Gastfamilien f├╝r ukrainische Gefl├╝chtete

Die Schweizerische Fl├╝chtlingshilfe koordiniert in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen die Unterbringung von ukrainischen Gefl├╝chteten bei privaten Gastfamilien. Wollen auch Sie ein Zimmer, eine Wohnung oder ein Ferienhaus zur Verf├╝gung stellen? Auf dieser Seite erhalten Sie weitere Informationen und k├Ânnen ihr Angebot registrieren.

Das SFH-Gastfamilienprojekt

Seit Ausbruch des Ukraine-Krieges haben Millionen von Menschen in Europa Zuflucht gesucht. ├ťber 50ÔÇÖ000 sind in die Schweiz gefl├╝chtet, wo mehr als die H├Ąlfte bei Gastfamilien eine Unterkunft gefunden hat. Die Schweizerische Fl├╝chtlingshilfe (SFH) tr├Ągt mit ihrem Gastfamilienprojekt wesentlich zur erfolgreichen Bew├Ąltigung der Herausforderungen im Bereich Unterbringung und zur sozialen, sprachlichen und beruflichen Integration der Gefl├╝chteten bei. Sie ist ├╝berzeugt, dass sie damit auch f├╝r andere Fl├╝chtlingsgemeinschaften mit abweichendem Aufenthaltsstatus ein zukunftsweisendes Modell geschaffen hat.

Der Hintergrund des Gastfamilienprojektes

2014 unter dem Motto ┬źFl├╝chtlinge willkommen heissen┬╗ gestartet, kn├╝pft das Gastfamilienprojekt dort an, wo es im Asylprozess meist hapert: bei der sozialen und beruflichen Integration. Durch die Aufnahme bei Gastfamilien sollen Gefl├╝chtete zu einem selbst├Ąndigen Leben in der Schweiz finden. Denn wer sich willkommen f├╝hlt, menschliche N├Ąhe und Wertsch├Ątzung erf├Ąhrt sowie Orientierungshilfe und Unterst├╝tzung erh├Ąlt, findet sich schneller und tiefgreifender in der neuen Situation zurecht und kann sich rascher eine neue Existenz aufbauen. Gewinnen k├Ânnen dabei beide Seiten. Die Gefl├╝chteten finden schneller zu einem selbst├Ąndigen Leben in der Schweiz. Die Gastfamilien erfahren durch den Austausch mit Gefl├╝chteten eine nachhaltige Bereicherung ihres Alltags.

Ob Gefl├╝chtete bei Gastfamilien platziert werden d├╝rfen, dar├╝ber entscheidet je nach Zust├Ąndigkeit der Kanton oder die Gemeinde. Sie sind hauptverantwortlich f├╝r die Unterbringung und Betreuung von Gefl├╝chteten.

Die SFH hat das Gastfamilienprojekt w├Ąhrend der Syrienkrise lanciert, mit der Ukrainekrise reaktiviert und hat mit allen Kantonen massgeschneiderte L├Âsungen f├╝r den Umgang mit der privaten Unterbringung gefunden. Aktuell vermittelt die SFH direkt aus den Bundesasylzentren Gefl├╝chtete in Gastfamilien, sofern die Kantone dies w├╝nschen. Zus├Ątzlich werden in rund der H├Ąlfte der Kantone weitere Gastfamilien vermittelt. Die Mitgliedsorganisationen der SFH und weitere Partner stellen in vielen Kantonen ausserdem im Auftrag der Beh├Ârden die Begleitung und Betreuung der Gastfamilien sicher.

Anmeldung als Gastfamilie / Gastgeber*in

SFH vermittelt nicht in allen Kantonen

Bitte beachten Sie, dass die Schweizerische Fl├╝chtlingshilfe nicht in allen Kantonen Gastfamilien vermitteln kann. Folgende Kantone haben sich f├╝r ein eigenes, teilweise von der SFH und Campax unabh├Ąngiges Vorgehen entschieden: Appenzell Innerrhoden, Basel-Stadt, Freiburg, Graub├╝nden, Luzern, Schaffhausen, St. Gallen, Tessin und Z├╝rich (je nach Gemeinde). Befindet sich Ihre Wohnung bzw. Ihr Angebot in einem dieser Kantone, k├Ânnen Sie sich nicht bei uns anmelden, sondern m├╝ssen sich bei der zust├Ąndigen Stelle des Kantons oder der Gemeinde melden. Weitere Informationen finden Sie hier.

