Integration ohne Einfluss auf Rückkehr

Ein Bericht des Bundesrates zeigt: Wegen der Integrationsmassnahmen entscheiden sich Flüchtlinge nicht für einen bestimmten Zufluchtsort. Auch ist die Qualität des Integrationsangebots nicht massgebend, ob jemand ins Heimatland zurückkehrt oder nicht.

Der auf Anregung eines Postulats der SVP erstellte und am 20.12. publizierte Bericht des Bundesrates „Migration. Langfristige Folgen der Integration“ bestätigt die aktuelle Migrations- und Asylpolitik der Schweiz. Er zeigt auf, dass sowohl die im März neu eingeführten beschleunigten Asylverfahren wie auch die im Mai dieses Jahres neu gestartete Integrationsagenda keinen massgeblichen Einfluss darauf haben, dass Menschen in die Schweiz flüchten. Die Bemühungen des Bundes und der Kantone um eine ausgebaute, frühzeitige Integration mit mehr Sprachkursen sowie beruflichen Qualifikationsmassnahmen ist nicht ausschlaggebend dafür ist, dass Geflüchtete wieder in ihr Land zurückkehren. Entscheidend für die Schutzsuchenden ist vielmehr eine Verbesserung der Situation im Herkunftsland.

Der Bericht des Bundesrates auf der Basis aktueller Studien zum Zusammenhang zwischen Migration, Integration und Rückkehr verdeutlicht den aktuellen Common Sense der Migrationswissenschaft: Die Hintergründe von Migrationsbewegungen sind vielfältig und komplex. Das so genannte Push-Pull-Modell, das einerseits auf Druck im Herkunftsland und andererseits auf Sogwirkungen von Migrationsdestinationen abstützt und immer wieder im asylkritischen Diskurs auftaucht, qualifiziert der Bericht als undifferenziert und unzureichend.

Die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) begrüsst den Bericht des Bundesrates zum heutigen Forschungsstand, stützt er doch auch deren Erkenntnisse und Haltungen. Es ist im Interesse der Schweiz, dass die Integration von Geflüchteten möglichst frühzeitig erfolgt und weiter verbessert wird.
Der Bericht trägt zu einer sachlicheren und differenzierteren Auseinandersetzungen in der Schweizer Asyl- und Integrationspolitik bei.