Einander begegnen und voneinander lernen

Zahlreiche Organisationen in der ganzen Schweiz setzen sich an den diesjährigen Flüchtlingstagen vom 20. und 21. Juni für die soziale Integration von Flüchtlingen ein. Am Wochenende bietet sich an vielen Orten die Gelegenheit, Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zu begegnen, Beziehungen zu pflegen und Integration zu leben – oder sich als «Dream-Team» zu bewerben.

Die seit 1980 gefeierten Flüchtlingstage sind aktueller denn je. Noch nie seit dem zweiten Weltkrieg waren weltweit so viele Menschen auf der Flucht. Kaum ein Tag vergeht ohne bestürzende Nachrichten aus Syrien, dem Irak, aus den Krisengebieten am Horn von Afrika oder von Flüchtlingen, die in ihrer Not unter Lebensgefahr das Mittelmeer überqueren.

Das Gebot der Stunde heisst deshalb: Solidarität mit den Schwächsten zeigen und Schutzbedürftige integrieren. Quer durch die Schweiz, vom Wallis bis nach Zürich, vom Lac Léman bis an den Bodensee und von Basel bis nach Lugano finden am 20. und 21. Juni Tage der Begegnung statt. Die Vielfalt der kulturellen Angebote reicht von Konzerten über Infoaktionen, Märkte, Ansprachen und Podiumsdiskussionen bis hin zu Theaterstücken und einem Auftritt der amtierenden Miss Schweiz. Weil die Integration bekanntlich durch den Magen geht, gehören auch Spezialitäten aus allen Regionen der Welt dazu. Die Website www.dream-teams.ch gibt über die Veranstaltungen in allen Landesteilen der Schweiz Auskunft. Ausserdem ist Migradio, das Radio der Flüchtlingstage 2015, mit Kurzbeiträgen auf privaten Radiostationen zu hören.

Die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH, das Staatssekretariat für Migration SEM und das UNO-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR setzen sich gemeinsam dafür ein, dass anerkannte Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene einen besseren Zugang zum gesellschaftlichen und beruflichen Leben in der Schweiz erhalten. Zu diesem Zweck haben sie am 1. Juni bereits zum zweiten Mal den Wettbewerb «Dream-Teams» lanciert. Er soll sichtbar machen, dass Integration gelingen kann, wenn wir uns engagieren und einen Beitrag leisten, sei es in der Nachbarschaft, bei der Arbeit oder in einem Verein. Dieses freiwillige Engagement trägt entscheidend dazu bei, dass anerkannte Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. «Dream-Teams» machen Mut und stehen für eine offene Willkommenskultur gegenüber Menschen, die fremd sind in unserem Land. Interessierte «Dream-Teams» können sich bis am 14. August auf www.dream-teams.ch anmelden und sich um den Titel des besten «Dream-Teams» der Schweiz bewerben.

Oft braucht es gar nicht viel, damit Integration gelingt. Im lebhaften Oberwalliser Dorf Gampel zum Beispiel singen Kassahun Tigabu aus Äthiopien und der Gampler Gemeindepräsident Konrad Martig gemeinsam im Kirchenchor. Gegenseitiger Respekt und ihr freundschaftlicher Umgang zeichnet die beiden als «Dream-Team» aus. Auch die letztjährigen Dream-Team-Gewinnerinnen Manuela aus der Schweiz und Emine aus Kurdistan verbindet einerseits Freundschaft wie auch ein Integrationsprojekt, das Emine vor neun Jahren gegründet hat. Manuela ist bei Emine angestellt und unterstützt Flüchtlinge, die in der Schweiz eine Lehre absolvieren.

Zahlreiche weitere Beispiele dieser gelebten Integration sind auf www.dream-teams.ch abrufbar. Im Rahmen des diesjährigen Wettbewerbes kommen laufend neue dazu.

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