2018

Land in Sicht – Hand reichen zur Aufnahme
Viele Flüchtlinge, die in der Schweiz Schutz suchen, durchlaufen eine lange Odyssee bis sie sich richtig aufgenommen fühlen. Ihre oft schwierigen Ankunftsgeschichten stehen an den diesjährigen Flüchtlingstagen und besonders am nationalen Tag des Flüchtlings am Samstag, 16. Juni 2018 im Zentrum. Partnerorganisationen der Schweizerischen Flüchtlingshilfe SFH bieten der Bevölkerung zusammen mit hunderten freiwilligen Helferinnen und Helfern an über 80 Anlässen die Möglichkeit, direkt mit geflüchteten Menschen in Kontakt zu treten. Die SFH ist als Dachverband in Basel, Bern, Lausanne und Zürich präsent.

Vorläufige Aufnahme: Es braucht weit mehr als eine Minireform
Die heute vom Parlament beschlossenen Anpassungen bei der vorläufigen Aufnahme sind ein erster zaghafter Schritt in die richtige Richtung. Doch das genügt nicht. Die SFH bedauert, dass sich das Parlament nur zu einer Minireform durchringen konnte, die keine nachhaltigen Verbesserungen bringt. Um den Betroffenen tatsächlich eine rasche Integration in Gesellschaft und Arbeitsmarkt zu ermöglichen, sind daher weitere Massnahmen zwingend nötig. Nur so lassen sich hohe Folgekosten vermeiden.

Qualität Rechtsschutz ungenügend definiert
Der Bundesrat hat das letzte Paket zur Umsetzung der beschleunigten Asylverfahren verabschiedet. Das Resultat ist ernüchternd: Die praktischen Erfahrungen aus dem Testbetrieb sind zu wenig eingeflossen. Wichtige Bedingungen für den fairen und rechtsstaatlichen Ablauf der beschleunigten Verfahren sind dadurch nicht erfüllt. Namentlich diverse Verfahrensfristen sind zu kurz angesetzt, um einen wirksamen Rechtsschutz zu gewährleisten. Zudem tragen die künftigen Rechtsvertretungen bei Gesuchsschwankungen einen Grossteil des finanziellen Risikos.

Der ehemalige Bundeshausredaktor Peter Meier ist neuer Leiter Asylpolitik bei der SFH
Peter Meier ist bei der Schweizerischen Flüchtlingshilfe ab sofort als Leiter Asylpolitik tätig. In dieser neu geschaffenen Stabstelle der Direktion begleitet er den öffentlichen und politischen Diskurs und ist damit auch Hauptansprechpartner für die Medien. Der 53-Jährige hat die schweizerische und europäische Migrationspolitik während Jahren als Bundeshausredaktor für die Tamedia AG begleitet. Er ist daher bestens mit dem Dossier vertraut und mit den wichtigsten Akteuren vernetzt.

Gute Anreize des Bundes – löbliches Bekenntnis der Kantone für bessere Integration
Die SFH zur Integrationsagenda von Bund und Kantonen für eine aktivere Integration mit klaren Auflagen und besserer Finanzierung: Die SFH begrüsst die gemeinsam ausgehandelte Integrationsagenda von Bund und Kantonen. Die Abgeltungspauschale von neu 18‘000 Franken mit klaren Auflagen für die Integration zu verbinden, ist ein klares Bekenntnis beider Parteien zur besseren Integration. Dank zusätzlicher finanzieller und personeller Ressourcen erhalten Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene damit nun viel bessere Perspektiven. Dass der Bund die Betreuung von unbegleiteten Minderjährigen aus dem Asylbereich (MNA) finanziell entscheidend mitträgt, ist für die Kantone eine grosse Entlastung. Umso mehr stehen sie nun in der Pflicht, die Empfehlungen der Sozialdirektorenkonferenz (SODK) zur Betreuung von MNA umzusetzen. Die SFH fordert nun, dass der Bund mit den Kantonen auf Verordnungsebene möglichst verbindliche Vorgaben zur Umsetzung der Integrationsagenda festlegt.

Aufruf gegen die Aufhebung der vorläufigen Aufnahme für Eritreerinnen und Eritreer
Die Mitgliedorganisationen der Schweizerischen Flüchtlingshilfe appellieren an Bundesrätin Sommaruga die Praxisänderung zurückzunehmen.

Restriktionen gegenüber Eritreern sind keine Lösung
Die SFH zum Entscheid des EJPD und SEM, den Status von 3200 Eritreerinnen und Eritreern zu überprüfen: Die SFH fordert das EJPD und das Staatssekretariat für Migration (SEM) mit aller Schärfe dazu auf, dass sie unverzüglich davon Abstand nehmen, die vorläufige Aufnahme von Eritreerinnen und Eritreern zu überprüfen und ihnen diesen Status abzusprechen. Diese Personen in das Prekariat der Nothilfe abzudrängen und von der Integration auszuschliessen, ist keine Lösung. Weil die Lage in Eritrea nach wie vor höchst unsicher ist, können Betroffene nicht in ihr Heimatland zurückkehren und bleiben in der Schweiz. Statt vor dem politischen Druck zu kapitulieren, stünde es dem Bund besser an, seine humanitäre Tradition zu verteidigen und die Rechtsstaatlichkeit aufrecht zu erhalten.

Legale Fluchtwege
Die Schweiz muss ihre humanitäre Verantwortung wahrnehmen: HEKS und SFH fordern sichere und legale Zugangswege für 10‘000 Flüchtlinge.

Das 7. Schweizer Asylsymposium ist eröffnet
Die siebte Ausgabe des Schweizer Asylsymposiums beginnt heute in Bern. Thema ist „Solidarität im Flüchtlingsschutz – Von der globalen Verantwortung zum konkreten Auftrag“. Die von UNHCR und SFH organisierte Fachtagung versammelt alle zwei Jahre die zentralen Akteure und politisch Verantwortlichen im Asylbereich. Bundesrätin Simonetta Sommaruga und Volker Türk, UNHCRs Assistant High Commissioner (Protection), haben die diesjährige Ausgabe, die unter dem Zeichen der geteilten Verantwortung steht, eröffnet.