Eritreische Jugendliche werden mit 15 Jahren von der Armee zwangsrekrutiert. Eines der kleinsten Länder unterhält eine der grössten Armeen auf dem afrikanischen Kontinent. Foto: Stephanie Buret

Eritrea

Hier finden Sie die neusten Artikel aus den Medien sowie unsere Analysen, Länderberichte und Schnellrecherchen über Eritrea.

Ein fahrlässiges Eritrea-Urteil

12.07.2018 / Das Bundesverwaltungsgericht (BVGer) heisst den Wegweisungsvollzug eines eritreischen Asylsuchenden in seine Heimat gut, obwohl es davon ausgeht, dass ihm dort verbotene Zwangsarbeit droht. Die SFH kritisiert diesen Entscheid scharf. Aus ihrer Sicht lässt die ungenügende Informationslage zur Situation in Eritrea, die das Gericht selbst anerkennt, ein solch weitreichendes Urteil nicht zu. Es stützt sich auf Mutmassungen statt auf gesicherte Informationen. Dem Schutzgedanken des Asylrechts wird damit nicht ausreichend Rechnung getragen.

Zur Medienmitteilung vom 12.07.2018

Aufruf gegen die Aufhebung der vorläufigen Aufnahmen für Eritreerinnen und Eritreer

18.04.2018 / In einem offenen Brief bitten die Schweizerische Flüchtlingshilfe und ihre Mitgliederhilfswerke Frau Bundesrätin Sommaruga von der angekündigten Praxisänderung und der Überprüfungen der vorläufigen Aufnahmen für Eritreerinnen und Eritreer Abstand zu nehmen.

Die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH und ihre Mitgliederhilfswerke beobachten mit grosser Besorgnis die neue Praxis des Staatssekretariats für Migration (SEM) zur Überprüfung vorläufiger Aufnahmen von mehr als 3‘000 geflüchteter Menschen aus Eritrea.

Zum offenen Brief

Zur Medienmitteilung vom 18.04.2018

Restriktionen gegenüber Eritreern sind keine Lösung

05.04.2018 / Medienmitteilung der SFH zum Entscheid des EJPD und SEM, den Status von 3200 Eritreerinnen und Eritreern zu überprüfen:

Die SFH fordert das EJPD und das Staatssekretariat für Migration (SEM) mit aller Schärfe dazu auf, dass sie unverzüglich davon Abstand nehmen, die vorläufige Aufnahme von Eritreerinnen und Eritreern zu überprüfen und ihnen diesen Status abzusprechen. Diese Personen in das Prekariat der Nothilfe abzudrängen und von der Integration auszuschliessen, ist keine Lösung. Weil die Lage in Eritrea nach wie vor höchst unsicher ist, können Betroffene nicht in ihr Heimatland zurückkehren und bleiben in der Schweiz. Statt vor dem politischen Druck zu kapitulieren, stünde es dem Bund besser an, seine humanitäre Tradition zu verteidigen und die Rechtsstaatlichkeit aufrecht zu erhalten.

Zur Medienmitteilung vom 05.04.2018

Wende in der Asylpolitik – Sommaruga will Tausende Eritreer zurück schicken

04.04.2018 / Bis zu 3200 Eritreer sollen ihre vorläufige Aufnahme verlieren. Die Rückkehr nach Eritrea sei «zumutbar», schreibt das Staatssekretariat für Migration (SEM) den Betroffenen. Damit vollzieht Justizministerin Simonetta Sommaruga einen «Paradigmenwechsel».

Zum Artikel vom 04.04.2018 auf srf.ch

Urteil ist nicht nachvollziehbar - Entscheid Bundesverwaltungsgericht für die Wegweisung einer Eritreerin

31.08.2017 / Die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH bedauert, dass das Bundesverwaltungsgerichtes BVGer die Wegweisung einer Eritreerin bestätigt. Die ungenügende Informationslage zur Situation in Eritrea, auf welche das Gericht selbst immer wieder hinweist, lässt ein solches Urteil aus Sicht der SFH nicht zu.

