Menschenhandelsopfer sind in der Schweiz weiterhin nicht ausreichend gesch├╝tzt

25. Juni 2024

Die Expertengruppe des Europarates gegen Menschenhandel (GRETA), welche die Umsetzung der entsprechenden europ├Ąischen Konvention ├╝berwacht, hat ihren dritten Bericht zur Schweiz ver├Âffentlicht. Demnach besteht trotz Verbesserungen weiterhin Handlungsbedarf beim Schutz von Menschenhandelsopfern in der Schweiz.

Laut GRETA wurde der Prozess zur Erkennung potenzieller Opfer von Menschenhandel im Rahmen der Asylverfahren w├Ąhrend der Beobachtungszeit f├╝r den dritten Bericht zwar verbessert. Die Expertengruppe sieht aber weiterhin in verschiedenen Bereichen Verbesserungsbedarf. Wie sie ausf├╝hrt, sind die Unterk├╝nfte f├╝r Asylsuchende oftmals nicht f├╝r Opfer von Menschenhandel geeignet. Diese ben├Âtigen Sicherheit und R├╝ckzugsorte, die ihnen Kollektivunterk├╝nfte nicht bieten k├Ânnen. Die Schweizerische Fl├╝chtlingshilfe (SFH) weist bereits seit l├Ąngerem auf diese Problematik hin. Opfer von Menschenhandel haben oftmals schreckliche Erfahrungen gemacht. Es muss sichergestellt sein, dass diese eine Unterbringung erhalten, in der sie Ruhe und Erholung finden und auf ihre besonderen Umst├Ąnde R├╝cksicht genommen wird.

Ausserdem teilt die SFH die Besorgnis von GRETA ├╝ber das Verschwinden von minderj├Ąhrigen Gefl├╝chteten aus den Bundesasylzentren. Sie fordert in ├ťbereinstimmung mit der Expertengruppe, dass so schnell wie m├Âglich Massnahmen ergriffen werden, um dieses Problem anzugehen.

Schliesslich stimmt die SFH mit GRETA ├╝berein, dass die Schweizer Beh├Ârden im Rahmen der Dublin-Verfahren sorgf├Ąltiger pr├╝fen sollten, ob Opfer von Menschenhandel im zust├Ąndigen Dublin-Staat Zugang zu ausreichenden Schutz- und Betreuungsmassnahmen haben. Auf diesen Punkt verweist auch die Schweizer Plattform gegen Menschenhandel, mit der die SFH eng zusammenarbeitet. Opfer von Menschenhandel sind ansonsten dem Risiko ausgesetzt, im betreffenden Dublinland erneut in die H├Ąnde von Menschenh├Ąndler*innen zu gelangen, wie die Plattform in einem Communiqu├ę ausf├╝hrt.

Die Expertengruppe des Europarates gegen Menschenhandel (GRETA) stattet der Schweiz regelm├Ąssig Besuch ab, um die Umsetzung des ├ťbereinkommens zur Bek├Ąmpfung des Menschenhandels kritisch zu beleuchten. Der letzte Bericht war 2019 erschienen. Die SFH wird die Situation von Menschenhandelsopfern im Schweizer Asylverfahren auch k├╝nftig aufmerksam beobachten und dabei weiterhin eng mit der Plattform gegen Menschenhandel zusammenarbeiten.

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