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Menschenhandel

Zunehmend befinden sich von Menschenhandel betroffene Personen im Asylverfahren. Ihre Situation macht sie äusserst verletzlich, sie sind oft stark traumatisiert und benötigen besonderen Schutz. Die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH setzt sich dafür ein, dass den spezifischen Schutzbedürfnissen von Menschenhandelsopfern im Asylverfahren Rechnung getragen wird.

Menschenhandel ist nicht das Gleiche wie Menschenschmuggel oder Schleppertum. Letzteres wird als bezahlte Beihilfe zur irregulären Einreise definiert, und geschieht in der Regel im Einverständnis mit der geschmuggelten Person. Im Unterschied dazu ist beim Menschenhandel die Ausbeutung das zentrale Motiv. Die allgemein anerkannte Definition von Menschenhandel  enthält drei Elemente:

  • die Handlung (Anwerbung, Beförderung, Verbringung, Beherbergung oder Annahme von Personen),
  • das Mittel (z.B. Anwendung oder Androhung von Gewalt, Täuschung, Ausnützung einer Machtposition) und
  • den Zweck (sexuelle Ausbeutung, Ausbeutung der Arbeitskraft, Sklaverei, Leibeigenschaft, Organentnahme).

Quellen:

  • Zusatzprotokoll gegen die Schleusung von Migranten auf dem Land-, See- und Luftweg zum Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität, SR 0.311.541
  • Zusatzprotokoll zur Verhütung, Bekämpfung und Bestrafung des Menschenhandels, insbesondere des Frauen- und Kinderhandels zum Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität, SR 0.311.542

TRACKS – Identification of Trafficked Asylum Seekers’ Special Needs

Als Dachverband der Schweizerischen Flüchtlingshilfswerke beteiligt sich die SFH an einem transnationalen, von der Europäischen Union mitfinanzierten Projekt zum Schnittbereich Asyl-Menschenhandel: TRACKS (Identification of Trafficked Asylum Seekers’ Special Needs). Im Rahmen des Projektes werden auf nationaler und internationaler Ebene die geeignetsten Vorgehensweisen (best practices) identifiziert und geteilt. Die Sensibilisierung und Schulung verschiedener Akteure sowie das Entwickeln von Instrumenten für deren praktische Arbeit sind weitere wichtige Projektziele. Die SFH trägt die Erkenntnisse aus TRACKS in die Schweiz und engagiert sich für die Umsetzung entsprechender Massnahmen.

Die Schweizerische Flüchtlingshilfe setzt sich für Gerechtigkeit und Humanität im Asylverfahren ein. Der Einsatz für die Berücksichtigung besonderer Vulnerabilitäten und die adäquate Anpassung der Verfahren stellen einen wichtigen Bestandteil unserer Arbeit dar. Die SFH hat sich daher für die Umsetzung von TRACKS in der Schweiz zur Verfügung gestellt. Die folgenden Organisationen sind am Projekt beteiligt:

TRACKS – Die beteiligten Organisationen