Bild vom Fl├╝chtlingslager Lesbos in Griechenland.

Unbegleitete Minderj├Ąhrige aus Griechenland: Es m├╝ssen mehr Fl├╝chtlinge evakuiert werden

16. Mai 2020

Die Schweiz hat 23 unbegleitete minderj├Ąhrige Asylsuchende mit Verwandten in der Schweiz aus Griechenland aufgenommen. Damit kommt sie ihren internationalen Verpflichtungen nach. Angesichts der Dringlichkeit zur Evakuierung der unmenschlichen Fl├╝chtlingslager in Griechenland, fordert die SFH ein sofortiges Handeln der Schweiz: Sie muss m├Âglichst viele Schutzsuchende aus den griechischen Elendslagern in die Schweiz holen, unabh├Ąngig von ihrem Familienbezug zur Schweiz.

Die Schweiz hat 23 unbegleitete Minderj├Ąhrige aus Fl├╝chtlingslagern in Griechenland aufgenommen, um ihre Asylgesuche zu pr├╝fen. Die 23 Kinder und Jugendlichen haben Familienangeh├Ârige in der Schweiz. Die SFH begr├╝sst, dass diese jungen Schutzsuchenden aus den unmenschlichen Fl├╝chtlingslagern zu ihren Familien in der Schweiz geholt wurden. Die Schweiz hat damit aber lediglich ihre Dublin-Pflicht erf├╝llt. Denn gem├Ąss der Dublin-III-Verordnung ist die Schweiz verpflichtet, unbegleitete minderj├Ąhrige Asylsuchende mit Familienangeh├Ârigen in der Schweiz zu ├╝bernehmen.

Aus Sicht der SFH kann und muss die Schweiz mehr tun. In den Lagern der Ost├Ąg├Ąis und auf dem griechischen Festland harren weiterhin ├╝ber 5ÔÇÖ000 unbegleitete Minderj├Ąhrige unter erb├Ąrmlichen Lebensbedingungen aus. Sie haben keine ad├Ąquate Unterbringung und Betreuung keinen Zugang zu medizinischer Versorgung und sind der t├Ąglichen Gewalt in den Lagern schutzlos ausgeliefert.

Hinzu kommt die Corona-Gefahr: Bei einem Ausbruch von Covid-19 in den hoffnungslos ├╝berf├╝llten Insellagern der Ost├Ąg├Ąis droht eine Katastrophe mit Hunderten von Toten. Es ist h├Âchste Zeit, die Lager zu r├Ąumen und die Menschen in Sicherheit zu bringen. Dies gilt umso mehr f├╝r Kinder, denn sie geh├Âren zu den verletzlichsten Menschen auf der Flucht.Die SFH fordert die Schweiz dazu auf, voranzugehen und solidarisch ihre Verantwortung f├╝r den Fl├╝chtlingsschutz und die Wahrung der Menschenrechte wahrzunehmen. Die Schweiz muss alles daran setzen, m├Âglichst viele Schutzsuchende aus Griechenland zwecks Pr├╝fung des Asylantrags in die Schweiz zu holen. Denn Solidarit├Ąt kennt keine Grenzen. Die Schweiz hat gen├╝gend Platz und verf├╝gt ├╝ber die n├Âtige Infrastruktur, um rasch und unb├╝rokratisch Fl├╝chtlinge aus den unmenschlichen Lagern in Griechenland zu evakuieren. Ihnen muss in der Schweiz ein faires Asylverfahren, ad├Ąquate Unterbringung und Betreuung gew├Ąhrt werden ÔÇô vorab den verletzlichsten unter ihnen.

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