Legale Fluchtwege

Legale Fluchtwege

05. MĂ€rz 2018

Die Schweiz muss ihre humanitĂ€re Verantwortung wahrnehmen: HEKS und SFH fordern sichere und legale Zugangswege fĂŒr 10‘000 FlĂŒchtlinge.

Noch nie mussten so viele Menschen wegen Krieg, Gewalt und Verfolgung aus ihrer Heimat fliehen wie heute. Viele von ihnen sehen sich gezwungen, die lebensgefĂ€hrliche Reise nach Europa auf sich zu nehmen. Die Schweiz mit ihrer langen humanitĂ€ren Tradition steht besonders in der Verantwortung, mehr FlĂŒchtlingen als bisher Schutz zu gewĂ€hren. HEKS, das Hilfswerk der evangelischen Kirchen Schweiz, und die Schweizerische FlĂŒchtlingshilfe SFH fordern darum in einer gemeinsamen Petition an den Bundesrat die Schaffung legaler Zugangswege sowie eine Erhöhung des Kontingents fĂŒr FlĂŒchtlinge auf jĂ€hrlich 10’000 Menschen.

84 Prozent der weltweit fast 66 Mio. FlĂŒchtlinge leben in EntwicklungslĂ€ndern, meist in NachbarlĂ€ndern der Krisenregionen. Diese LĂ€nder sind jedoch völlig ĂŒberlastet und nicht in der Lage, fĂŒr diese Menschen auch nur einigermassen akzeptable Lebensbedingungen zu schaffen. Viele sehen deshalb keinen anderen Ausweg mehr als die Flucht nach Europa auf illegalen und oft lebensgefĂ€hrlichen Wegen. Allein 2016/17 sind ĂŒber 8000 Menschen auf der Flucht in seeuntĂŒchtigen Booten ĂŒber das Mittelmeer elend ertrunken. FĂŒr die meisten Schutzsuchenden endet die Flucht heute jedoch spĂ€testens an den abgeriegelten EU-Aussengrenzen. Der Zugang zu einem Asylverfahren in einem europĂ€ischen Staat wird ihnen damit praktisch verunmöglicht.

Besonders dramatisch ist diese ausweglose Situation einmal mehr fĂŒr die SchwĂ€chsten – Frauen mit kleinen Kindern, unbegleitete MinderjĂ€hrige, Betagte und Kranke. Aus der Sicht von Peter Merz, Direktor von HEKS, ist dies inakzeptabel: «FlĂŒchtlingen Schutz zu gewĂ€hren, ist eine humanitĂ€re Verpflichtung. Gerade die Schweiz sollte hier eine Vorbildfunktion ĂŒbernehmen. Denn wir können noch viel mehr tun fĂŒr FlĂŒchtlinge.»

HEKS und SFH lancieren deshalb heute gemeinsam die Petition Â«fĂŒr sichere und legale Fluchtwege». Sie fordern darin den Bundesrat auf, legale Zugangswege zu schaffen, ĂŒber die schutzbedĂŒrftige Menschen sicher und unversehrt in die Schweiz einreisen können. Zugleich sollen die Kontingente fĂŒr FlĂŒchtlinge auf jĂ€hrlich 10’000 Personen erhöht werden. Ihre Aufnahme kann zum Beispiel ĂŒber das Resettlement-Programm des Bundes erfolgen. Dabei wird der Schutzbedarf der FlĂŒchtlinge in den Krisen-gebieten selbst und entlang der Fluchtrouten geklĂ€rt. Danach werden die Menschen mit nachgewiesener SchutzbedĂŒrftigkeit direkt in die Schweiz geholt. FĂŒr Miriam Behrens, Direktorin der SFH, ist klar: «Die Schweiz braucht eine entschlossene Resettlement- Strategie, an der sich alle Akteure beteiligen. Der Bundesrat und die Kantone sollen mit langfristigen Zusagen und höheren Kontingenten vorangehen. Es ist der einfachste, sicherste und ökonomischste Weg, um die Menschen zu schĂŒtzen.»

Im Weiteren sollen FlĂŒchtlinge mittels eines privaten Sponsorship-Programms in Kooperation mit dem UNHCR und zivilgesellschaftlichen Organisationen, ĂŒber eine erweiterte FamilienzusammenfĂŒhrung oder auch im Rahmen von Stipendienprogrammen fĂŒr junge Studierende aufgenommen werden.

DarĂŒber hinaus fordern HEKS und SFH die Schaffung gesetzlicher Rahmenbedingungen, um zivilgesellschaftliche und kirchliche Initiativen bei der Unterbringung, Alltagsbegleitung und Bildung von FlĂŒchtlingen in der Schweiz vermehrt einzubeziehen. Schliesslich soll der Bund Integrationsprogramme von Kantonen, NGOs und Wirtschaft kĂŒnftig stĂ€rker unterstĂŒtzen.

UnterstĂŒtzt wird die Petition «fĂŒr sichere und legale Fluchtwege» auch von zahlreichen weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen.

 

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