Turkei

TĂŒrkei

Seit dem gescheiterten Putschversuch im Juli 2016 hat sich die Menschenrechtssituation in der TĂŒrkei stark verschlechtert. Es werden immer mehr Menschen inhaftiert. Viele sehen sich gezwungen, vor der autoritĂ€ren und repressiven Regierung zu fliehen.

FluchtgrĂŒnde

Nach dem Putschversuch im Juli 2016 wurde in der TĂŒrkei der Ausnahmezustand ausgerufen. Seitdem haben Beobachterinnen und Beobachter immer stĂ€rkere autoritĂ€re Tendenzen der Regierung sowie insbesondere im SĂŒdosten des Landes eine ernsthafte Verschlechterung der Menschenrechte festgestellt. Der Rechtsstaat und die UnabhĂ€ngigkeit der Justiz sind unter PrĂ€sident Recep Tayyip Erdogan nicht mehr garantiert.

Personen, die der Regierung kritisch gegenĂŒberstehen sowie Personen mit mutmasslichen Verbindungen zu Organisationen, die von der Regierung als «terroristisch» bezeichnet werden, laufen Gefahr, vom tĂŒrkischen Staat verfolgt zu werden. SicherheitskrĂ€fte foltern und misshandeln Personen, die als «TerrorverdĂ€chtige» in Haft sind. Ausserdem denunzieren MitbĂŒrgerinnen und MitbĂŒrger sogenannte «Staatsfeinde» bei den Behörden.

Asylgesuche in der Schweiz

In der Schweiz zĂ€hlt die TĂŒrkei zu den wichtigsten HerkunftslĂ€ndern von Asylsuchenden. Im Jahr 2020 stammten von den insgesamt 11’041 Asylgesuchen 1’201 Gesuche von TĂŒrkinnen und TĂŒrken. 2019 waren es 1‘287 von insgesamt 14’041 Gesuchen und 2018 1‘005 von insgesamt 15‘255 Gesuchen.

Schutzstatus

Im Jahr 2020 wurden 2‘525 FĂ€llen von TĂŒrkinnen und TĂŒrken entschieden: 2235 erhielten Asyl, 216 erhielten eine vorlĂ€ufige Aufnahme. Die verbleibenden Asygesuche wurden zumeist mit einen Dublin-Nichteintretensentscheid entschieden, was bedeutet, dass ein anderer Staat im Schengen-Dublin-Raum fĂŒr das Gesuch zustĂ€ndig ist.