Titelbild Schweizer Asylsymposium 4./5. Februar 2021

Welche Folgen hat der Ukraine-Krieg fĂŒr den FlĂŒchtlingsschutz? Das 8. Schweizer Asylsymposium ist eröffnet

19. Mai 2022

Heute startet in Bern das 8. Schweizer Asylsymposium unter dem Titel „Zugang zu Schutz fĂŒr FlĂŒchtlinge – Herausforderungen, Perspektiven, Lösungen“. Rund 350 Teilnehmer*innen widmen sich in den nĂ€chsten zwei Tagen zusammen mit hochrangigen GĂ€sten aus Politik, Wissenschaft und Praxis aktuellen Fragen rund um den FlĂŒchtlingsschutz. Der Umgang mit der Fluchtbewegung aus der Ukraine bildet dabei einen Schwerpunkt. Die wichtigste nationale Fachtagung im Bereich Asyl / Migration wird gemeinsam von der Schweizerischen FlĂŒchtlingshilfe (SFH) und dem UNHCR BĂŒro fĂŒr die Schweiz und Liechtenstein organisiert.

Europa und die Schweiz haben auf die schnell wachsende Fluchtbewegung aus der Ukraine mit grosser SolidaritĂ€t und Hilfsbereitschaft reagiert. Rund 50‘000 GeflĂŒchtete hat die Schweiz bislang aufgenommen – rasch und unbĂŒrokratisch. «Das Schweizer Asylsystem hat sich meines Erachtens auch in diesen ausserordentlich schwierigen Zeiten grundsĂ€tzlich bewĂ€hrt», sagt BundesrĂ€tin Karin Keller-Sutter, die das 8. Schweizer Asylsymposium heute mit einem Inputreferat zum Schweizer Asylsystem und den Auswirkungen des Ukraine-Krieges eröffnen wird.«Das Asylsymposium bietet eine einmalige Plattform fĂŒr den Austausch zwischen den zentralen Akteuren des schweizerischen Asylwesens und der Zivilgesellschaft.» 

Hochaktuelle Fragen

«Der solidarische Umgang Europas und der Schweiz mit den KriegsflĂŒchtlingen aus der Ukraine zeigt, was möglich ist, wenn der politische Wille vorhanden ist», sagt SFH-Direktorin Miriam Behrens. Ein rasches und entschlossenes Handeln der Politik im Namen von SolidaritĂ€t und FlĂŒchtlingsschutz wĂ€re aber auch andernorts gefragt. Denn die Hauptlast im globalen FlĂŒchtlingsschutz tragen mehrheitlich die NachbarlĂ€nder von Krisengebieten. FĂŒr GeflĂŒchtete gibt es nur wenige Möglichkeiten, in europĂ€ischen LĂ€ndern wie der Schweiz Schutz zu suchen, ohne sich auf lebensgefĂ€hrliche Fluchtrouten begeben zu mĂŒssen. «Die SolidaritĂ€t mit den Menschen aus der Ukraine kann nicht verdecken, dass der FlĂŒchtlingsschutz weltweit unter Druck ist. Es darf aber kein Zwei-Klassen-System entstehen. FlĂŒchtlinge mĂŒssen ĂŒberall gleichberechtigt Zugang zu Schutz haben», sagt Anja Klug, Leiterin des UNHCR-BĂŒros fĂŒr die Schweiz und Liechtenstein. Das Asylsymposium befasst sich mit dieser globalen Herausforderung und sucht nach LösungsansĂ€tzen.

Herausforderungen und LösungsansÀtze

Wo also steht der internationale FlĂŒchtlingsschutz 70 Jahre nach der Verabschiedung der Genfer FlĂŒchtlingskonvention?  Dieser und vielen weiteren hochaktuellen Fragen gehen am zweitĂ€gigen Asylsymposium rund 350 Teilnehmer*innen aus Politik, Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft gemeinsam mit hochrangigen Referent*innen nach. So wird etwa StaatssekretĂ€rin Christine Schraner Burgener die Rolle der Schweiz in der aktuellen europĂ€ischen Asylpolitik und beim Schutz der GeflĂŒchteten aus der Ukraine analysieren. Patrick Eba, Stellvertretender Direktor, Division of International Protection, UNHCR, wird den FlĂŒchtlingsschutz aus globaler Perspektive beleuchten, und Catherine Woollard, Direktorin European Council on Refugees and Exiles (ECRE) wird die europĂ€ische Asylpolitik in den Fokus rĂŒcken. Leyla Kayacik, Sonderbeauftragte fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge, Europarat, wird zum Thema Menschenrechte und effektiver Multilateralismus zur StĂ€rkung der SolidaritĂ€t referieren.

Die Tagung befasst sich zudem mit den Entwicklungen, die seit der Verabschiedung des Globalen Paktes fĂŒr FlĂŒchtlinge 2018 zu beobachten sind. Gefragt wird nach dem Beitrag, den Europa und die Schweiz dazu leisten, dass FlĂŒchtlinge Zugang zu Schutz erhalten. Im Fokus stehen aber auch die Erfahrungen, Herausforderungen und Chancen des neuen Verfahrens im Schweizer Asylsystem. Abgerundet wird das 8. Schweizer Asylsymposium mit einer prominent besetzten Podiumsdiskussion.

Die Website www.asylsymposium.ch dokumentiert die Tagung laufend. WĂ€hrend des Asylsymposiums finden Sie auf unserer Webseite aktuelle Pressebilder zur Veranstaltung und zu den Rednerinnen und Rednern.