asylsuchenden. Im Jahr 2021 stammten 2330 Gesuche von TĂŒrkinnen und TĂŒrken, sie sind damit die zweithĂ€ufigsten Gesuchsstellenden in der Schweiz. 2020 waren es 1‘201 Gesuche und 2019 1‘287.

Schutzstatus

Im Jahr 2021 wurden 2‘422 FĂ€llen von TĂŒrkinnen und TĂŒrken entschieden: 1964 erhielten Asyl, 140 erhielten eine vorlĂ€ufige Aufnahme. Die Schutzquote (Anteil der AsylgewĂ€hrungen plus vorlĂ€ufige Aufnahmen zum Total aller Entscheide) betrug demnach 87.4%. Die verbleibenden Asylgesuche wurden zumeist mit einen Dublin-Nichteintretensentscheid entschieden, was bedeutet, dass ein anderer Staat im Schengen-Dublin-Raum fĂŒr das Gesuch zustĂ€ndig ist.