├ťber untenstehendes Formular k├Ânnen Sie Ihr Angebot (f├╝r einen oben nicht erw├Ąhnten Kanton) registrieren. Nach der Anmeldung erhalten Sie eine Eingangsbest├Ątigung. Sobald eine Vermittlung m├Âglich ist, werden Sie von uns oder von einer unserer Partnerorganisationen in den Bundesasylzentren kontaktiert. Wir bitten Sie um etwas Geduld, auch bez├╝glich weiterf├╝hrender Fragen. Die Frage-Antwort-├ťbersicht weiter unten hilft Ihnen hier weiter.

Bevor Sie sich eintragen, hier noch ein paar wichtige Angaben zu den Bed├╝rfnissen der Gefl├╝chteten:

  • Ein stabiles Umfeld: stellen Sie sich darauf ein, die Gefl├╝chteten mindestens f├╝r drei Monate aufzunehmen.
  • Offenheit: Es ist ideal, wenn Sie als Gastgeber*in auch etwas Zeit einplanen, um den Gefl├╝chteten im Alltag zu helfen und sie zu unterst├╝tzen.
  • Privatsph├Ąre. Idealerweise bieten Sie ein abschliessbares Zimmer oder zumindest abgegrenztes Zimmer an.
  • Sanit├Ąreinrichtungen: Zugang zu Badezimmer und K├╝che/Kochgelegenheit sind wichtig.

M├Âchten auch Sie Gastfamilie werden und privaten Wohnraum f├╝r Gefl├╝chtete zur Verf├╝gung stellen?

Die f├╝nf Elemente des SFH Gastfamilien-Betreuungsmodells

Das Modell der Schweizerischen Fl├╝chtlingshilfe f├╝r die Betreuung und Begleitung der Gastfamilienverh├Ąltnisse umfasst grunds├Ątzlich f├╝nf Elemente:

  1. Die interessierte Gastfamilie wird im Vorfeld besucht, um die pers├Ânlichen und r├Ąumlichen Verh├Ąltnisse bei der k├╝nftigen Gastfamilie und die Erwartungen abzukl├Ąren. Ein Strafregisterauszug aller erwachsenen Personen im Haushalt erg├Ąnzt dieses erste Gespr├Ąch mit der Gastfamilie.
  2. Wenn m├Âglich wird ein Kennenlerntreffen zwischen den Gefl├╝chteten und den potentiellen Gastfamilien organisiert. Wenn es f├╝r beide Seiten passt, erfolgt die definitive Vermittlung und der Einzug wird organisiert. Nach dem Einzug findet ein erster Besuch durch die Betreuungspersonen statt. Wenn n├Âtig werden dazu interkulturelle Dolmetschende beigezogen.
  3. Zwischen der Gastfamilie und ihren G├Ąsten wird eine Vereinbarung abgeschlossen, die unter anderem die Dauer des Wohnverh├Ąltnisses und das gegenseitige Zusammenleben regelt.
  4. Es ist sinnvoll, die Gastfamilien f├╝r ihr solidarisches und freiwilliges Engagement angemessen zu entsch├Ądigen. Daf├╝r sind die jeweiligen Kantone, beziehungsweise die Gemeinden zust├Ąndig. Die Ausrichtung einer Entsch├Ądigung oder eines Anteils an die Mietkosten f├Ârdert die Stabilit├Ąt der Gastverh├Ąltnisse, ihre Verbindlichkeit und die Bereitschaft der Gastfamilien f├╝r ein l├Ąngerfristiges Engagement.
  5. Gastfamilien und Gefl├╝chtete werden von professionellen Betreuungspersonen begleitet. Sie stehen den Betroffenen als erste Ansprechpersonen f├╝r ihre Fragen rund um das Zusammenleben unterst├╝tzend zur Seite.

