Sündenbockpolitik gescheitert: Mehrheit sagt Nein zur SVP-Initiative

14. Juni 2026

Die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) begrüsst die Ablehnung der SVP-Chaos-Initiative. Die Stimmbevölkerung hat damit ein klares Signal für eine offene Schweiz, die Zusammenarbeit mit Europa und den Schutz von Flüchtlingen gesetzt. Gleichzeitig zeigt das Ergebnis, dass die Debatte über Migration und Integration weiterhin von Unsicherheiten geprägt ist. Die SFH fordert deshalb mehr sachliche Information und konkrete Lösungen für bestehende Herausforderungen.

Bern, 14.06.2026 

Die SFH ist froh über das Ergebnis. Es ist der SVP nicht gelungen, die Zuwanderung und die Ausländerinnen und Ausländer für sämtliche Sorgen und Unzufriedenheiten der Bevölkerung verantwortlich zu machen.

«Die Sündenpolitik hat glücklicherweise nicht verfangen. Die Mehrheit der Stimmbevölkerung hat sich für Europa und für den Flüchtlingsschutz ausgesprochen und von der Hetzkampagne der SVP nicht in die Irre führen lassen. Für die betroffenen Menschen ist das eine unglaubliche Erleichterung», sagt SFH-Direktorin Miriam Behrens. 

 Auftrag für bessere Information und Aufklärung 

Die Debatte rund um die Initiative macht dennoch deutlich, dass die Integrationsleistung der Schweiz und die positiven Aspekte der Zuwanderung von den Stimmbürger*innen nicht ausreichend wahrgenommen werden, gerade auch in Zusammenhang mit geflüchteten Menschen. Hier verortet die SFH ein regelrechtes Behördenversagen in der öffentlichen Kommunikation. Sie erwartet deshalb von Bundesrat und Behörden, dass sie die Integrationsleistungen der Schweiz künftig stärker sichtbar machen und entsprechende Informations- und Kommunikationskampagnen planen und umsetzen. Denn eines ist klar: die Schweiz kann Integration – dies wird auch durch internationale Vergleiche bestätigt. 

 Herausforderungen gemeinsam angehen 

Mit der Asylstrategie 27 von Bund, Kantonen und Gemeinden sollten ausserdem Lösungen für bestehende Herausforderungen im Asylbereich gefunden und angegangen werden. Die SFH arbeitet hier in den verschiedenen Handlungsfeldern konstruktiv mit. Ihr Fokus liegt dabei auf der Wahrung der Integrität des Schutzsystems (protect the protection system). Die Akzeptanz der Bevölkerung und rasche Lösungen bei effektiven Missständen sind dafür genauso wichtig, wie die Einhaltung der Grundrechte und der völkerrechtlichen Verpflichtungen. 

 Blick nach vorne: Sachlichkeit und Menschlichkeit bewahren 

Nun ist es an der Zeit, zurück zu mehr Sachlichkeit und Menschlichkeit in der Debatte um Migration und Asyl zu finden. Denn im Spätsommer wird bereits die Botschaft zur noch radikaleren Grenzschutzinitiative der SVP erwartet. Sie zielt auf nicht weniger als einen Bruch mit zwingendem Völkerrecht und will das Schweizer Asylrecht vollständig aushebeln. Die SFH wird daher ihre erfolgreiche Faktenkampagne  fortsetzen und diese Initiative entschlossen bekämpfen, damit die Schweiz solidarisch bleibt mit schutzbedürftigen Menschen. 

Die Schweiz hält zusammen

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