Bund vergibt Mandate f├╝r Sicherheitsdienstleistungen in den Bundesasylzentren

01. Oktober 2019

Das Staatssekretariat f├╝r Migration (SEM) hat die Mandate f├╝r Sicherheitsdienstleistungen in den Bundesasylzentren an drei Privatfirmen vergeben. Die SFH fordert, dass in erster Linie die Sicherheit der Asylsuchenden zu gew├Ąhrleisten ist und nicht ausschliesslich die Sicherheit der Zentren und der Umgebung.

Das am 1. M├Ąrz 2019 in Kraft getretene neue Asylgesetz sieht schweizweit in sechs Asylregionen Bundesasylzentren (BAZ) vor. Damit gehen neue Anforderungen an die Unterbringung und die Sicherheit von Asylsuchenden einher. Das SEM hat den Auftrag f├╝r die Sicherheitsdienstleistungen in den BAZ an drei private Firmen vergeben: die Protectas AG, die Securitas AG und die Verkehrs├╝berwachung Schweiz AG.

Die Asylsuchenden im Mittelpunkt

Sicherheit wird in der Praxis oft einseitig verstanden: H├Ąufig wird die Sicherheit der Zentren und der Umgebung h├Âher gewichtet, anstatt die Sicherheit der Asylsuchenden in den Vordergrund zu stellen. Die SFH fordert, dass spezifische Schulungen und Weiterbildungen f├╝r das Sicherheitspersonal obligatorisch sein m├╝ssen. Denn es braucht transkulturelle Kompetenz und Sensibilit├Ąt f├╝r die Kommunikation mit Asylsuchenden mit besonderen Bed├╝rfnissen. Dazu geh├Âren beispielsweise traumatisierte Personen, Opfer von sexualisierter Gewalt oder Opfer von Menschenhandel. Die SFH schult regelm├Ąssig das Personal von Securitas im Bereich der transkulturellen Kompetenz.

Zudem muss auf einen gen├╝gend hohen Anteil von weiblichem Sicherheitspersonal geachtet werden, damit Bed├╝rfnisse asylsuchender Frauen rund um die Uhr ber├╝cksichtigt werden k├Ânnen.

Die SFH fordert, dass Securitas, Protectas und Verkehrs├╝berwachung Schweiz auf Mindeststandards  zur Wahrung der Grundrechte von Asylsuchenden verpflichtet werden. Dies bedeutet konkret, dass das Sicherheitspersonal klar definierte und vom Betreuungspersonal getrennte Aufgaben ├╝bernimmt und keine Disziplinarmassnahmen verh├Ąngen kann. Sanktionen und Disziplinarmassnahmen sollten nur durch die Zentrumsleitung angeordnet werden k├Ânnen und m├╝ssen verh├Ąltnism├Ąssig sein.

Zusammenarbeit mit anderen Dienstleistern

Die Zusammenarbeit zwischen dem Sicherheitspersonal und den anderen Akteuren in den BAZ (Betreuungspersonal, medizinisches Personal, Rechtsvertretung etc.) muss institutionalisiert sein. Die Schaffung von Strukturen, die einen friedlichen Betrieb f├Ârdern, sollte bei dieser Zusammenarbeit Priorit├Ąt haben. Denn grunds├Ątzlich gilt: Eine angemessene Ausgestaltung des Alltags mit sinnvoller Besch├Ąftigung und Ber├╝cksichtigung unterschiedlicher Bed├╝rfnisse wirkt pr├Ąventiv gegen Konflikte. Regelm├Ąssige Aussenkontakte mit der Bev├Âlkerung und die konsequente Einschulung Minderj├Ąhriger f├Ârdern nicht nur den Integrationsprozess von Anfang an, sondern bauen Isolation und gegenseitige ├ängste ab.