1995 verlegt sie ihren Standort von Zürich nach Bern und führt von dort einen stetigen Abwehrkampf gegen eine immer rigidere Asylgesetzgebung und Praxis. Dank des Engagements der Schweizerischen Flüchtlingshilfe nimmt 1992 die Asylrekurskommission ihre Arbeit auf. Jetzt können Asylsuchende erstmals eine Beschwerde an ein unabhängiges richterliches Organ stellen. Die SFH unterstützt die Gruppenaufnahmen der in grosser Zahl aus dem ehemaligen Jugoslawien geflüchteten Menschen. Sie setzt sich verstärkt für gezielte Massnahmen für einen gelingenden Integrationsprozess ein. 1998 erscheint die erste Ausgabe des «Fluchtpunkt», des Magazins der Schweizerischen Flüchtlingshilfe, die im selben Jahr mit einer Internetseite zum ersten Mal online geht.

Die Jugoslawienkriege ab 1991 lösen Betroffenheit aus, 10'000 Menschen fordern in der Schweiz mehr Unterstützung für Flüchtlinge aus Bosnien und Kroatien. Der Bundesrat übergibt der SFH 1992 die Koordination der «Aktion 1000 Kinder und Begleitpersonen». Gerettete aus Kroatien und Bosnien sitzen im Reisebus, der sie in die sichere Schweiz führt.
(Foto: SFH/Heinz Haab)

In den 1990er Jahren suchen vor allem junge Kriegsgeflüchtete aus Sri Lanka, Afghanistan, Irak, Iran, Äthiopien, Eritrea, Somalia oder aus Kongo-Kinshasa Schutz in der Schweiz. Manche sind minderjährig und ohne erwachsene Begleitperson auf der Flucht.
(Foto: SFH/Edouard Cuchod Studio, 1990)

Die SFH und ihr Bildungsteam legen den Fokus auf die gesellschaftliche Sensibilisierung für die Bedürfnisse von geflüchteten Menschen. Auch auf institutioneller Ebene rückt der Integrationsprozess in den Vordergrund. Trotz zahlreicher Verschärfungen bei den vielen Asylgesetzrevisionen ruft der Bund Ende 1990er Jahre die Integrationspauschalen für die Kantone ins Leben.
(Foto: SFH/Simone Opplinger)
