Aufenthaltsstatus

Aufenthaltsstatus

Personen, die in der Schweiz ein Asylgesuch gestellt haben, erhalten je nach Ausgang des Asylverfahrens einen unterschiedlichen rechtlichen Status. Je nach Status stehen ihnen entsprechende Rechte zu. Wir setzen uns dafĂŒr ein, dass anerkannte FlĂŒchtlinge und vorlĂ€ufig Aufgenommene in der Schweiz chancengleich am wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben teilhaben können.

Asylrechtliche Ausweise

Personen, die in der Schweiz ein Asylgesuch gestellt haben, können folgende asylrechtliche Ausweise erhalten:

Asylsuchende

Asylsuchende erhalten eine BestĂ€tigung, solange sie im Bundesasylzentrum sind. Sobald sie einem Kanton zugewiesen werden, erhalten sie einen N-Ausweis. Dieser ist keine Aufenthaltsbewilligung, sondern eine BestĂ€tigung, dass die betreffende Person in der Schweiz ein Asylgesuch gestellt hat und auf einen Entscheid des Staatssekretariats fĂŒr Migration (SEM) wartet. FĂŒr das Verfahren am Flughafen gelten besondere Bestimmungen.

Anerkannte FlĂŒchtlinge (AsylgewĂ€hrung)

Wenn eine asylsuchende Person glaubhaft dargelegt hat, dass sie im Herkunftsstaat in asylrechtlich relevanter Weise gemĂ€ss Genfer FlĂŒchtlingskonvention verfolgt ist, wird sie als FlĂŒchtling anerkannt und erhĂ€lt Asyl. Anerkannte FlĂŒchtlinge mit Asyl erhalten einen B-Ausweis.

Anerkannte FlĂŒchtlinge (vorlĂ€ufige Aufnahme als FlĂŒchtling)

Liegen bei einer Person, die völkerrechtlich die FlĂŒchtlingseigenschaft erfĂŒllt, AsylausschlussgrĂŒnde gemĂ€ss Asylgesetz vor, lehnt das Staatssekretariat fĂŒr Migration (SEM) das Asylgesuch ab. Das SEM ordnet formal die Wegweisung aus der Schweiz an. Aus völkerrechtlichen GrĂŒnden ist die Wegweisung jedoch unzulĂ€ssig, da gemĂ€ss Art. 33 Abs. 1 der Genfer FlĂŒchtlingskonvention das «Non-Refoulement-Gebot» (keine Ausschaffung bei Verfolgungsgefahr) besteht. Daher wird der Vollzug der Wegweisung aufgeschoben und die Person wird als FlĂŒchtling vorlĂ€ufig in der Schweiz aufgenommen. Sie erhĂ€lt einen F-Ausweis worin die FlĂŒchtlingseigenschaft vermerkt ist.

VorlÀufig aufgenommene AuslÀnderinnen und AuslÀnder

Ist die asylsuchende Person in ihrem Herkunftsstaat nicht in asylrelevanter Weise verfolgt und erfĂŒllt die FlĂŒchtlingseigenschaft gemĂ€ss Genfer FlĂŒchtlingskonvention nicht, dann lehnt das SEM das Asylgesuch ab. Kommt das SEM in einem zweiten Schritt aber zu dem Schluss, dass eine RĂŒckkehr in den Herkunftsstaat unzulĂ€ssig, unzumutbar oder unmöglich ist z.B. weil dort Krieg herrscht und deshalb die Wegweisung nicht vollzogen werden darf, ordnet das SEM die vorlĂ€ufige Aufnahme an.Die asylsuchende Person erhĂ€lt einen F-Ausweis als AuslĂ€nderin oder AuslĂ€nder.

Abgewiesene Asylsuchende

Ist die asylsuchende Person in ihrem Herkunftsland nicht in asylrelevanter Weise verfolgt, und bestehen keine GrĂŒnde gegen die Wegweisung in das Herkunftsland, ordnet das SEM die Wegweisung an. Die Behörde setzt der asylsuchenden Person eine Frist, innerhalb derer sie die Schweiz verlassen muss. Die Gesetzgebung sieht fĂŒr abgewiesene Asylsuchende kein Ausweispapier vor. In einigen Kantonen können abgewiesene Asylsuchende den N-Ausweis behalten oder erhalten ein provisorisches Ausweispapier. Bis zur Ausreise haben abgewiesene Asylsuchende ein garantiertes Recht auf Nothilfe.

SchutzbedĂŒrftige

Dieser rechtliche Status wurde eingefĂŒhrt, um bei Massenfluchtsituationen angemessen, schnell und pragmatisch reagieren zu können. Bisher wurde jedoch noch nie darauf zurĂŒckgegriffen. SchutzbedĂŒrftige Personen erhalten den S-Ausweis. Er berechtigt zum vorĂŒbergehenden Aufenthalt in der Schweiz. Der S-Ausweis stellt keine Aufenthaltsbewilligung dar.

Wichtige Statusrechte

Das Dokument gibt eine Übersicht ĂŒber die asylrechtlichen Ausweise und die wichtigsten Statusrechte, die Personen mit den verschiedenen Ausweisen haben.

Schweizerischer Sonderfall: Die VorlÀufige Aufnahme

VorlĂ€ufig Aufgenommene haben einen vergleichbaren Schutzbedarf wie anerkannte FlĂŒchtlinge und bleiben erfahrungsgemĂ€ss langfristig in der Schweiz. Der Status der «VorlĂ€ufigen Aufnahme» wird dieser RealitĂ€t nicht gerecht. Wir setzen uns dafĂŒr ein, dass vorlĂ€ufig Aufgenommen in der Schweiz eine rasche Integration in Gesellschaft und Arbeitsmarkt möglich wird.