Eritreische Jugendliche werden mit 15 Jahren von der Armee zwangsrekrutiert. Eines der kleinsten Ländern unterhält eine der grössten Armeen auf dem afrikanischen Kontinent. Foto: REUTERS/Jack Kimball

Eritrea

Hier finden Sie die neusten Artikel aus den Medien sowie unsere Analysen, Länderberichte und Schnellrecherchen über Eritrea.

Fragwürdiges Urteil wider besseres Wissen

Laut Bundesverwaltungsgericht ist die illegale Ausreise bei Eritreern kein zureichender Asylgrund. «Dieses Urteil ist für uns inakzeptabel. Wider besseres Wissen beugt sich das BVGer dem öffentlichen Druck», sagt Miriam Behrens, Direktorin der SFH. Die SFH verlangt, dass das BVGer seiner Aufgabe als unabhängige Instanz künftig wieder gerecht wird.

SFH-Medienmitteilung vom 03.02.2017

Der UNO-Sonderberichterstatter für Migration bestätigt in einem Interview, dass sich die Lage in Eritrea in den letzten Jahren nicht verändert hat. Er kritisiert die verschärfte Asylpraxis der Schweiz gegenüber asyl-suchenden Eritreerinnen und Eritreern und sieht dafür keinen Grund. Die Schweiz müsste in jedem einzelnen Fall sicher sein, dass eine Rückkehr für diese Person unproblematisch sei. 

«Migration lässt sich nicht stoppen, nur kontrollieren» Interview in der Berner Zeitung vom 17.02.2017

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Illegale Ausreisen aus Eritrea
Die eritreischen Behörden haben die legalen Ausreisemöglichkeiten massiv eingeschränkt. Männer unter 54 Jahren und Frauen unter 47 Jahren erhalten regelmässig keine Ausreisebewilligung, unabhängig davon, ob sie Militärdienst geleistet haben oder nicht. Auch zeugen Jehovas und Mitglieder anderer nicht registrierter religiöser Gruppen sowie Personen, die noch keinen Militärdienst geleistet haben oder kritisch gegenüber der Regierung stehen, erhalten keine Ausreisebewilligung.

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Umsetzung der Praxisänderung trotz limitierter Informationsgrundlage

Hintergrundinformationen der SFH-Länderanalyse über die Praxisänderung des Staatssekretariats vom Juni 2016

Fokus Eritrea – Hintergrundinformationen

In diesem Factsheet finden Sie aktualisierte Hintergrundinformationen zur Lage in Eritrea (Stand: 19. August 2016)

Eritreer bei Asylgesuchen strenger beurteilt – SFH fordert Rücknahme der Praxisänderung

Seit dem 23. Juni 2016 beurteilt das Staatssekretariat für Migration SEM die Asylgesuche von Menschen aus Eritrea wesentlich strenger, ohne jedoch dafür gesicherte Grundlagen gefunden zu haben. Die Praxisänderung wird die Sozialkosten von Eritreern für die Kantone erhöhen. mehr…

Ist die Schweiz über die Lage vor Ort informiert?

Solange die Schweiz keinen Einblick in Eritreas Lager und Gefängnisse erhält, um die Menschenrechtslage schlüssig beurteilen zu können, kann es keine diplomatischen Fortschritte geben. Bundesrat und Aussenminister Didier Burkhalter äusserte sich am 15. Juni im Rahmen der Sommersession des Ständerats unmissverständlich über die äusserst geringen Chancen, mit der Regierung in Asmara zusammen zu arbeiten. zum Video…

Menschenrechtslage nach wie vor unhaltbar

Nach einer Fact-Finding-Mission im vergangenen März in Eritrea kommt das Staatssekretariat für Migration (SEM) zum Schluss, dass die Men-schenrechtslage unter dem Regime Afewerki nach wie vor unhaltbar ist. Damit bestätigt das SEM die Recherchen der SFH-Länderanalyse.
SEM-Chef Mario Gattiker erläutert die Hintergründe im Tages-Anzeiger vom 09.05.2016

Auf welche Länderinformationen kann man sich verlassen?

