Flüchtlingsdrama Syrien: Die Schweiz muss jetzt handeln und Flüchtlingen Schutz gewähren

Der Bürgerkrieg in Syrien fordert von Tag zu Tag mehr Opfer und zwingt Tausende Menschen zur Flucht. Ein Ende ist nicht in Sicht. Die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH fordert den Bundesrat erneut und mit Nachdruck auf, jetzt unbürokratisch und ungeachtet der innenpolitisch angespannten Lage im Asylbereich zu handeln und ein Kontingent von besonders bedrohten und verletzlichen Flüchtlingen – Kinder, Frauen, Traumatisierte und Verwundete – in der Schweiz aufzunehmen.

Täglich überstürzen sich die Meldungen über Vertriebene, Tote und Verletzte aus Syrien, derzeit vor allem aus der umkämpften Wirtschaftsmetropole Aleppo, aber auch aus der Hauptstadt Damaskus. Laut Angaben des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge UNHCR vom 3. August 2012 sind derzeit 1,5 Millionen Syrerinnen und Syrer im eigenen Land auf der Flucht. Sie haben teilweise Zuflucht bei Gastfamilien oder in Notunterkünften gefunden. Viele können ihre Wohnungen jedoch nicht mehr verlassen, aus Angst, im Feuer der Gefechte umzukommen.

Nach neuesten Zahlen des UNHCR halten sich derzeit 140’300 Flüchtlinge in den umliegenden Ländern Türkei, Irak, Jordanien und Libanon auf. Effektiv dürften es jedoch weit mehr sein. So schätzt zum Beispiel allein die jordanische Regierung, dass seit dem vergangenen März 150’000 Syrer das Land erreicht haben. Die Versorgungslage ist zum Teil prekär, so zum Beispiel im als besonders arm geltenden Norden des Libanon, wohin viele Frauen und Kinder geflohen sind. Unterdessen macht Europa die Grenzen weiter dicht. Der griechische Minister für Bürgerschutz warnte jüngst vor einer Invasion von Zuwanderern aus Asien und Afrika; Athen würden besonders Flüchtlinge aus Syrien neue Sorgen bereiten.

Die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH begrüsst ausdrücklich die kürzlich von Bundesrat Burkhalter angekündigten vermehrten Anstrengungen der Schweiz zur Unterstützung der Nachbarländer Syriens bei der Bewältigung der humanitären Katastrophe. Doch kann und muss die Schweiz mehr tun in dieser dramatischen Situation. Die SFH wiederholt deshalb mit allem Nachdruck ihren Appell vom 16. März 2012 an den Bundesrat, jetzt dringend ein Kontingent von besonders bedrohten und verletzlichen Menschen aus Syrien aufzunehmen: Kinder, Frauen, Traumatisierte und Verwundete, um Menschen in grösster Not sofort zu helfen. Es ist die humanitäre Pflicht der Schweiz, endlich wieder einmal ein Zeichen im Sinne ihrer viel beschworenen humanitären Tradition zu setzen.

Rückfragen:
Beat Meiner, Generalsekretär und Mediensprecher, Tel. 031 370 75 75 oder 079 239 27 19, beat.meiner@fluechtlingshilfe.ch.

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