Nothilfesystem fördert das Untertauchen von abgewiesenen Asylsuchenden

Die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH hat bereits bei der Gesetzesrevision 2004 davor gewarnt, dass ein Teil der abgewiesenen Asylsuchenden untertauchen, falls sie aus der Sozialhilfe ausgeschlossen würden.

Heute verfügen wir über Zahlen, die dieses Phänomen bestätigen. Laut einer SDA-Meldung vom 12. Januar 2012 tauchen immer mehr abgewiesene Asylsuchende unter anstatt Nothilfe zu beantragen. Während einer mehrmonatigen Kampagne im Jahre 2011 hat die SFH gemeinsam mit drei anderen Flüchtlingsorganisationen aufgezeigt, dass die Ausgestaltung der Nothilfe kaum zur Ausreise von abgewiesenen Asylsuchenden führt. Leidtragende des Nothilferegimes sind vor allem verletzliche Personen wie Familien mit Kindern und Kranke, die auf Unterstützung angewiesen sind.

Besonders Personen, die in der Schweiz über ein Beziehungsnetz verfügen, tauchen unter, um sich den oft erniedrigenden Bedingungen in der Nothilfe zu entziehen. Auch Erfahrungen in anderen europäischen Ländern haben gezeigt, dass repressive Massnahmen im Asylbereich nicht zu Lösungen führen sondern dazu beitragen, dass die Anzahl der irregulären Aufenthalter und Aufenthalterinnen immer grösser wird.

Deshalb fordern die vier Organisationen der Nothilfekampagne, dass das gesamte Nothilfesystem grundsätzlich überdacht wird und die Behörden auf entwürdigende Massnahmen verzichten.

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Adrian Hauser, Leiter Kommunikation und Mediensprecher, Tel. 031 370 75 72 oder 079 558 38 59, adrian.hauser@fluechtlingshilfe.ch.