Asylsuchende im Testzentrum in Zürich Altstätten © René Worni

Integrationsvertrag: ein taugliches Instrument für die Integration?

Die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH begrüsst Initiativen zur Verbesserung der Integration von Ausländern und Ausländerinnen. Dabei sind beide Seiten gefordert.

Es braucht sowohl eine Bereitschaft zur Integration in eine neue Kultur als auch die Bereitschaft der ansässigen Bevölkerung sowie des Staates, die Neuankömmlinge aufzunehmen. Es braucht Information und Angebote wie Sprachkurse. Integration ist nicht nur eine Frage der Absicht sondern insbesondere auch eine Frage der realen Möglichkeiten.

Vor diesem Hintergrund greift die in den Medien angestossene Diskussion über die Verbesserung der Integration von Ausländern klar zu kurz. Dieser Integrationsvertrag im Blick stellt einseitig Forderungen an die Migranten und Migrantinnen, enthält aber keinerlei Angebote und Rechte. Integrationsvereinbarungen sind klar nicht die Kernkompetenz des Blicks. Die Behörden sind dafür verantwortlich. Bereits heute schliessen die Kantone teilweise Integrationsvereinbarungen mit Migranten und Migrantinnen ab.

Die Blick-Kampagne wirft darüber hinaus alle Ausländer in den gleichen Topf, unabhängig davon, ob es sich um Arbeitsmigranten oder um schutzbedürftige Menschen handelt. Die Voraussetzungen und Möglichkeiten für eine Integration in der Schweizer Gesellschaft und Wirtschaft sind jedoch für jede Gruppe völlig unterschiedlich. Für vorläufig Aufgenommene bestehen beispielsweise grosse Hürden beim Zugang zum Arbeitsmarkt.

Die SFH begrüsst Integrations-Initiativen, die reale Lösungsansätze bieten. Allein mit Forderungen ist es nicht getan. Es braucht dafür nebst einem Zugang zu geeigneten Angeboten für sämtliche hier lebenden Migranten und Migrantinnen vor allem auch den Dialog zwischen den Menschen. Sowohl die ansässige Bevölkerung als auch die Ankommenden müssen sich aufeinander zu bewegen, um Vertrauen und Verständnis zu schaffen.

Miriam Behrens

Direktorin SFH