Rubrik: Fakten statt Mythen vom 02.03.2016 / Die Eritrea-Reise von Parlamentsmitgliedern und ihre Schlüsse daraus befeuerte erwartungsgemäss die von gewissen politischen Kreisen wiederholt erhobene Forderung einer Neubeurteilung der Schweizerischen Asylpraxis zu Eritrea. Fakt ist, dass eine solche Reise nur einen begrenzten und unvollständigen Einblick in ein Land gewährt Um relevante und zutreffende Informationen für die Beurteilung von Asylgesuchen sicherstellen zu können, muss eine Recherche zwingend die Qualitätsstandards für Herkunftsländerinformationen (Country of Origin Information – COI) erfüllen. mehr…  

Eritrea – vage Blicke hinter die Fassade der Diktatur

Rubrik: Fakten statt Mythen vom 09.12.2015 / Seit etwa zwei Jahren behaupten Politiker wiederholt, die Menschenrechtslage in Eritrea habe sich verbessert und eritreische Asylsuchende könnten schon bald wieder zurückkehren. Jüngst haben Journalisten aus Eritrea berichtet, doch ihre Erkenntnisse liefern keine ausreichende Informationsgrundlage, um die Schweizer Asylpraxis zu ändern.

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Eritrea – keine Gründe für eine Änderung der Asylpraxis

Asyl 4/2015: SFH-Länderexpertin Alexandra Geiser

Seit letztem Jahr wird in Europa und auch in der Schweiz über die Einschätzung der tatsächlichen Verhältnisse in Eritrea gestritten. Expertinnen und Experten, Journalisten, loyale Unterstützende des eritreischen Regimes, Politiker, Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten sowie europäische, Migrationsdienste äussern sich mit oft diametral entgegengesetzten Analysen zur Situation in Eritrea. Zentral sind die Fragen zum Nationaldienst, zur Bestrafung von Desertion oder Wehrdienstverweigerung, zu den Haftbedingungen und Folter sowie zur Bestrafung der illegalen Ausreise.

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Dänischer Bericht: falsch und manipuliert

Was die SFH schon seit Monaten scharf kritisiert, kommt jetzt ans Licht: «Unsere Arbeit wurde politisch missbraucht, um die Asyl-Politik gegenüber Eritreern zu verschärfen», sagte der dänische Landesberichterstatter Jens Olesen am 26.08.2015 in der Rundschau im Schweizer Fernsehen. Eritreerinnen und Eritreer in der Schweiz bestätigen die schlimmen Zustände in ihrem Heimatland.
Eritrea-Flüchtlinge: Dänischer Experte warnt vor eigenem Bericht, SRF1 vom 28.08.2015
Rundschau vom 26.08.2015

Wenn eritreische Flüchtlinge rückkehren müssten…

Der Länderexperte und Ethnologe Magnus Treiber erklärt in einem Interview, warum die Lage in Eritrea vor allem für junge Menschen bedrohlich ist. Magnus Treiber führt auch für die Schweizerische Flüchtlingshilfe Bildungsveranstaltungen durch, zum Beispiel demnächst den Kurs «Flucht aus Eritrea – Frustration und Hoffnung» am 8. September 2015.

«Wer die Lage in Eritrea verharmlost, unterstützt die Propaganda der Diktatur», Berner Zeitung vom 06.08.2015

«Bedrohung Flüchtling»

Der Club auf SRF 1 vom 05.08.2015 auch mit Statements zur Lage in Eritrea:
Almaz Zerai, Ärztin, eritreische Aktivistin
Stefan Frey, Mediensprecher Schweizerische Flüchtlingshilfe
Eduard Gnesa, Sonderbotschafter Migration EDA
Susanne Hochuli, Regierungsrätin AG, Dept. Gesundheit und Soziales, Grüne
Hans-Ruedi Hottiger, Stadtammann Zofingen, parteilos

Sechs Behauptungen zu Eritrea

Wie ist die politische Lage in Eritrea? Was geschieht mit Wehrdienst-Verweigerern?

