Afghanistan: neuste Entwicklungen

25. September 2021

Nach der Macht├╝bernahme der Taliban ist die Lage in Afghanistan nach wie vor un├╝bersichtlich. Es gibt zahlreiche Meldungen zu Menschenrechtsverletzungen. Erfahren Sie hier mehr zu den neusten Entwicklungen.

25.10.2021: Human Rights Watch (HRW) dokumentiert die Zunahme von gezielten Angriffen und Bombenanschl├Ągen des Islamischen Staates Khorasan (IS/Daesh) gegen die schiitische Minderheit Afghanistans. Darunter auch den Selbstmordanschlag auf eine schiitische Moschee in Kunduz am 8. Oktober, bei welchem 72 Personen ums Leben kamen, und auf eine schiitische Moschee in Kandahar am 15. Oktober, bei dem mindestens 63 Personen starben. Laut HRW stellen diese Anschl├Ąge Verbrechen gegen die Menschlichkeit dar.

Laut der Ern├Ąhrungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und dem Weltern├Ąhrungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) wird ab November mehr als die H├Ąlfte der Bev├Âlkerung Afghanistans, 22,8 Millionen Menschen, von akuter Ern├Ąhrungsunsicherheit betroffen sein. Dies geht aus dem j├╝ngsten Bericht ├╝ber die Integrierte Klassifizierung der Ern├Ąhrungssicherheitsphase (Integrated Food Security Phase Classification IPC) hervor.

21.10.2021: Sechs Wochen nach dem Ende der Evakuierungen aus Afghanistan ver├Âffentlicht Amnesty International eine Untersuchung dazu, welche M├Âglichkeiten Afghan*innen noch haben, aus dem Land zu fliehen. Die Bilanz sei ┬źd├╝ster┬╗. Dabei kritisiert AI, dass kein Land seine Grenzen f├╝r Afghan*innen, die Zuflucht suchten, offengehalten h├Ątte und fordert alle Staaten dazu auf, Massnahmen zu ergreifen, um die Ausreise aus Afghanistan zu erm├Âglichen sowie den Afghan*innen, die sich bereits in ihrem Hoheitsgebiet befinden, internationalen Schutz zu bieten.

20.10.2021: In seinem Blog zieht der Afghanistan Experte Thomas Ruttig nach zwei Monaten Taliban-Herrschaft eine Zwischenbilanz: Die Taliban zeigten sich bisher nicht in der Lage das Land geordnet zu regieren. Gleichzeitig drohe Afghanistan ein Wirtschaftskollaps und ein Anstieg der Armutsrate. Ruttig bezieht sich dabei auf die Meldung des Internationalen W├Ąhrungsfonds (IWF), der davon ausgeht, dass die afghanische Wirtschaft dieses Jahr um bis zu 30 Prozent schrumpfen k├Ânnte. Er verweist auch auf das UN-Entwicklungsprogramm UNDP, welches im September warnte, dass bis Mitte n├Ąchstes Jahr bis zu 97 Prozent aller Afghan*innen in Armut leben k├Ânnten. Schon jetzt h├Ątten laut dem UN-Weltern├Ąhrungsprogramm WFP 95 Prozent der afghanischen Bev├Âlkerung nicht genug zu essen.

Hier finden Sie die vollst├Ąndige Dokumentation zur Entwicklung in Afghanistan ab dem 10.08.2021. 

Weitere Informationen

Rund um Afghanistan stellen sich im Moment viele Fragen, insbesondere im Zusammenhang mit humanit├Ąren Visa, Resettlement und Familienzusammenf├╝hrungen. ├ťber untenstehenden Link finden Sie entsprechende Antworten.

Hier finden Sie die Position und Forderungen der SFH zur Situation in Afghanistan.

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