Gewalt in Asylzentren: Unterbringungskonzept ändern

Angesichts der Medienberichte über eine Verdoppelung der Gewalt-Vorfälle in Asylunterkünften im ersten Quartal 2016 fordert die SFH eine Änderung des Unterbringungskonzepts in den Asylzentren des Bundes, insbesondere mehr Betreuung statt Sicherheitsmassnahmen, mehr Beratung und Privatsphäre.

Die Gewalt in den Asylzentren des Bundes steigt, titelte die SonntagsZeitung am 28.08.2016. Die Vorfälle haben sich im ersten Quartal 20166 verdoppelt. Als Reaktion auf die Zustände hat das Staatssekretariat für Migration (SEM) das Sicherheitsdispositiv verstärkt, etwa in den Empfangszentren Altstätten (SG) und Kreuzlingen (TG). Das kritisiert die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH. Sie fordert, dass der Bund sein Unterbringungskonzept ändert. «Statt auf Sicherheitsdienstleistungen zu setzen, würde es mehr bringen, in die Betreuung zu investieren», sagt Direktionsmitglied Constantin Hruschka. (Siehe auch die Reportage auf Watson «Das Leben im Bunker – ein Besuch in der Asylunterkunft in Aarau.»)

Mehr Betreuung statt Sicherheitsmassnahmen

Angesichts dieser Befunde fordert die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH eine Änderung des Unterbringungskonzeptes, vor allem mehr Betreuung der Asylsuchenden, anstatt eine ständige Verschärfung der Sicherheitsmassnahmen:

  • Die Unterirdische Unterbringung von Asylsuchenden darf nur vorübergehend und befristet sein.
  • Es braucht sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten.
  • Betreuung statt mehr Sicherheitsmassnahmen.
  • Die Asylsuchenden müssen über den Stand ihres Asylverfahrens informiert sein (Dauer, Absehbarkeit) damit sie eine Perspektive für die unmittelbare, mittelfristige aber auch längerfristige Zukunft haben.
  • Es ist für genügend Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten zu sorgen