Sklaverei in Eritreas Nationaldienst

Der Nationaldienst in Eritrea gelte gemäss Völkerrecht als moderne Sklaverei, sagt Veronic Almedom. Sie ist Mitbegründerin des Vereins «Stop Slavery in Eritrea». Viele Eritreerinnen und Eritreer in der Schweiz engagieren sich für transparente Informationen zur Lage in Eritrea. In der Gemeinde Heiden, Appenzell Ausserrhoden, haben sie deshalb einen Kongress organisiert. 

Flüchtlinge dürfen reisen – aber nicht in die Heimat

In der letzten Woche haben die SVP und verschiedene Medien den Vorwurf erhoben, dass anerkannte Flüchtlinge und Asylbewerber häufig in ihre Heimatländer reisten, obwohl sie dort angeblich politisch verfolgt werden. Das Staatssekretariat für Migration wehrt sich entschieden gegen diese Kritik.

Beitrag in SRF/Echo der Zeit vom 19. Juli 2015

Keine bilateralen Hilfsgelder für Eritrea

Namhafte Wissenschaftler aus aller Welt, eritreische Aktivisten und ehemalige Diplomaten kritisieren die EU, dass sie bilaterale Hilfsgelder (312 Millionen Euro) trotz der schlechten Menschenrechtssituation an Eritrea bezahlen wollen. Die Hilfe sei darauf ausgerichtet, den Exodus aus Eritrea einzudämmen, was so aber nicht funktionieren würde. Die Gelder sollen nicht bezahlt werden, solange Eritrea die Sonderberichterstatterin des UNO-Menschenrechtsrats nicht ins Land lasse. Zudem kritisieren sie in einem längeren Statement noch einmal Bericht des Dänischen Migrationsdienstes und bestätigen, dass sich die Situation in Eritrea nicht verbessert hat.

Medienmitteilung vom 1. April 2015 (Englisch): Rewarding repression: Proposals to aid the Eritrean government

Statement vom 31. März 2015 (Englisch): Statement on EU Asylum and aid policy to Eritrea

Zwangsrekrutierung von Kindern in Eritrea

Die Asylgesuche von Menschen aus Eritrea in der Schweiz haben einen Höchststand erreicht. Politische Kreise wollen deshalb, dass der Bund seine Asylpraxis zu Eritrea neu beurteilt. Eine aktuelle Recherche der Schweizerischen Flüchtlingshilfe zeigt, dass das Regime am Horn von Afrika selbst Kinder in Militärcamps rekrutiert.
Lesen Sie die SFH-Eigenrecherche vom 22. Januar 2015

Eritrea: SFH-Medienmitteilung vom 22. Januar 2015

Bericht der SFH widerlegt Beschönigungen zur Lage in Eritrea

«En Erythrée, la situation des droits de l’homme ne s’améliore pas»

Durée indéfinie du service militaire, arrestations et détentions arbitraires, conditions de détention difficiles: toutes ces violations des droits de l’homme ne permettent pas aux Erythréens d’entrevoir un futur dans leur pays.
Swissinfo 30.12.2014

Ein Eritreer an vorderster Front

Ein Eritreer an vorderster Front: Priester Mussie Zerai ist Seelsorger und betreut über 20’000 Eritreerinnen und Eritreer in der Schweiz. 24.12.2014

NZZ vom 24. Dezember 2014.

Schwierige Situation in Eritrea

Die Situation in Eritrea ist schlimm. Punkt. 28.10.2014

In der NZZ vom 28. Oktober 2014 beschreibt der Journalist, Ethnologe und Afrikaspezialist David Signer die Situation in Eritrea.

Bericht der SFH widerlegt Beschönigungen zur Lage in Eritrea