Authentische Geschichten von Flucht und gelungener Integration

Flüchtlinge verfügen über Talent, Wissen, Kompetenzen und eine hohe Motivation. Sie leisten einen wichtigen Beitrag in der Schweizer Arbeitswelt und Gesellschaft. Dies zeigt die diesjährige Kampagne zum Tag des Flüchtlings vom 18. Juni anhand authentischer Lebensgeschichten. Dabei stehen die Aussagen und Erfahrungen von Betroffenen im Zentrum.

Als Auftakt der Kampagne zu den Flüchtlingstagen, die gemeinsam von der Schweizerischen Flüchtlingshilfe SFH, dem UNHCR-Büro für die Schweiz sowie dem Bundesamt für Migration BFM getragen wird, fand heute ein Mediengespräch mit den Flüchtlingen Dara Sadun aus Syrien und Farida Nosha aus Kirgisistan statt. Dies im Coiffeursalon von Dara Sadun in Bern. Weitere Mediengespräche an Arbeitsplätzen von Flüchtlingen in verschiedenen Regionen der Deutsch- und Westschweiz werden folgen, wobei die Lebensgeschichten der Betroffenen jeweils im Zentrum stehen.

Zum Beispiel jene des Kurden Dara Sadun aus Syrien, der einen beschwerlichen Weg hinter sich hat und Zeugnis von der politisch angespannten Situation in seinem Herkunftsland ablegen kann. In seiner Heimat engagierte er sich in einer regierungskritischen, kurdischen Partei, wurde darauf mehrfach bedroht und musste zwei Mal ins Gefängnis. Als 21-Jähriger flüchtete er 2003 aus Furcht vor weiteren Bedrohungen versteckt in einem Lastwagen in die Schweiz. Heute führt er in Bern einen eigenen Coiffeursalon, engagiert sich im Bildungsteam der SFH und hat auch eine junge Familie gegründet. Für Dara Sadun ist für eine erfolgreiche Integration vor allem ein Faktor ausschlaggebend: Ein soziales Netz, das Flüchtlingen begleitend zur Seite steht und Türen in die Arbeitswelt öffnen kann. Auch er erhielt Unterstützung von Schweizerinnen und Schweizern, was in seinen Augen auch wichtig war, um kulturelle Brücken schlagen zu können. «Man muss die kulturellen Unterschiede verstehen und sich auch anpassen können», sagt er. Heute fühlt er sich wohl als Teil einer vielfältigen Schweiz und führt ein ganz normales Berufs- und Familienleben: «Mir ist es wichtig zu zeigen, dass Ausländer das gleiche Leben führen wie Schweizer», erklärt er – und: «Ich möchte hier zusammen mit meiner Frau und meiner Tochter Wurzeln schlagen!»

Auch Farida Nosha, die im Süden Kirgisistans als Bauingenieurin gearbeitet hat, musste aus ihrem Heimatland flüchten, als dort 1990 der Krieg ausbrach. Währenddem Hunderte von Menschen ethnisch motivierter Gewalt zum Opfer fielen, konnte Farida Nosha fliehen und sich später in der Schweiz eine neue Existenz aufbauen. Sie arbeitet heute als Übersetzerin und Erwachsenbildnerin, dies unter anderem auch im Bildungsteam der SFH. «Für eine erfolgreiche Integration braucht es neben Sprachkenntnissen viel Durchhaltewille und Geduld. Man muss seine Chancen erkennen und aus ihnen etwas machen. Geholfen hat mir auch ein Nachbar, der mich im Umgang mit Behörden und bei schwierigen Entscheidungen immer wieder unentgeltlich und professionell beraten hat», erklärte Farida Nosha. Die kulturelle und politische Vielfalt in der kleinräumigen Schweiz hat sie schätzen gelernt. Besonders das politische System hat es ihr angetan: «Die direkte Demokratie ist einzigartig und ein Vorbild für alle Staaten der Welt.» Sie will bald noch ein weiteres Studium in Angriff nehmen, damit sie sich das Rüstzeug aneignen kann, um den Menschen in den Republiken der ehemaligen Sowjetunion die Vorzüge der Demokratie zu vermitteln.

Dara Sadun und Farida Nosha sind zwei von 75 Porträtierten, deren Geschichten die SFH anlässlich ihres Jubiläumsjahres zusammentragen liess. Weitere ausgewählte Personen aus der ganzen Schweiz stehen den Medien auf Anfrage für authentische Berichterstattungen, Interviews, Porträts und Reportagen zur Verfügung. Die Geschichten von 75 Flüchtlingen zeigen auf, wie gesellschaftliche Integration den Einstieg in die Berufswelt erleichtert – und umgekehrt.

Weitere Informationen zum Flüchtlingstag und zur Kampagne mit dem Slogan «Ich musste alles zurücklassen. Ausser meinem Talent / meiner Erfahrung / meiner Motivation» finden Sie unter www.fluechtlingstag.ch.

- Adrian Hauser, Leiter Kommunikation und Mediensprecher SFH, Tel. 031 370 75 72 oder 079 558 38 59, adrian.hauser@fluechtlingshilfe.ch.
- Michael Glauser, Stv. Chef Information & Kommunikation BFM, Tel. 031 325 93 50, michael.glauser@bfm.admin.ch.
- Pascal Schwendener, Kommunikationsverantwortlicher UNHCR-Büro Schweiz,
Tel. 022 739 8569 oder 079 557 91 07, schwende@unhcr.org.

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