Weiterbildungen und Austauschtreffen

Die SFH bietet allen interessierten Gastfamilien die M├Âglichkeit an, eigens f├╝r sie organisierte Weiterbildungsveranstaltungen zu besuchen. Dabei stehen Angebote zu folgenden Themen im Mittelpunkt:

  • Transkulturelle Kompetenzen
  • Migration und Trauma
  • Schutzstatus S und Asylwesen
  • L├Ąnderinformationen zur Ukraine

In mehreren Kantonen organisiert die SFH oder einer ihrer Partner ausserdem Austauschtreffen f├╝r Gastfamilien. Bei den professionell moderierten Treffen stehen der Informations- und Erfahrungsaustausch unter den Gastfamilien im Vordergrund.

Das Programm der Weiterbildungen und Austauschtreffen wird in K├╝rze aufgeschaltet.

Der Alltag von Gastfamilien und G├Ąsten

Der Alltag von Gastfamilien und G├Ąsten

Wer sich als Gastfamilie registrieren m├Âchte, sollte sich im Voraus ├╝ber ein paar Dinge Gedanken machen, welche f├╝r ein erfolgreiches Zusammenleben unerl├Ąsslich sind.

  • Gegenseitige Erwartungen: Grunds├Ątzlich sollten zum Beginn des Zusammenlebens die gegenseitigen Erwartungen nicht zu hoch sein. Gefl├╝chtete Menschen haben in der Regel ganz andere Priorit├Ąten als ihre Gastgeberinnen und Gastgeber. Man sollte sich eine gewisse Zeit geben, um herauszufinden, welche W├╝nsche und M├Âglichkeiten bestehen.
  • Ein stabiles Umfeld: Stellen Sie sich darauf ein, die Gefl├╝chteten f├╝r einen l├Ąngeren Zeitraum aufzunehmen. Ideal ist eine l├Ąngerfristige Beherbergung von sechs Monaten und mehr. Die Mindestdauer f├╝r eine Anmeldung betr├Ągt drei Monate.
  • Zeitliche Verf├╝gbarkeit: Es ist ideal, wenn Sie als Gastgeber*in etwas Zeit einplanen, um den Gefl├╝chteten im Alltag zu helfen und sie zu unterst├╝tzen.
  • Privatsph├Ąre: Ein abschliessbares oder zumindest abgegrenztes Zimmer ist f├╝r die G├Ąste zentral. Der Wohnraum sollte f├╝r beide Parteien R├╝ckzugsm├Âglichkeiten beinhalten, denn zu viel N├Ąhe ist auf die Dauer belastend.
  • Sanit├Ąreinrichtungen: Der Zugang zu Badezimmer und K├╝che/Kochgelegenheit muss gew├Ąhrleistet sein.

Das folgende Merkblatt vertieft die erw├Ąhnten Punkte und liefert zus├Ątzliche Informationen zum Alltag zwischen Gastfamilien und ihren G├Ąsten.

Die SFH baut ein neues Netzwerk auf, um Freiwillige in St├Ądten und D├Ârfern miteinander zu vernetzen und insbesondere die Gastfamilien bei der Begleitung von Gefl├╝chteten zu unterst├╝tzen. ├ťber das Projekt, das unter dem Namen Community Building initiiert wurde, erfahren Sie hier mehr.

Informationen f├╝r Gastfamilien

Was passiert nach der Anmeldung? Wie erfolgt eine allf├Ąllige Vermittlung? Muss ich meinen Vermieter informieren? Wie sind die Schutzsuchenden versichert? Gibt es eine Entsch├Ądigung? Hier finden Sie Antworten auf die wichtigen Fragen.

Informationen f├╝r Kantone und Gemeinden

Ist Ihre Organisation, Ihr Kanton oder Ihre Gemeinde in der Betreuung von privat untergebrachten Gefl├╝chteten t├Ątig? Hier finden Sie wichtiges Informationsmaterial, Arbeitsinstrumente und Checklisten, welche Sie in Ihrer t├Ąglichen Arbeiten n├╝tzen k├Ânnen.

Die Schweizerische Konferenz f├╝r Sozialhilfe SKOS hat ausserdem eine Frage-und-Antwort-Seite f├╝r kantonale und kommunale Beh├Ârden aufgeschaltet.