Syrien: Die Schweiz soll handeln!

Verletzliche Personen aus Syrien, die Verwandte in der Schweiz haben, sollen einreisen können. Die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH erhält fast täglich verzweifelte Anrufe von in der Schweiz ansässigen Syrerinnen und Syrern. Sie wollen nur eines: ihre an Leib und Leben bedrohten Verwandten in der Schweiz in Sicherheit bringen. Nach der Abschaffung des Botschaftsverfahrens sieht die SFH nun dringenden Handlungsbedarf. Das von den Politikern als Ersatz angebotene «humanitäre Visum» scheint nicht zu funktionieren.

Seit dem Ausbruch des syrischen Bürgerkrieges hat die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH den Bundesrat mehrfach dazu aufgerufen, die in der Vergangenheit bewährte Flüchtlingskontingents-politik wieder aufzunehmen und so einen solidarischen Beitrag zur Linderung des ungeheuren Flüchtlingselends zu leisten. «Aber passiert ist fast gar nichts und während die offizielle Schweiz wegschaut, nimmt die Tragödie ihren Lauf», stellt SFH-Generalsekretär Beat Meiner fest. «Die Schweiz hat gerade mal ein Kontingent von 37 Personen die Einreise in die Schweiz ermöglicht – gegenüber mehr als vier Millionen Menschen, die als Flüchtlinge im eigenen Land und in den Lagern der umliegenden Nachbarländer ausharren!»

Aber Kontingente sind nicht das Einzige, was die Schweiz in freier Entscheidung tun kann. Die Schweiz kann sich für besonders verletzliche Menschen einsetzen: Familien mit Kindern, Kranke, Verletzte.

Was zu tun ist
«Die SFH fordert den Bundesrat auf, für syrische Flüchtlinge und insbesondere für verletzliche Personen, die Verwandte in der Schweiz haben, sofort die Visa-Verfahren auf das bürokratische Minimum zu reduzieren», so Beat Meiner.

Die Schweiz muss ein Zeichen der Menschlichkeit setzen und das humanitäre Visum für Schutzsuchende aus Syrien umgehend und erleichtert zur Anwendung bringen. Nach Informationen der SFH bestehen bezüglich des humanitären Visums grosse Unsicherheiten. «Das von der Politik als Ersatz für das Botschaftsverfahren angebotene humanitäre Visum darf nicht zur leeren Worthülse verkommen. Die Glaubwürdigkeit der Schweizer Flüchtlingspolitik steht auf dem Spiel», warnt der Generalsekretär der SFH.

Der Türkei, dem Libanon und Jordanien muss sofort wirksame Hilfe geleistet werden, damit durch die dort täglich eintreffenden syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge die Situation nicht eskaliert und so noch mehr Flüchtlingselend geschaffen wird. Die SFH fordert deshalb auch eine markante Aufstockung der Hilfe für das UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge UNHCR vor Ort.

Rückfragen
Beat Meiner, Generalsekretär SFH, Tel. 031 370 75 75 oder 079 239 27 19 (elektronische Medien), beat.meiner@fluechtlingshilfe.ch oder
Stefan Frey, Mediensprecher SFH, Tel. 079 509 47 89,
stefan.frey@fluechtlingshilfe.ch.

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