Afghanistan: US-Truppenabzug abgeschlossen, Unsicherheit der Zivilbev├Âlkerung bleibt

31. August 2021

Die USA haben ihre letzten Soldaten aus Afghanistan abgezogen. Derweil h├Ąufen sich Berichte von Fluchtbewegungen Richtung Pakistan. Vor diesem Hintergrund fordert die Schweizerische Fl├╝chtlingshilfe (SFH), dass auch die Schweiz sich weiter f├╝r sichere Fluchtwege und schnellen Zugang zu fairen Asylverfahren einsetzt.

Mit dem Abzug der letzten US-amerikanischen Truppen endet ein rund 20-j├Ąhriger Milit├Ąreinsatz in Afghanistan. Die USA und ihre Verb├╝ndeten haben gem├Ąss eigenen Angaben in den zur├╝ckliegenden Wochen auch mehr als 122ÔÇÖ000 Zivilpersonen ausser Landes gebracht. Die deutsche Bundeswehr hatte ihren Evakuierungseinsatz bereits letzte Woche abgeschlossen, und auch die Schweiz hatte vergangene Woche erkennen lassen, dass ihr Evakuierungseinsatz grunds├Ątzlich abgeschlossen ist. Mit dem Abzug der letzten US-Truppen sind die internationalen Evakuierungseins├Ątze zu einem Ende gekommen und auch der Flughafen in Kabul ist vollst├Ąndig unter der Kontrolle der Taliban.

Derweil h├Ąufen sich die Berichte, wonach gerade die Angriffe auf den Flughafen von Kabul von vergangener Woche die Flucht von Afghaninnen und Afghanen ins Ausland beschleunigt haben. Zahlreiche Menschen seien ins benachbarte Pakistan gefl├╝chtet. In den letzten Tagen sollen Hunderttausende Personen den Grenz├╝bergang Spin-Boldak im S├╝den Afghanistans ├╝berquert haben ÔÇô laut Augenzeugen rund 20'000 pro Tag statt der ├╝blichen 6000 vor der Macht├╝bernahme der Taliban. Nach Angaben des UNHCR ist dieser Grenz├╝bergang derzeit die einzige Ausreisem├Âglichkeit, da die Grenzen zu Tadschikistan, Usbekistan und Kasachstan geschlossen sind und f├╝r eine Einreise in den Iran ein Visum und ein Reisepass erforderlich sind.

Vor diesem Hintergrund fordert die SFH, dass die europ├Ąischen Staaten die Afghanen jetzt nicht im Stich lassen. Entsprechende Empfehlungen hatte sie vergangene Woche bereits mit ihren Partnerorganisationen vom europ├Ąischen Fl├╝chtlingsrat ECRE formuliert. Auch die Schweiz muss sich weiter f├╝r sichere Fluchtwege und einen schnellen Zugang zu fairen Asylverfahren einsetzen.

Beunruhigt ├╝ber die Entwicklung in Afghanistan zeigt sich auch der UNO-Sicherheitsrat. Er hat gestern Montag eine Resolution verabschiedet. Darin werden die Taliban dazu aufgefordert, ihre Zusage einzuhalten, wonach Afghaninnen und Afghanen das Land jederzeit und ungehindert und auf allen m├Âglichen Wegen verlassen k├Ânnen. Ebenso die Menschenrechte zu respektieren, insbesondere diejenigen von Frauen, Kindern und Minderheiten.