Schutzsuchende aus Griechenland sofort aufnehmen

Viele Menschen solidarisieren sich mit den Geflüchteten, die auf den griechischen Ägäis Inseln festsitzen. Auch Schutzsuchende, denen an der Schweizer Grenze verwehrt wird, ein Asylgesuch zu stellen, werden mit Appellen und Petitionen unterstützt. Die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) engagiert sich mit – eine Übersicht.

Die Massnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie legen das öffentliche soziale Leben weitgehend lahm. Umso wichtiger sind die zahlreichen digitalen Appelle und Petitionen zur Solidarisierung mit Schutzsuchenden insbesondere an den EU-Aussengrenzen. Daran kann sich jede und jeder beteiligen und so seine Solidarität mit den Schwächsten und Vergessenen manifestieren. Zivilrechtliche Akteure – sowohl Einzelpersonen wie Gruppierungen – lancieren solche Petitionen an den Bundesrat häufig sehr rasch und spontan. Die SFH unterstützt die Petitionen entweder als Trägerorganisation oder ideell und hilft, diese in den sozialen Medien zu verbreiten

Dringender Appell auf europäischer Ebene

Auf europäischer Ebene hat die Asylkoordination Österreich gemeinsam mit der SFH und rund 200 weiteren kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen aus ganz Europa einen dringenden Appell an führende Politikerinnen und Politiker der EU und an den griechischen Regierungschef lanciert. Ziel des Appells ist die «sofortige Evakuierung der Flüchtlingslager und der Hotspots auf den griechischen Inseln, um eine Katastrophe inmitten der COVID 19-Pandemie zu verhindern.»
Die SFH fordert zudem die Schweiz auf, alle bestehenden Möglichkeiten auszuschöpfen, um Schutzsuchende aus Griechenland sicher und rasch in die Schweiz zu holen.

Osterappell

Gemeinsam mit über 100 Organisationen appeliert die SFH mit dem Osterappell «#evakuierenJETZT» an den Bundesrat möglichst viele Geflüchtete aus der Ägäis sofort zu evakuieren. Als Dublin-Staat trägt die Schweiz Mitverantwortung.

Rasches Handeln für 200 Flüchtlingskinder

Die SFH unterstützt ferner die Petition «Schutz für Kinder auf der Flucht». Darin wird der Bundesrat aufgefordert, sofort 200 unbegleitete Minderjährige von den griechischen Ägäis Inseln in die Schweiz einreisen zu lassen um ihre Asylgesuche zu prüfen «Kinder auf der Flucht gehören zu den Schwächsten, ihre Rechte müssen besonders geschützt werden,» sagt Miriam Behrens, Direktorin der SFH. «Die Schweiz verfügt seit der Einführung des neuen Asylverfahrens über genügend Infrastruktur für die sofortige Aufnahme von 200 unbegleiteten minderjährigen Schutzsuchenden».

Die SFH hat zudem vor Ausbruch der Corona-Pandemie online mehrere Petitionen unterstützt, in denen die Schweiz aufgefordert wird, sich an Evakuierungsaktionen an der türkisch-griechischen Grenze zu beteiligen.

Weitere Petitionen und Appelle, welche die SFH in ihren sozialen Medien teilt, und die Sie unterzeichnen können:

  • Die Petition «Die Schweiz muss dringend Flüchtlinge aufnehmen» von Amnesty International Schweiz wendet sich an die Vorsteherin des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements EJPD, Bundesrätin Karin Keller-Sutter und fordert so schnell als möglich ein Kontingent von Flüchtlingen von den griechischen Inseln zu übernehmen und die Rückführung von Flüchtlingen, denen in Griechenland Asyl gewährt worden ist, in dieses Land auszusetzen.
  • Die Petition «Die Schweiz muss handeln! Jetzt Flüchtende aufnehmen!» auf der Plattform Campax Act Now wendet sich ebenso an die Vorsteherin des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements EJPD, Bundesrätin Karin Keller-Sutter, und fordert die Aufnahmen von mindestens 5’000 Flüchtenden von der türkisch-griechischen Grenze. Deren Asylverfahren sollen direkt in der Schweiz durchgeführt werden.
  • Choosehumanity: Die Petition «Mobilisons-nous pour soulager les îles grecques qui traversent une crise sans précédent» richtet sich an die Vorsteherin des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements EJPD, Bundesrätin Karin Keller-Sutter, und fordert die Schweiz u.a. auf, zusammen mit den EU-Staaten Griechenland zu unterstützen und sich für die Aufnahme von Geflüchteten durch Relocation und Familienzusammenführungen zu engagieren.
  •  #LeaveNoOneBehind: Jetzt die Corona-Katastrophe verhindern – auch an den Außengrenzen! auf der Plattform Change.org wendet sich an die EU-Kommission und die EU-Regierungen, und fordert u.a. auf zur Evakuierung der Flüchtlingslager in Griechenland, zu notwendigen Quarantäne- und Schutzmaßnahmen vor Corona für Obdachlose und Geflüchtete, zu Zugang zu medizinischer Versorgung, zu humanitärer und finanzieller Unterstützung der besonders betroffenen Gebiete, zu Zugang zu Asylverfahren und zu Durchsetzung von Rechtsstaatlichkeit besonders in Krisenzeiten.
  • Petition von Action for Education an den Präsidenten des Europarats, die Präsidentin der EU-Kommission und die Premierminister der EU-Staaten: Europe Must Act Now for the Immediate Decongestion of the Aegean Islands: Griechenland soll bei der Aufnahme und Versorgung von Geflüchteten durch die EU-Staaten mit verschiedenen Massnahmen entlastet und unterstützt werden.