1980 bis 1990

Auf Anregung der Schweizerischen Zentralstelle für Flüchtlingshilfe wird 1981 vom Bundesrat der nationale Flüchtlingstag geschaffen. Die Flüchtlingshilfe begeht diesen Tag fortan jährlich mit einer nationalen Kampagne und Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit zahlreichen Initiativen und Unterstützerinnen.

Die SZF lanciert 1986 die juristische Fachzeitschrift «ASYL». Schutzsuchende aus Sri Lanka, dem Iran und der Türkei stellen individuelle Asylgesuche und treffen auf ein zunehmend raues gesellschaftliches Klima, das von diversen «Überfremdungsinitiativen» geschürt wird. Die Flüchtlingshilfe stellt sich dieser Entwicklung mit ihrer Kampagnen- und Aufklärungsarbeit entgegen. Sie verteidigt die Rechte von Geflüchteten gegen mehrfache Revisionen des neuen Asylgesetzes und kontinuierliche Verschärfungen. 

Schülerinnen und Schüler verkaufen Abzeichen am Nationalen Flüchtlingstag.
Bildung und Sensibilisierung in Schulen ist für die SFH von Beginn weg ein wichtiger Eckpfeiler, die Beziehungen zum Schweizerischen Lehrerverband eng. Schulkinder verkaufen an Flüchtlingstagen die Efeublatt-Abzeichen. Die SFH belohnt jeweils die Verkaufs-«königinnen» und –«könige» und publizierte dazu Geschichten.
(Foto: SFH)
Freiwillige verkaufen am Nationalen Flüchtlingstag Efeupflänzchen.
Die Efeupflanze steht für Hoffnung auf ein neues Leben in Sicherheit und Würde und wird von der SFH seit der Gründung als verbindendes Symbol und Signet eingesetzt.
(Foto: SFH)
Mit kreativen Sammel- und Spendenideen gegen fremdenfeindliche Hetze.
Innenpolitisch gerät die Asylpolitik wegen der Rezession, der zunehmenden Hetze fremdenfeindlicher Gruppierungen und neuen Flüchtlingsgruppen aus afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern unter Druck. Die SFH reagiert mit kreativen Sammel- und Spendenideen.
(Foto SFH)
Die ersten tamilischen Geflüchteten müssen mit vielen Vorurteilen und Anfeindungen kämpfen.
1981 tritt das erste Asylgesetz der Schweiz in Kraft und ermöglicht, individuelle Gesuche zu stellen. In Sri Lanka eskaliert ein grausamer Krieg gegen Tamilinnen und Tamilen, die zwischen 1982 bis 1995 32'000 Asylgesuche stellen. Ihnen weht zunehmend ein harter Wind entgegen: Das liberale Asylgesetz von 1981 wird mehrfach verschärft, die Anerkennungsquote sinkt, Fremdenhass schlägt ihnen entgegen – aber auch Solidarität in Form von Mahnwachen, Freiplatzaktionen und Kirchenasyl.
(Foto: SFH)
Sternmarsch und Aktion «Fremde Freunde» am Nationalen Flüchtlingstag.
Die SFH mobilisiert gegen die Fremdenhetze, die sich vorwiegend gegen tamilische Geflüchtete und Schutzsuchende aus afrikanischen Staaten richtet. Sie lädt zu einem Sternmarsch in die Innerschweiz ein, organisiert Wander- und Begegnungstage sowie Arbeitseinsätze von Geflüchteten bei Bergbauern.
(Foto: SFH, 1987)