Freie und grosszügige Aufnahme von Flüchtlingen – die Jahre 1936 bis 1975

1936
Am 17. Juni wird in Olten die Schweizerische Zentralstelle für Flüchtlingshilfe (SZF) als Dachorganisation von 13, später 19 Hilfswerken gegründet, um die in die Schweiz fliehenden Opfer des Naziregimes zu unterstützen.

Ab 1945
Die SZF übernimmt verschiedene zentrale Aufgaben bei der Rechtsberatung, der Rückwanderung von Kriegsvertriebenen und der Einrichtung des Dauerasyls für reiseunfähige Flüchtlinge.

1947
In Saanen im Berner Oberland weiht die SZF das interkonfessionelle Flüchtlingsheim «Alpenruhe» ein.

Ab 1947
Sonderaktionen für behinderte und hochbetagte Flüchtlinge (bis in die 1970er-Jahre) und kollektive Aufnahmen von Flüchtlingen aus Ungarn (1956), Tibet (1962), der Tschechoslowakei (1968), Uganda (1972), Chile (1973), Indochina (1975) und Polen (1981/82) prägen die Schweizer Asylpolitik.

Die Genfer Flüchtlingskonvention von 1951

1951
Das Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge, die sogenannte Genfer Flüchtlingskonvention (GFK), wird am 28. Juli auf einer UNO-Sonderkonferenz in Genf verabschiedet. Die Schweiz tritt der GFK 1955 bei.

1957
Der Bundesrat erklärt die Asylgewährung in einem Grundsatzdokument zur staatspolitischen Maxime.

1959/1960
Zahlreiche Aktivitäten der SZF im Weltflüchtlingsjahr der UNO. Die SZF schafft einen Vortragsdienst (mit Dias und Film).

1961
Mit einem «Tag der Flüchtlinge» feiert die SZF am 17. Juni in Bern ihr 25-jähriges Bestehen.

1967
Die Schweiz unterzeichnet das UNO-Zusatzprotokoll zur Flüchtlingskonvention, das die Ausdehnung der Bestimmungen der Konvention auf alle Flüchtlinge der Welt vorsieht.

1968
Die Institution der Hilfswerksvertretung (HWV) wird geschaffen: Als neutrale Beobachterin bei den Anhörungen zu den Asylgründen soll die HWV für ein faires Verfahren einstehen.

1974
Mehrere nichtstaatliche Flüchtlingsorganisationen gründen den Europäischen Flüchtlingsrat, den European Council on Refugees and Exiles ECRE.