Foto: Demonstration auf dem Bundesplatz /SFH

80 Jahre Schweizerische Flüchtlingshilfe – heute wichtiger denn je

Seit 80 Jahren setzt sich die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH für Menschen ein, die in der Schweiz Schutz vor Krieg und Verfolgung suchen. Ihre Aufgabe ist 2016 mindestens so wichtig, wie bei ihrer Gründung 1936, denn heute sind mehr Menschen auf der Flucht als je zuvor. Ging es in den ersten Jahren um die unmittelbare Lebensrettung von Asylsuchenden aus umlie-genden Ländern, liegt heute die Herausforderung bei der Integration der Flüchtlinge in Gesellschaft und Wirtschaft.

Am 17. Juni 1936 gründeten dreizehn schweizerische Hilfswerke mit unterschiedlicher konfessioneller, politischer und sozialer Ausrichtung in Olten die «Schweizerische Zentralstelle für Flüchtlingshilfe» (SZF). Gründungsmitglieder waren unter anderem der Verband Schweizerischer Israelitischer Armenpflegen (VSIA, heute VSJF), die gewerkschaftlich-sozialdemokratische Schweizerische Flüchtlingshilfe (heute: SAH) und die katholische Caritas. Später traten auch das Hilfswerk der evangelischen Kirchen HEKS, die Schweizerische Heilsarmee und Amnesty Schweiz der SFH als Mitglieder bei. Aus dem anfänglichen Zentralsekretariat in Basel mit einer Teilzeit-Schreibkraft ist eine mittelgrosse Nichtregierungs-Organisation (NGO) mit Sitz in Bern und vierzig Angestellten geworden. 1991 wurde sie in Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) umbenannt. Direktorin der SFH ist seit dem 1. März 2016 Miriam Behrens.

Seit dem Anfang an der Seite der Flüchtlinge

Gegründet um in die Schweiz fliehende Opfer des Naziregimes zu unterstützen entwickelte sich die SZF im zweiten Weltkrieg zum zentralen Koordinations-, Kommunikations- und Lobbyorgan für die Anliegen der Flüchtlinge. In der unmittelbaren Nachkriegszeit kamen neue Herausforderungen und Aufgaben dazu: die Rechtsberatung, die Rückführung von Kriegsvertriebenen in ihre Heimatländer und die Einrichtung des Dauerasyls für durch Alter und Krankheit reiseunfähige Flüchtlinge. Seit den siebziger Jahren prägen das wachsende Flüchtlingselend der Dritten Welt sowie zahlreiche regionale Konflikte und Kriege die Arbeit der SZF.

Seit 5. Juni 2016 mit neuem Schub

Seit den Balkankriegen war die innenpolitische Stimmung geprägt von einer zunehmenden Abgrenzung gegenüber Asylsuchenden: in elf (!) Asylgesetzrevisionen wurden die Aufnahme- und Lebensbedingungen der in der Schweiz Schutz suchenden Menschen sukzessive verschlechtert. Das Thema „Flucht und Asyl“ wurde zum Politikum, die populistische Hetze gegen Asylsuchende entzweite zeitweise die Schweiz. Am 5. Juni 2016 sprach sich die Bevölkerung an der Urne für einen umfassenden und unentgeltlichen Rechtsschutz sowie rasche und faire Verfahren für Asylsuchende aus. Damit sind aus der Sicht der SFH endlich ein pragmatischer Diskurs und konkrete Lösungen für die aktuellen Probleme möglich.

Jetzt in Integration investieren!

Nach dem Entscheid für beschleunigte Asylverfahren braucht es jetzt ein Investitionsprogramm für die Integration. Frauen, Männer und Kinder, die in der Schweiz Schutz erhalten, müssen hier ein Leben aufbauen können, um in der Mitte der Gesellschaft anzukommen. Sie brauchen ab dem ersten Ankunftstag Sprachkurse und nach dem Asylentscheid eine rasche und unkomplizierte Eingliederung in die Berufswelt. Aus- und Weiterbildungsangebote sind dafür genauso zentral wie der Abbau von bürokratischen Hürden für Arbeitgeber. Die SFH und ihre Mitglieder werden sich in den nächsten Jahren verstärkt diesen Themen verschreiben und gesamtschweizerisch mithelfen, bessere Integrationsbedingungen zu schaffen.

Rückfragen:

Miriam Behrens, Direktorin SFH, miriam.behrens@fluechtlingshilfe.ch

Stefan Frey, Mediensprecher und stv. Leiter Kommunikation, Tel. 031 370 75 15 oder 079 509 47 89. stefan.frey@fluechtlingshilfe.ch

 

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