Asylsuchende werden bei Privaten untergebracht

Asylsuchende werden bei Privaten untergebracht

09. M├Ąrz 2015

Die Schweizerische Fl├╝chtlingshilfe SFH startete Anfang 2014 ein Projekt f├╝r die Unterbringung von Fl├╝chtlingen und Asylsuchenden bei Privaten, die sich freiwillig daf├╝r gemeldet hatten. Ziel ist die einfachere und schnellere Integration. Die Idee stiess von Anfang auf ein grosses Echo sowohl in der Deutsch- als auch in der Westschweiz. Im Kanton Waadt schloss sich das Etablissement vaudois dÔÇÖaccueil des migrants (EVAM) der SFH an und sorgte f├╝r die erste konkrete Umsetzung des Projektes. Der Kanton Waadt wurde zum Pilotkanton f├╝r die Schweiz.

ÔÇ×Die organisierte Aufnahme von Fl├╝chtlingsfamilien oder Asylsuchenden bei privaten Familien ist eine Premi├Ęre f├╝r die Schweiz!┬╗, best├Ątigt Stefan Frey, Mediensprecher der SFH und verantwortlich f├╝r den Aufbau des Projektes. Die erste Etappe bestand darin, einen geeigneten Vertrauenspartner zu finden, der die Zielsetzungen des Projektes teilt. Im EVAM ÔÇô der einzigen Westschweizer Institution, die sich ausschliesslich um die Aufnahme von Asylsuchenden k├╝mmert ÔÇô  wurde der ideale Partner gefunden. Im Oktober 2014 konnte eine gemeinsame Vereinbarung abgeschlossen werden. Eine erste Platzierung wurde soeben durchgef├╝hrt, weitere werden folgen. 

Aufgabenteilung

Die Privatplatzierungen von Schutz suchenden Menschen werden gemeinsam von EVAM und SFH begleitet. Die SFH rekrutiert die Gastgeber-Familien und pr├╝ft deren logistische M├Âglichkeiten aber auch deren Eignung f├╝r dieses aussergew├Âhnliche Projekt. Das EVAM sucht die dazu passenden Personen aus dem Asylbereich und organisiert deren Transfer von der bisherigen Beherbergung zu den Gastgeber-Familien.

Wer sind die privat platzierten Personen?

Die Integration ist das oberste Ziel des Projektes. Dementsprechend ist es auf Personen ausgerichtet, die dauerhaft in der Schweiz bleiben werden. Es handelt sich in erster Linie um vorl├Ąufig aufgenommene Personen (Bewilligung F). Die erste privat untergebrachte Person ist ein junger Eritreer.

Die Rolle der Gastgeber

Die Gastgeber-Familien begleiten ihre G├Ąste im Alltag und f├Ârdern deren Verst├Ąndnis f├╝r unsere Kultur und die unverzichtbaren Normen des Gastlandes. Eine raschere soziale und berufliche Integration soll das Resultat sein.

Nach den ersten drei Monaten wird eine erste Bilanz gezogen. Die Resultate werden mit Ungeduld und Spannung auch in den anderen Westschweizer Kantonen, aber auch in der Deutschschweiz erwartet, wo die Ausweitung des Projektes angestrebt wird. Es soll das bisherige Unterbringungssystem im Asylbereich erg├Ąnzen. Die SFH wird die Auswertung der Erfahrungen zu gegebener Zeit der ├ľffentlichkeit zug├Ąnglich machen.

Hinweis an die Redaktionen

EVAM und SFH danken den Medien ausdr├╝cklich f├╝r das bisher gezeigte, grosse Interesse f├╝r die private Unterbringung von Fl├╝chtlingen. Wir bitten jedoch um Verst├Ąndnis f├╝r den Schutz der Privatsph├Ąre der betroffenen Familien und privat untergebrachten Personen, insbesondere w├Ąhrend der ersten Kontakte. Die Beteiligten brauchen eine gewisse Zeit, um sich kennenzulernen und sich einzugew├Âhnen.

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