Die Schweiz hält zusammen – NEIN zur SVP-Chaos-Initiative

07. April 2026

Die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) startet heute ihre Nein-Kampagne gegen die 10-Millionen-Chaos-Initiative. Die SVP setzt damit auf Hetze, spaltet die Gesellschaft und gefährdet die internationale Zusammenarbeit. Die Initiative führt auf allen Ebenen zu Chaos – auch im Asylbereich. Dabei wären in diesen unsicheren Zeiten Menschlichkeit, Einigkeit mit Europa und globale Regeln zentral. Die SFH lehnt die Initiative daher entschieden ab.

Bern, 07.04.2026

Die Initiative setzt die bewährte Zusammenarbeit mit Europa aufs Spiel und greift insbesondere die Personenfreizügigkeit grundlegend an: Wird die Grenze von zehn Millionen Einwohnern erreicht, müsste sie gekündigt werden, was den Zugang zu dringend benötigten Fachkräften stark einschränkt und Wirtschaft, Innovation sowie Wohlstand in der Schweiz gefährdet. Gleichzeitig würde durch die Guillotine-Klausel das gesamte Paket der Bilateralen I wegfallen – darunter zentrale Abkommen zu Verkehr, Landwirtschaft und Forschung –, womit sich die Schweiz in einer ohnehin unsicheren internationalen Lage selbst schwächen und isolieren würde.

IrrefĂĽhrender Fokus: Asylbereich kein Wachstumstreiber

Die Kampagne der SVP fokussiert auf GeflĂĽchtete. Diese SĂĽndenbock-Politik ist unlauter, denn nur gerade 2.5% der ständigen Wohnbevölkerung entstammt dem Asylbereich, ĂĽber die letzten 10 Jahre hat dieser mit nur gerade 12% zur Zuwanderung beigetragen – ohne die GeflĂĽchteten aus der Ukraine waren es sogar nur 7%. Der Asylbereich ist damit kein zentraler Treiber des Bevölkerungswachstums, als den ihn die SVP in ihrer Chaos-Initiative fälschlicherweise darstellt. Die in der Initiative aufgefĂĽhrten Massnahmen im Asylbereich tragen auch kaum dazu bei, die Mieten zu senken, den Verkehr zu entlasten oder Umweltprobleme zu lösen.

Sündenbockpolitik: Keine Lösung, aber grosse Schäden

Die Chaos-Initiative hätte nicht nur fĂĽr die Wirtschaft, sondern auch im FlĂĽchtlingsbereich gravierende Folgen: Sie fĂĽhrt zur Aushöhlung des humanitären Völkerrechts, denn sie zwingt die Schweiz dazu, aus der Europäischen Menschenrechtskonvention, der Genfer FlĂĽchtlingskonvention und der UNO-Kinderrechtskonvention auszutreten. Vorläufig aufgenommene Kriegsvertriebene wĂĽrden zudem keine Bleiberechtsperspektive mehr in der Schweiz erhalten. Dabei fĂĽllen sie oft LĂĽcken in wichtigen Berufen, in denen Arbeitskräftemangel herrscht: Sie arbeiten im Spital, pflegen unsere Grosseltern und sichern den Betrieb unseres Lieblingsrestaurants. Davon betroffen wären rund 42’000 Personen, die aufgrund anhaltender Konflikte nicht in ihre Herkunftsländer zurĂĽckkehren können.

Die Schweiz wĂĽrde mit dem Wegfall des Dublin-Abkommens zudem zum Drittstaat an der EU-Aussengrenze mit einschneidenden Folgen auch fĂĽr die Zusammenarbeit im Asylbereich: Sie mĂĽsste kĂĽnftig alle Asylgesuche alleine bearbeiten und könnte keine Personen mehr in andere europäische Staaten zurĂĽckfĂĽhren.

Die Probleme, welche die Initiative vorgibt zu lösen, wĂĽrden auch dann weiterbestehen, wenn keine einzige geflĂĽchtete Person mehr in die Schweiz käme. Dennoch werden ausgerechnet Menschen, die vor Krieg, Terror und Verfolgung fliehen, von der SVP politisch fĂĽr ihre antieuropäische Initiative instrumentalisiert. Sie werden zu SĂĽndenböcken gemacht – und damit zur Zielscheibe von Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus. 

Aus all diesen GrĂĽnden lehnt die SFH die Chaos-Initiative entschieden ab.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Argumentarium und auf unserer Webseite

Die Schweiz hält zusammen

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