Dringender Akt der Humanität

Die Lage der Zivilbevölkerung in Syrien verschlechtert sich dramatisch. Tausende sind auf der Flucht in den Libanon, die Türkei, Jordanien sowie auch innerhalb von Syrien. Hilfsorganisationen ist der Zugang in die Konfliktgebiete verwehrt. Die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH ruft den Bundesrat auf, sofort aktive Hilfe zu leisten, durch Unterstützung vor Ort, durch die Öffnung unserer Spitäler für Verletzte, durch die Aufnahme von bedrohten Flüchtlingen sowie auch durch politische Einflussnahme, um die unsägliche Gewalt in Syrien zu stoppen.

Laut Angaben des UNO-Flüchtlingshochkommissariats UNHCR sind seit Ausbruch des Konflikts in Syrien vor einem Jahr rund 30’000 Menschen in die benachbarten Länder geflohen. Zehntausende mussten in Syrien selber in ländlichen Regionen Zuflucht suchen. In den vergangenen sechs Monaten nahmen die bewaffneten Aus-einandersetzungen und die Gewalt gegen die Zivilbevölkerung massiv zu – auch gegen Frauen und Kinder. Anfang März haben Soldaten des Assad-Regimes in einem Stadtteil von Homs zahlreiche Menschen, darunter auch Familien, hingerichtet. Gemäss UNHCR sind besonders die Provinzen Deir al-Zor, Hama, Homs, Damaskus und Idlib von der Gewalt betroffen. Auch für viele der weiterhin in Syrien lebenden irakischen Flüchtlinge ist die Sicherheitslage prekär.

Angesichts der humanitären Tragödie, die sich derzeit in Syrien abspielt und sich täglich verschlimmert, fordert die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH den Bundesrat auf, den Nachbarländern von Syrien bei der Bewältigung der Flüchtlingskatastrophe Hilfe zu leisten. Verletzte sollen in Schweizer Spitälern medizinisch versorgt werden. Für irakische Flüchtlinge in Syrien sowie für syrische Flüchtlinge im Libanon, deren Sicherheit gefährdet ist, soll eine Aufnahme in der Schweiz im Rahmen der bewährten Kontingentsflüchtlingspolitik geprüft werden. Gemeinsam mit anderen Staaten ist die Schweiz aufgerufen, sämtliche politischen und wirtschaftlichen Mittel einzusetzen, um der Gewalt und den massiven Menschrechtsverletzungen in Syrien ein möglichst rasches Ende zu bereiten.

Rückfragen:
Beat Meiner, Generalsekretär SFH, Mediensprecher ad interim, Tel. 031 370 75 75 oder 079 558 38 59, beat.meiner@fluechtlingshilfe.ch.

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