Internationale Konferenz der Kontaktgruppe Mittelmeer: Schweizer Ansätze sind positiv – lösen das Problem aber nicht

Die Schweizerische Flüchtlingshilfe begrüsst es, dass die Kontaktgruppe Mittelmeer die katastrophale Situation von rund einer Million Migranten und Flüchtlingen in Nordafrika aktiv angehen will. Diese Menschen brauchen dringend Schutz. Doch solange die europäischen Länder gleichzeitig die Migrantenströme in Nordafrika mit Hilfe der Küstenwache rechtswidrig blockieren, machen sie sich mitschuldig an den desaströsen Zuständen. Die SFH fordert die Staatengemeinschaft auf, die Fluchtursachen zu bekämpfen anstatt auf Abschottung zu setzen.

Die von der Schweiz vorgebrachten Ideen, gemeinsam mit dem UNO Flüchtlingshilfswerk UNHCR die Situation in den Haftzentren zu verbessern und besonders gefährdete und schutzbedürftige Personen aus den Lagern direkt nach Europa zu holen, wertet die Schweizerische Flüchtlingshilfe positiv. Denn die Situation in Libyen, wo hunderttausende Migranten Schutz suchen, ist katastrophal. Ausbeutung und Gewalt an Flüchtlingen stehen in den Haftzentren auf der Tagesordnung.  Grund dafür ist die rechtswidrige Grenzschliessung durch die von Europa unterstützte Küstenwache. Auch die Schweiz leistet dazu einen finanziellen Beitrag.

„Angesichts der menschlichen Tragödie in den Haftzentren sind die von der Schweiz vorgeschlagenen Massnahmen wichtig und richtig – sie stellen aber nur einen Tropfen auf den heissen Stein dar“, hält Miriam Behrens, Direktorin der SFH, fest. Indem Europa die korrupte und teilweise von Warlords geführte Küstenwache finanziere, mache es sich mitverantwortlich für die unsägliche Misere in Libyen.

Ziel muss Ursachenbekämpfung sein

Die SFH fordert, dass sich die Staatengemeinschaft vermehrt für konkrete Hilfeleistungen in den Herkunftsländern und entlang der Fluchtrouten einsetzt, bevor die Betroffenen nach Libyen gelangen. Resettlement  ist ein wichtiges Instrument, um vulnerablen Flüchtlingen und damit  jenen, die am meisten Schutz brauchen, zu helfen. Zugleich gilt es aus Sicht der SFH auch andere legale Zufluchtswege wie den Familiennachzug und humanitären Visa zu fördern. „Die einzige nachhaltige Lösung setzt bei der Ursachenbekämpfung an. Der Fokus muss daher auf der Konfliktprävention und der weltweiten Armutsbekämpfung liegen“, hält Miriam Behrens fest.

Rückfragen:
Stefan Frey, Mediensprecher SFH, stefan.frey@fluechtlingshilfe.ch;
079 509 47 89.

Medienmitteilung herunterladen