Bootsdramen auf dem Mittelmeer w├Ąren vermeidbar

16. Juni 2023

Hunderte schutzsuchender Menschen sind diese Woche bei der ├ťberfahrt eines Bootes ├╝bers Mittelmeer ums Leben gekommen. Diese erneute Trag├Âdie vor den Toren Europas h├Ątte vermieden werden k├Ânnen. Die Schweizerische Fl├╝chtlingshilfe (SFH) betont mehr denn je die Notwendigkeit, sichere Fluchtrouten zu schaffen.

Die Welt wurde diese Woche erneut Zeugin einer Trag├Âdie im Mittelmeer. Hunderte von Migrantinnen und Migranten, die in Europa Schutz suchten, ertranken, nachdem ihr Schiff in der N├Ąhe der Insel Pylos vor der griechischen K├╝ste gesunken war. Derzeit wissen die griechischen Beh├Ârden noch immer nicht genau, wie viele Menschen sich an Bord des Bootes befunden haben. Verschiedenen Quellen und Zeugenaussagen zufolge handelte es sich bei vielen von ihnen um Kinder und Frauen.

Diese Trag├Âdie h├Ątte vermieden werden k├Ânnen. Die Kritik an den griechischen Beh├Ârden liess deshalb nicht lange auf sich warten. Diese waren bereits am Vorabend des Ungl├╝cks ├╝ber die Situation und die Gefahr des Kenterns des Bootes informiert worden, insbesondere von Frontex, der europ├Ąischen Agentur f├╝r die Grenz- und K├╝stenwache.

Mehr sichere Fluchtwege schaffen

Der Tod von Hunderten von Menschen wird andere verzweifelte Schutzsuchende nicht davon abhalten, zu versuchen, ebenfalls nach Europa zu gelangen; dies auf der Suche nach Schutz und einer besseren Zukunft.

F├╝r die Schweizerische Fl├╝chtlingshilfe (SFH) ist die Schaffung sicherer Fluchtwege deshalb zentral, um Trag├Âdien wie diejenige von dieser Woche zu verhindern. Nur so k├Ânnen Schutzsuchende sicher nach Europa und in die Schweiz gelangen, statt dass sie sich auf gef├Ąhrliche Fluchtrouten begeben. 

Eine M├Âglichkeit f├╝r sichere Fluchtwege bilden die Resettlement-Programme von UNHCR. Die SFH begr├╝sste deshalb in ihrer heutigen Medienmitteilung die Entscheidung des Bundesrates, die Beteiligung der Schweiz an den Resettlement-Programmen beizubehalten.

Schutz statt Abschottung

Sicheren Fluchtwegen kommt vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung der europ├Ąischen Asylpolitik eine umso gr├Â├čere Bedeutung zu. Am 8. Juni 2023 haben die EU-Innenministerinnen und -innenminister eine gemeinsame Position zu zwei Kernelementen des EU-Pakts zu Asyl und Migration beschlossen: die obligatorische Einf├╝hrung von Grenzverfahren und ein Solidarit├Ątsmechanismus, der allerdings zahlreiche L├╝cken aufweist. Mit der Einigung werden Abwehr und Abschottung gegen├╝ber Fl├╝chtlingsschutz und Menschenrechten st├Ąrker gewichtet. Die SFH hat das Abkommen vor einer Woche scharf kritisiert. Auch in ihrem letzten Standpunkt hat sie auf die Problematik der Entwicklungen auf europ├Ąischer Ebene hingewiesen.