Niemand kann alles tun, aber jede und jeder kann etwas tun

Auf Einladung des EDA hat sich am 24. November 2015 eine Delegation der Schweizerischen Flüchtlingshilfe SFH mit dem Stellvertretenden UNO-Generalsekretär Jan Eliasson getroffen.

Der aus Schweden stammende Jan Eliasson verfügt über einen breiten Erfahrungshintergrund im Bereich der humanitären Politik und der Flüchtlingsarbeit. Bevor er zu den Vereinten Nationen wechselte, hatte er hohe diplomatische Positionen in seinem Heimatland inne, unter anderem als Aussenminister. Während seines Besuchs in der Schweiz sprach Jan Eliasson unter anderem am Demokratie-Forum des «International Institute for Democracy and Electoral Assistance» (IDEA) und hatte ein Treffen mit Aussenminister Didier Burkhalter.

Das Treffen mit der SFH war hauptsächlich den aktuellen Herausforderung in der Migrations- und Flüchtlingsdiskussion gewidmet. Der Fokus lag dabei  auf der Position der Schweiz und Europas im weltweiten Diskurs. Einigkeit bestand darüber, dass Europa und der hier eine Vorbildfunktion zukommt, andernfalls ist es anderen weniger entwickelten Ländern nur schwer zu vermitteln, warum sie in grossem Umfang Flüchtlinge aufnehmen sollten. In dem inspirierenden und motivierenden Gespräch zeigte sich auch ein gemeinsames Verständnis darüber, dass der von negativer Rhetorik und von Problemnarrativen beherrschte Migrationsdiskurs eine zentrale Herausforderung darstellt.

Niemand kann alles tun, aber jede und jeder kann etwas tun

Die Teilnehmenden waren sich einig, dass Migration zu selten als normales Phänomen und noch seltener als bereichernd und positiv dargestellt wird. Kreativität, neue Lösungen und vor allem die Chance eines friedlichen Austausches, die sich als zentrale Elemente von Migrationsgesellschaften erweisen, träten zu oft in den Hintergrund. Ein weiterer Fokus des Austausches lag auf dem oft fehlenden Link zwischen der generellen Migrationsdiskussion und der Asyldebatte. Nur durch eine Verbindung beider Debatten auf verschiedensten Ebenen (global, regional, national, kantonal und auf Gemeindeebene) könne es gelingen, den vorherrschenden Negativdiskurs nachhaltig zu verändern und entsprechenden Einfluss auf politische Prozesse zu nehmen. In diesem Kontext fasste der Stellvertretende UNO-Generalsekretär die Bedeutung gemeinsamen sowie persönlichen Engagements wie folgt zusammen: „Niemand kann alles tun, aber jede und jeder kann etwas tun.“