Zur Medienmitteilung vom 31.08.2017

Aktuelles Themenpapier über Nationaldienst

Juli 2017 / Im neusten Themenpapier zu Eritrea beleuchtet die SFH verschiedene Aspekte des zeitlich unbeschränkten Nationaldienstes und zeigt, wie Menschen oft jahrelange zu militärischer und ziviler Arbeit verpflichtet und gezwungen werden. Zudem wird dokumentiert, wie gross die staatliche Willkür in verschiedensten Bereichen des Lebens ist.

Nationaldienst
Themenpapier der SFH-Länderanalyse,30. Juni 2017, 21 Seiten.

EGMR bestätigt besorgniserregende Menschen-rechtssituation in Eritrea

20.06.2017 / Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) kommt im Fall eines von der Schweiz abgewiesenen Eritreers zum Schluss: Aufgrund der besorgniserregenden Menschenrechtslage in Eritrea muss die Schweiz in jedem Einzelfall prüfen, ob dem Schutzsuchenden bei einer Rückkehr eine Verletzung des Folterverbots droht. Zwar wies der EGMR im vorliegenden Fall die Beschwerde des 27-jährigen Mannes ab, weil dieser seine Gefährdung nicht hinreichend hatte glaubhaft machen können. Trotzdem muss die Schweiz hinsichtlich des bei einer Wegweisung drohenden Militärdienstes noch einmal über die Bücher.
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Interview zur Betreuung von minderjährigen Eritreerinnen und Eritreern

Die Eritreerin Semhar Negash studiert Sozialanthropologie und betreut unbegleitete minderjährige Asylsuchende, vorwiegend Jugendliche aus Eritrea.
Lesen Sie das Interview im Fluchtpunkt Nr. 77 / Mai 2017

PR-Falle Eritrea

Angesichts der Dramen, die sich auf der Reise nach Europa abspielen, sollten die europäischen Staaten auf legale Migrationsmöglichkeiten und Resettlementplätze statt auf Abschottung setzen. Solange sich die Lage in Eritrea nicht verbessert, sieht die Schweizerische Flüchtlingshilfe keinerlei Rechtfertigung für eine Verschärfung der Asylpraxis.
Artikel von Alexandra Geiser, SFH-Länderexpertin: Europa erschwert den legalen Zugang für eritreische Flüchtlinge. KOFF, Schweizerische Palttform für Friedensförderung, Juni 2017

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Die Fluchtwege von Eritreerinnen und Eritreern sind gefährlich. Lesen Sie dazu den aktuellen Bericht der SFH-Länderanalyse.

Fluchtpunkt Nr. 77 / Mai 2017

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Die PR-Maschinerie des eritreischen Regimes funktioniert: Obwohl laufend Menschen in über 360 versteckten Gefängnissen Folter erleiden und das Land international auf dem zweitletzten Platz der Pressefreiheit liegt, gelingt es ihm, europäische Meinungsträger vor Ort mit Falschangaben und fotogenen Heile-Welt-Szenarien zu infiltrieren. Die Fakten sprechen eine andere Sprache.
Fakten statt Mythen vom 17.05.2017

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«Eritreas junge Ausbrecher» heisst die eindrückliche Dokumentation von Jonas Dunkel über junge Eritreerinnen und Eritreeer, die vor dem Regime flüchten. Die Dokumentation mit asylsuchenden Eritreerinnen und Eritreern in der Schweiz hat ARTE Info im März 2017 ausgestrahlt.

