Der Kontakt zu internationalen Organisationen zieht sich durch die Geschichte der SFH und ist in Zeiten zunehmender Angriffe auf den internationalen Flüchtlingsschutz enorm wichtig. Die SFH arbeitet eng mit dem UNHCR Schweiz und Liechtenstein zusammen. Seit 1994 ist sie Mitglied des Europäischen Flüchtlingsrates (European Council on Refugees and Exiles ECRE), einer Allianz von Nichtregierungsorganisationen, die sich europaweit für den Schutz und die Rechte von Schutzsuchenden und Flüchtlingen engagiert.
Die Selbstvertretung von Geflüchteten zu stärken war von Beginn an ein Kernanliegen. Bereits im Februar 1945 haben Geflüchtete auf der Flüchtlingstagung in Montreux ihre politischen Interessen und Forderungen selbst artikuliert. Die Tagung war eine der ersten Nachkriegsdiskussionen über Flüchtlingspolitik in Europa und wurde von der damaligen SFH mitorganisiert. In den letzten Jahren hat die SFH die Entwicklung des Flüchtlingsparlaments eng begleitet und unterstützt, seit 2026 als Mitglied des Vorstands. Seit diesem Jahr ist das Flüchtlingsparlament ausserdem im Vorstand der SFH vertreten.
Neben der institutionellen Zusammenarbeit ist die private Unterstützung unzähliger hilfsbereiter Menschen in der ganzen Schweiz damals wie heute unverzichtbar. Seit ihrer Gründung finanziert sich die SFH massgeblich aus Spenden. Und auch heute machen diese mehr als zwei Drittel ihrer Einnahmen aus. Die Unterstützung aus der Bevölkerung bildet somit eine wesentliche Grundlage dafür, dass Menschen, die vor Verfolgung, Krieg und Gewalt flüchten müssen, in der Schweiz auch morgen noch Schutz und eine faire Chance auf gesellschaftliche Teilhabe erhalten.
Die Geschichte der SFH
Die SFH als Dachorganisation
Schon bei der Gründung der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) stehen die Interessensvertretung sowie Austausch und Kooperation im Vordergrund. Als in den dreissiger Jahren des 20. Jahrhunderts tausende Verfolgte durch Europa irren und auch in der Schweiz Schutz suchen, sind es private Hilfswerke und Freiwilligenorganisationen, die den Menschen Unterkünfte vermitteln, Kleidung verteilen, ihnen finanziell unter die Arme greifen und bei der Weiterreise helfen. Um angesichts des Flüchtlingselends ihre Kräfte zu bündeln und die Interessen der Geflüchteten gegenüber den Behörden wirksam zu vertreten, gründen dreizehn Hilfswerke am 17. Juni 1936 die Schweizerische Zentralstelle für Flüchtlingshilfe (SZF), die heutige Schweizerische Flüchtlingshilfe.
Zu den Gründungsmitgliedern gehören drei Organisationen, die bis heute Teil der SFH sind: der Fürsorgedienst für Ausgewanderte in Genf (heute im Internationalen Sozialdienst Schweiz, SSI, aufgegangen), der Schweizerische Caritasverband in Luzern (heute Caritas Schweiz) und der Verband Schweizerischer Israelitischer Armenpflegen (heute Verband Schweizerischer Jüdischer Fürsorgen, VSJF). Auch das Schweizerische Arbeiterhilfswerk (SAH) nimmt an der Gründungsversammlung teil und wird 1939 offizielles Mitglied. Das Hilfswerk der evangelischen Kirchen der Schweiz (HEKS) tritt 1949 bei.
1996 wird die Stiftung Heilsarmee Flüchtlingshilfe assoziiertes Mitglied der SFH, im Jahr 2000 folgt die Flüchtlingshilfe Liechtenstein (FHL). Seit 2010 gehört auch die Schweizer Sektion von Amnesty International zum Verband, der kontinuierlich weiterwächst. 2021 kommt die Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende (ZBA) hinzu, gefolgt von der Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ) im Jahr 2022.
Im Mai 2025 wird schliesslich Save the Children Schweiz als elfte Mitgliedsorganisation gewonnen. Das Schweizerische Rote Kreuz war bereits von 1944–2008 Teil des Verbands und ist seit 2026 als assoziiertes Mitglied wieder dabei.
Die Gründungsorganisationen
- Die Basler Hilfsstelle für Flüchtlinge
- Das Bureau central de bienfaisance, Genève
- Das Comite suisse d’aide aux enfants d'émigrés, Zürich
- Der Fürsorgedienst für Ausgewanderte, Genf
- Die Internationale Hilfsvereinigung, Sektion Schweiz, Schaffhausen
- Der Schweizerische Caritasverband, Luzern
- Die Schweizerische Flüchtlingshilfe, Bern
- Das Schweiz. Freiheitskomitee, Zürich
- Das Schweiz. Hilfswerk für deutsche Gelehrte, Zürich
- Die Schweiz. Vereinigung für den Völkerbund, Lausanne
- Der Schweiz. Zweig der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit, Zürich, (später: Christlicher Friedensdienst (cfd), ab 2023 FRIEDA)
- Der Service de Renseignements pour les Refugies, Geneve
- Der Verband Schweiz. Israelitischer Armenpflegen, Zürich (heute: Verband Schweizerischer Jüdischer Fürsorgen VSJF)
Die Mitgliedsorganisationen heute
- Amnesty International Schweiz
- Caritas Schweiz
- Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration FIZ
- Flüchtlingshilfe Liechtenstein
- Hilfswerk der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz HEKS
- Internationaler Sozialdienst Schweiz SSI
- Save the Children Schweiz
- Schweizerisches Arbeiterhilfswerk SAH
- Schweizerisches Rotes Kreuz SRK (assoziiertes Mitglied)
- Stiftung Heilsarmee Schweiz
- Verband Schweizerischer Jüdischer Fürsorgen VSJF
- Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende ZBA
Die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) setzt sich seit 90 Jahren bei Politik, Behörden und in der Öffentlichkeit für die Anliegen geflüchteter Menschen ein und stärkt den Austausch und die Zusammenarbeit im Asylbereich. Damals wie heute ist sie dafür auf die Unterstützung vieler hilfsbereiter Menschen angewiesen. Privatspenden bilden eine wesentliche Grundlage für die Arbeit der SFH und sichern ihre Unabhängigkeit.
Ihre Spende trägt massgeblich dazu bei, dass sich die SFH auch weiterhin kompetent und erfolgreich für den Schutz und die Rechte geflüchteter Menschen einsetzen kann – gerade in Zeiten, in denen der Flüchtlingsschutz mehr denn je unter Druck gerät. Jeder Franken zählt!











