UNHCR best├Ątigt Handlungsbedarf in Bundesasylzentren

06. November 2023

Die Schweizerische Fl├╝chtlingshilfe (SFH) begr├╝sst die heute ver├Âffentlichten Empfehlungen des UNHCR zur Unterbringung in den Bundesasylzentren. Der Bericht betrifft mehrere Bereiche und beinhaltet ├Ąhnliche Anforderungen wie diejenigen, welche die Schweizerische Fl├╝chtlingshilfe in ihrem Positionspapier empfiehlt. Gerade in der aktuellen Situation mit vielen Asylsuchenden sind Massnahmen f├╝r die Qualit├Ątsverbesserung bei der Unterbringung in Asylzentren des Bundes unabdingbar.

Gleich mehrere Empfehlungen von UNHCR vom Montag, 6. November betreffen Asylsuchende mit besonderen Bed├╝rfnissen. Dabei geht es etwa um Kinder, Menschen mit Beeintr├Ąchtigungen oder Angeh├Ârige der LGBTQI+-Community. Damit ihre Rechte respektiert werden, m├╝ssten dringend Mechanismen f├╝r eine fl├Ąchendeckende und systematische Identifizierung dieser Personen etabliert werden, schreibt das UNHCR. Die Mitarbeitenden in den Bundeasylzentren sollen entsprechend sensibilisiert oder geschult werden.

Schutz von Frauen und Kindern

Alleinreisende Frauen werden teilweise zusammen mit Familien oder mehreren Familien im selben Schlafraum untergebracht. Unbegleitete M├Ądchen m├╝ssen den Schlafraum manchmal auch zusammen mit erwachsenen Frauen teilen. Um ihre Sicherheit zu gew├Ąhrleisten, sind aber getrennte und abschliessbare Schlafr├Ąume, Sanit├Ąranlagen und Aufenthaltsr├Ąume unabdingbar. Diese Mindestanforderung, sowie die altersgerechte Unterbringung und Betreuung von unbegleiteten Kindern, m├╝ssten auch bei Schwankungen bei den Asylgesuchen eingehalten werden. Das UNHCR empfiehlt dem Bund, entsprechende Konzepte zu erarbeiten.

Handlungsbedarf besteht laut dem UNHCR auch beim Thema Bildung. Gef├Ârdert werden sollen etwa externe Aufnahmeklassen f├╝r schulpflichtige Kinder. Den ├Ąlteren, nicht-schulpflichtigen Kindern, sollen Bildungsm├Âglichkeiten angeboten werden. Bei der Gesundheitsversorgung mangelt es an gen├╝gend niederschwelligen Angeboten f├╝r psychologische und psychosoziale Unterst├╝tzung ÔÇô dazu z├Ąhlt auch die Suchtpr├Ąvention.

Asylsuchende und Freiwillige einbeziehen

In den Empfehlungen wird zudem festgehalten, dass Freiwilligenorganisationen den Zugang zu den BAZ erleichtert werden soll. Die Zivilgesellschaft k├Ânne so bei der Gestaltung von Besch├Ąftigungsprogrammen, Freizeitaktivit├Ąten und Sprachkursen eingebunden werden.

Schliesslich empfiehlt das UNHCR, Asylsuchende vermehrt in Unterbringungsprozessen sowie bei der Erarbeitung von Konzepten einzubeziehen. Dies kann zum Beispiel durch Umfragen, Beschwerdemechanismen oder durch die Schaffung von Bewohner*innenr├Ąte gemacht werden, die als Dialogplattform f├╝r den Informationsaustausch zwischen Gefl├╝chteten, Staatssekretariat f├╝r Migration (SEM) und Personal der BAZ dienen k├Ânnen.

F├╝r den Bericht f├╝hrte UNHCR in den Jahren 2021 und 2022 zw├Âlf Besuche in allen Bundesasylzentren der seit 2019 gef├╝hrten sechs Asylregionen durch. Insgesamt wurden Gespr├Ąche mit 269 Asylsuchenden sowie mit 2018 Arbeitenden in den Bundesasylzentren gef├╝hrt.

Die SFH hat zur Unterbringung in Bundesasylzentrenten Mindeststandards verfasst. Diese sind hier abrufbar.