Hilfswerksvertretung

Asylsuchende werden wĂ€hrend des Asylverfahrens von Mitarbeitenden des Staatssekretariates fĂŒr Migration (SEM) ĂŒber ihre FluchtgrĂŒnde befragt. Bei allen Asylgesuchen, die bis zur Umsetzung der Asylgesetzrevision am 1. MĂ€rz 2019 gestellt wurden, finden die Anhörungen noch immer im Beisein einer Vertretung eines anerkannten Hilfswerkes statt (Art. 30 AsylG).

UnabhÀngige und neutrale Position

Die Hilfswerksvertretenden sind unabhĂ€ngig und beobachten das Verfahren aus einer neutralen Position. WĂ€hrend der Anhörung zu den AsylgrĂŒnden steht es ihnen offen, die Asylsuchenden zu bestimmten Aspekten befragen zu lassen beziehungsweise selbst Fragen zu stellen, EinwĂ€nde zu Ă€ussern und weitere AbklĂ€rungen anzuregen. Das soll garantieren, dass die Asylsuchenden in einer möglichst entspannten AtmosphĂ€re und ohne Angst alle FluchtgrĂŒnde schildern können.

Fairen Ablauf garantieren

Die Hilfswerksvertretenden sind neben den Behörden die einzigen Personen, die Asylsuchende regelmÀssig wÀhrend der Befragung im alten Asylverfahren treffen. Sie handeln nicht als Rechtsvertreter der Asylsuchenden, ihre Aufgabe besteht darin, den fairen Ablauf des Verfahrens zu garantieren.

Die Rolle der SFH

Die Schweizerische FlĂŒchtlingshilfe (SFH) koordiniert als Dachverband die Arbeit des beauftragten Hilfswerks. Wir sind zustĂ€ndig fĂŒr die Schulung und Weiterbildung der Hilfswerksvertretenden und unterstĂŒtzen sie mit Informationen ĂŒber HerkunftslĂ€nder, gesetzlichen Grundlagen und Rechtsprechung. 

Die Kontaktadresse der Koordinationsstelle von EPER:

EPER Coordination ROE
Chemin de Bérée 4A
Case postale 536
1001 Lausanne
T: 021 613 40 70
croe@eper.ch

Die Hilfswerksvertretung wurde am 11. Juni 1968, nach mehrjĂ€hrigen Verhandlungen zwischen der Schweizerischen Zentralstelle fĂŒr FlĂŒchtlingshilfe – wie die SFH damals hiess – und der Direktion der Polizeiabteilung des Bundes, vom Bundesrat genehmigt. Die erfolgreichen Verhandlungen der SFH stellten damals einen wichtigen Meilenstein fĂŒr den verbesserten Rechtsschutz von Asylsuchenden in der Schweiz dar. Der Miteinbezug der zivilen Stimme in einen Verwaltungsakt war einzigartig. Seit Inkrafttreten am 1. Januar 1981 bis zur Neustrukturierung per 1. MĂ€rz 2019 war die Hilfswerksvertretung im Asylgesetz verankert.

Weitere Informationen zur Hilfswerksvertretung

Rechtsschutz im neuen Asylverfahren

Seit dem 01. MĂ€rz2019 sieht das Asylgesetz einen unentgeltlichen Rechtsschutz wĂ€hrend des Asylverfahrens vor. Sowohl in den Bundesasylzentren als auch dann, wenn das Verfahren in einem Kanton weitergefĂŒhrt wird, können sich Asylsuchende von einer vordefinierten, behördenunabhĂ€ngigen Stelle kostenlosrechtlich beraten und vertreten lassen.