Foto: Sea-Watch

Seenotrettung: Die Schweiz muss sich aktiv beteiligen

Angesichts der humanitären Katastrophe im Mittelmeer fordern die SFH, ihre Mitgliederhilfswerke und das Schweizerische Rote Kreuz, dass die Schweiz einen aktiven Beitrag zur Seenotrettung im Mittelmeer leistet. In einem offenen Brief appellieren sie an Bundesrätin Karin Keller-Sutter, umgehend die erforderlichen Massnahmen zu ergreifen. Die Schweiz darf nicht länger abseits stehen. Sie trägt eine Mitverantwortung für das Sterben im Mittelmeer.

Hilfswerke fordern Bundesrat zum Handeln auf

Mit grösster Besorgnis beobachten die SFH, ihre Mitgliedorganisationen und das SRK die verheerenden Zustände in Libyen und die unhaltbare Situation auf dem Mittelmeer, wo Europa Menschen ertrinken lässt, die Schutz und eine menschenwürdige Zukunft für sich und ihre Familien gesucht haben. Die Schweiz setzt sich seit Jahren international für eine Flüchtlingspolitik ein, die auf Solidarität basiert und die Grundsätze der Menschenrechte berücksichtigt. Die SFH, ihre Mitgliederhilfswerke und das SRK anerkennen dieses Engagement. Doch beteiligt sich die Schweiz nur zögerlich an Lösungen und schafft zu wenig legale und sichere Fluchtwege in die Schweiz.

Gemeinsam appellieren die SFH, ihre Mitgliederhilfswerke und das SRK in einem offenen Brief an Bundesrätin Karin Keller-Sutter, umgehend folgende Massnahmen zu ergreifen:

1. Die Schweiz als sicherer Hafen: Die Schweiz setzt sich auf bilateraler und multilateraler Ebene ein für einen sofortigen europäischen Notfallmechanismus zur Verteilung von Geflüchteten, die aus Seenot gerettet werden. Sie beteiligt sich dazu aktiv an der Koalition der willigen Staaten, die dem Sterben im Mittelmeer nicht mehr tatenlos zusehen wollen.

2. Evakuierung von Menschen aus Libyen: Zusätzlich müssen Menschen sofort direkt aus Libyen evakuiert werden. Die Schweiz sollte Hand bieten zu einer Lösung und die Soforthilfe für die betroffenen Menschen vor Ort stärken.

3. Sichere Fluchtwege stärken: Um die humanitäre Katastrophe entlang der Mittelmeerroute zu beenden, braucht es zwingend mehr Plätze für Kontingentsflüchtlinge. Es ist die einzig langfristig tragbare Lösung, um Menschen, die Schutz vor Verfolgung suchen, nicht auf lebensgefährliche Fluchtwege zu zwingen.

4. Aufbau und Mitfinanzierung der Seenotrettung: Die europäischen Staaten dürfen die Verantwortung für Seenotrettung nicht länger auf private Organisationen abwälzen, sondern müssen sie wieder selbst übernehmen. Die Schweiz sollte sich für den Aufbau eines dauerhaften, europäisch organisierten Seenotrettungssystems engagieren und sollte sich auch finanziell und operativ daran beteiligen.

Rückfragen:
Eliane Engeler, Mediensprecherin SFH, media@fluechtlingshilfe.ch; Direkt/Mobile (Umleitung): +41 31 370 75 15

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