SFH begr├╝sst Weiterf├╝hrung Schutzstatus S, fordert aber mehr Integrationsmassnahmen

09. November 2022

Die Schweizerische Fl├╝chtlingshilfe (SFH) begr├╝sst, dass der Bundesrat den Schutzstatus S f├╝r ein weiteres Jahr in Kraft l├Ąsst. Die SFH fordert zudem, dass Schutzbed├╝rftige mit Status S nicht nur Zugang zu Sprachkursen haben, sondern dass ihnen Integrationsmassnahmen wie Jobcoaching, Bildung und Besch├Ąftigungsprogramme offenstehen, um die Selbst├Ąndigkeit der Ukrainerinnen und Ukrainer zu f├Ârdern. Der Bund sollte die daf├╝r notwendigen finanziellen Mittel bereitstellen. Gastfamilien leisten nach wie vor einen unverzichtbaren Beitrag zur Unterbringung und zur sozialen Integration der Gefl├╝chteten. Die SFH setzt sich daf├╝r ein, dass sie weiterhin von den Beh├Ârden gut unterst├╝tzt werden.

Die SFH begr├╝sst den heutigen Bundesratsentscheid, den Schutzstatus S f├╝r ein weiteres Jahr in Kraft zu lassen. Aus ihrer Sicht soll der Status S solange gelten, wie die Voraussetzungen daf├╝r gegeben sind ÔÇô also eine schwere allgemeine Gef├Ąhrdung wie der aktuelle Krieg. F├╝r die SFH gilt diese Voraussetzung nach wie vor f├╝r die ganze Ukraine.

Dass der Bund den finanziellen Beitrag von 3000 Franken pro Person und Jahr zur Sprachf├Ârderung fortf├╝hrt, ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung. Die vergangenen Monate haben jedoch gezeigt, dass der Betrag bei weitem nicht gen├╝gt um die Integration der Gefl├╝chteten aus der Ukraine und ihre Selbst├Ąndigkeit und finanzielle Unabh├Ąngigkeit wirkungsvoll zu f├Ârdern. Die SFH fordert, dass Schutzbed├╝rftige mit Status S nicht nur Zugang zu Sprachkursen haben, sondern dass ihre Potentiale abgekl├Ąrt werden und ihnen Integrationsmassnahmen wie Jobcoaching, Bildung und Besch├Ąftigungsprogramme (f├╝r nicht Erwerbst├Ątige) offenstehen. Es ist nicht absehbar, wie lange der Krieg in der Ukraine andauern wird und es macht keinen Sinn mit diesen Massnahmen zu warten. Die SFH fordert daher, dass der Bund die daf├╝r erforderlichen finanziellen Mittel  bereitstellt.

Die Arbeitsmarktintegration ist insbesondere f├╝r Frauen aus der Ukraine schwierig, da sie meist Kinder betreuen m├╝ssen. Damit der Besuch von Sprachkursen und Integrationsangeboten sowie eine rasche Erwerbsintegration m├Âglich ist, sollte aus Sicht der SFH zudem das Angebot f├╝r die Kinderbetreuung ausgebaut werden.

Gastfamilien weiterhin unterst├╝tzen

Nach wie vor sind fast die H├Ąlfte der Gefl├╝chteten aus der Ukraine bei Gastfamilien untergebracht. Gastfamilien leisten damit seit Monaten einen bedeutenden Beitrag zur Unterbringung und zur sozialen Integration der Gefl├╝chteten. Die SFH setzt sich daf├╝r ein, dass sie weiterhin von den Beh├Ârden gut betreut und unterst├╝tzt werden, zumal das zivilgesellschaftliche Engagement in der aktuellen Lage unverzichtbar bleibt.