2020 bis heute

Am 24. Februar 2022 greift Russland die Ukraine an und innerhalb weniger Wochen flüchten rund 70'000 Menschen aus der Ukraine in die Schweiz. Erstmals aktiviert der Bundesrat nach Konsultation der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) den 1998 nach den Balkankriegen eingeführten «Status S». So kann den vielen Geflüchteten schnell und unbürokratisch Schutz gewährt werden, ohne dass sie ein Asylverfahren durchlaufen müssen. Die SFH lanciert den Vorschlag eines Humanitären Schutzes, der den Status S und die vorläufige Aufnahme vereint.

Mit ihrem Gastfamilienprojekt gelingt es der SFH mit ihren Partnern, in kurzer Zeit rund 25'000 Geflüchtete an hilfsbereite Familien und Privatpersonen in der ganzen Schweiz zu vermitteln. Dort erhalten die Betroffenen nicht nur Schutz und eine Unterkunft, sondern können vom ersten Tag an in der Mitte der Gesellschaft am sozialen Leben teilhaben. Ein Erfolgsmodell, das die SFH seit 2015 verfolgt und auch für weitere Flüchtlingsgruppen anregt!

Auf der nationalen Asylkonferenz verabschieden Bund, Kantone und Gemeinden im November 2025 eine neue Asylstrategie. Sie soll fünf Jahre nach der Einführung des neuen Asylverfahrens und der Integrationsagenda Bilanz ziehen und etwaige Lücken im System schliessen. Die SFH ist von der Konsultation der zugrundenliegenden Analyse bis zur Erarbeitung von Massnahmen in diversen Begleitgruppen am Prozess beteiligt. Sie benennt strukturelle Mängel und setzt sich für die Anliegen der Geflüchteten ein. 

Der asylpolitische Diskurs verhärtet sich weiter. Ausserordentliche Sessionen und eine Flut von Vorstössen im Bundesparlament zielen auf Verschärfungen und Restriktionen im Asylbereich. Die SVP lanciert gleich zwei fremdenfeindliche Initiativen mit potenziell einschneidenden Folgen für das Asylwesen und den internationalen Flüchtlingsschutz. 

Die SFH verteidigt die Interessen der Geflüchteten beharrlich mit ihrem politischen Advocacy und im Dialog mit Parteien und Behörden. Gestützt von einer breiten zivilgesellschaftlichen Allianz lanciert sie nationale, crossmediale Abstimmungskampagnen gegen die gefährlichen SVP-Initiativen. Und mit einer neuen, innovativen Faktenkampagne räumt sie mit den zahlreichen Falschbehauptungen auf, die im öffentlichen Diskurs kursieren. 

Die mehrjährige «Tour de Suisse der Menschlichkeit» der SFH schafft schweizweit Räume der unmittelbaren Begegnung und des Austauschs von Menschen mit und ohne Fluchtgeschichte. Sie macht zahlreiche im Flüchtlingsschutz engagierte Organisationen sichtbar und ermutigt zum Mitmachen!

Die politische und gesellschaftliche Beteiligung von Menschen mit Fluchthintergrund im Aufnahmeland ist für die SFH seit ihrer Gründung ein wichtiges Thema.
Seit der Gründung des Flüchtlingsparlaments 2021 unterstützt die SFH diese politische Arbeit. Seit 2026 sind das Flüchtlingsparlament und die SFH gegenseitig in den Vorständen vertreten.
(Foto: SFH/Stephan Hermann)
Das SFH-Bildungsteam muss während der Corona-Zeit entweder vor Ort mit Masken und viel Abstand oder online unterrichten.
Dieser Begegnungstag mit Geflüchteten, den viele Kirchgemeinden gerne für ihre Konfirmandinnen und Konfirmanden buchen, findet 2021 in Rüdtligen draussen statt.
(Foto: SFH/Barbara Graf Mousa)
2025 lanciert die SFH die «Tour de Suisse der Menschlichkeit» mit dem begehbaren Buchzelt.
Die Tour startet am Nationalen Flüchtlingstag in Bern und macht 2025 in Neuchâtel, Lausanne, Luzern, St. Gallen und Zürich Halt.
(Foto: SFH/Florian Sievi)