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Fragwürdiges Urteil wider besseres Wissen

Laut Bundesverwaltungsgericht ist die illegale Ausreise bei Eritreern kein zureichender Asylgrund. «Dieses Urteil ist für uns inakzeptabel. Wider besseres Wissen beugt sich das BVGer dem öffentlichen Druck», sagt Miriam Behrens, Direktorin der SFH. Die SFH verlangt, dass das BVGer seiner Aufgabe als unabhängige Instanz künftig wieder gerecht wird.
SFH-Medienmitteilung vom 03.02.2017

Der UNO-Sonderberichterstatter für Migration bestätigt in einem Interview, dass sich die Lage in Eritrea in den letzten Jahren nicht verändert hat. Er kritisiert die verschärfte Asylpraxis der Schweiz gegenüber asyl-suchenden Eritreerinnen und Eritreern und sieht dafür keinen Grund. Die Schweiz müsste in jedem einzelnen Fall sicher sein, dass eine Rückkehr für diese Person unproblematisch sei.
«Migration lässt sich nicht stoppen, nur kontrollieren» Interview in der Berner Zeitung vom 17.02.2017

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Illegale Ausreisen aus Eritrea
Die eritreischen Behörden haben die legalen Ausreisemöglichkeiten massiv eingeschränkt. Männer unter 54 Jahren und Frauen unter 47 Jahren erhalten regelmässig keine Ausreisebewilligung, unabhängig davon, ob sie Militärdienst geleistet haben oder nicht. Auch zeugen Jehovas und Mitglieder anderer nicht registrierter religiöser Gruppen sowie Personen, die noch keinen Militärdienst geleistet haben oder kritisch gegenüber der Regierung stehen, erhalten keine Ausreisebewilligung.

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Umsetzung der Praxisänderung trotz limitierter Informationsgrundlage

Hintergrundinformationen der SFH-Länderanalyse über die Praxisänderung des Staatssekretariats vom Juni 2016

Fokus Eritrea - Hintergrundinformationen

In diesem Factsheet finden Sie aktualisierte Hintergrundinformationen zur Lage in Eritrea (Stand: 19. August 2016)

Eritreer bei Asylgesuchen strenger beurteilt - SFH fordert Rücknahme der Praxisänderung

Seit dem 23. Juni 2016 beurteilt das Staatssekretariat für Migration SEM die Asylgesuche von Menschen aus Eritrea wesentlich strenger, ohne jedoch dafür gesicherte Grundlagen gefunden zu haben. Die Praxisänderung wird die Sozialkosten von Eritreern für die Kantone erhöhen. mehr…

Ist die Schweiz über die Lage vor Ort informiert?

Solange die Schweiz keinen Einblick in Eritreas Lager und Gefängnisse erhält, um die Menschenrechtslage schlüssig beurteilen zu können, kann es keine diplomatischen Fortschritte geben. Bundesrat und Aussenminister Didier Burkhalter äusserte sich am 15. Juni 2016 im Rahmen der Sommersession des Ständerats unmissverständlich über die äusserst geringen Chancen, mit der Regierung in Asmara zusammen zu arbeiten. zum Video…

Menschenrechtslage nach wie vor unhaltbar

Nach einer Fact-Finding-Mission im vergangenen März in Eritrea kommt das Staatssekretariat für Migration (SEM) zum Schluss, dass die Men-schenrechtslage unter dem Regime Afewerki nach wie vor unhaltbar ist. Damit bestätigt das SEM die Recherchen der SFH-Länderanalyse.
SEM-Chef Mario Gattiker erläutert die Hintergründe im Tages-Anzeiger vom 09.05.2016

Auf welche Länderinformationen kann man sich verlassen?

Rubrik: Fakten statt Mythen vom 02.03.2016 / Die Eritrea-Reise von Parlamentsmitgliedern und ihre Schlüsse daraus befeuerte erwartungsgemäss die von gewissen politischen Kreisen wiederholt erhobene Forderung einer Neubeurteilung der Schweizerischen Asylpraxis zu Eritrea. Fakt ist, dass eine solche Reise nur einen begrenzten und unvollständigen Einblick in ein Land gewährt Um relevante und zutreffende Informationen für die Beurteilung von Asylgesuchen sicherstellen zu können, muss eine Recherche zwingend die Qualitätsstandards für Herkunftsländerinformationen (Country of Origin Information – COI) erfüllen. mehr…