Humanitäre Visa

Aktuell werden in der Schweiz nur sehr wenige humanitäre Visa ausgestellt. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zu humanitären Visa.

Ein humanitäres Visum kann erteilt werden, wenn jemand unmittelbar, ernsthaft und konkret an Leib und Leben gefährdet ist. Die Person muss sich in einer besonderen Notsituation befinden. Dies kann etwa bei kriegerischen Ereignissen der Fall sein oder bei einer unmittelbaren individuellen Gefährdung.


Kaum Chancen auf Erhalt eines humanitären Visums

Der Antrag für ein humanitäres Visum muss im Prinzip persönlich auf einer Schweizer Vertretung im Ausland gestellt werden. Da nur sehr wenige humanitäre Visa ausgestellt werden und die Chancen ein solches Visum zu erhalten deshalb sehr gering sind, ist es äussert wichtig, die mit einer Gesuchstellung verbundenen Risiken abzuwägen (beispielsweise die Ausreise in einen Nachbarstaat, falls es im Herkunftsstaat keine offene Schweizer Vertretung gibt).

Keine Gefährdung bei Aufenthalt in einem Drittstaat

Befindet sich die Person bereits in einem Drittstaat (d.h. in einem anderen Staat, als dem Herkunftsstaat), gehen die Behörden in der Regel davon aus, dass keine Gefährdung mehr besteht. Bei Personen, welche ihren Herkunftsstaat bereits verlassen haben, wird deshalb in der Regel kein humanitäres Visum erteilt. Personen, die aus einem Staat stammen, in welchem es keine offene Schweizer Vertretung gibt, haben daher kaum Chancen auf die Erteilung eines humanitären Visums und folglich auch kaum Chancen auf eine legale Einreise in die Schweiz.

Weisung des SEM zu humanitären Visa vom 25.02.2014

Informationen zur Antragsstellung eines humanitären Visums

Ein Antrag muss im Prinzip persönlich auf einer Schweizer Vertretung im Ausland gestellt werden. Dazu muss in der Regel ein Termin vereinbart werden. Am einfachsten ist dies per E-Mail. Die Kontaktangaben der verschiedenen Schweizer Vertretungen im Ausland finden Sie hier.

Geben Sie dabei an, dass ein humanitäres Visum beantragt wird und welche Person/en einen Visumsantrag stellen möchte/n (Name, Vorname, Geburtsdatum). Falls vorhanden, führen Sie auch Familienangehörige in der Schweiz auf.

Mit dem Termin auf der Botschaft wird Ihnen auch ein Fragebogen zugestellt.  Diesen Fragebogen müssen Sie, zusammen mit dem Visumantragsformular Schengen, ausfüllen und zum Termin mitbringen. Falls Sie erst aus dem Herkunftsstaat ausreisen, um den Termin auf der Botschaft wahrzunehmen und einen Antrag für ein humanitäres Visum zu stellen, sollten Sie das im Fragebogen unbedingt angeben.

Hier finden Sie das Visumsantragsformular Schengen für ein humanitäres Visum

Unter Ziff. 21 «Gründe» muss «andere» angekreuzt werden. Sie müssen erklären, dass es sich um ein Visumsgesuch aus humanitären Gründen handelt und Angaben zu Ihrer konkreten Situation machen, wenn möglich mit Beweismitteln und Identitätsdokumenten.

Grundsätzlich werden keine Gebühren für humanitäre Visa verlangt. Dennoch ist es möglich, dass bei Gesuchen, welche von den Behörden als offensichtlich unbegründet oder als Mehrfachgesuche bei gleichbleibendem Sachverhalt eingeschätzt werden, Visagebühren verlangt werden.

Gegen eine Ablehnung des Visumsgesuchs durch die Schweizer Vertretung kann man innert 30 Tagen Einsprache ans Staatssekretariat für Migration erheben. Das Staatssekretariat für Migration kann einen Kostenvorschuss von 200 Schweizer Franken für eine anfechtbare Verfügung verlangen.Der Betrag ist abhängig von der Anzahl Gesuchsteller.

Für weitere Fragen wenden Sie sich an das Staatssekretariat für Migration.