Tamilische Flüchtlinge brauchen weiterhin Schutz

Sri Lanka feiert den Sieg über die Tamil Tigers. Die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH befürchtet nun massive Vergeltungsaktionen gegen die tamilische Bevölkerung und appelliert an die Schweizer Behörden, von negativen Entscheiden für tamilische Asylsuchende abzusehen und einen Wegweisungsstopp anzuordnen.

Der seit 26 Jahren tobende Bürgerkrieg zwischen den Regierungstruppen und den tamilischen Befreiungstigern hat ein blutiges Ende genommen. Die Vereinten Nationen schätzen, dass bei den Kämpfen im Norden des Landes seit Januar 2009 mindestens 7000 Zivilisten getötet wurden, darunter viele Kinder. Über 180‘000 Menschen wurden in die Flucht getrieben.

Obwohl der Krieg offiziell als beendet erklärt wurde, ist ein Frieden weit entfernt. Der Zugang zu der Konfliktzone ist der internationalen Gemeinschaft, Hilfsorganisationen und Medien bislang verwehrt worden. Die meisten seit Januar geflohenen Personen werden in überfüllten, gefängnisähnlichen Lagern festgehalten. Es mehren sich die Hinweise, dass von beiden Konfliktparteien schwere Kriegsverbrechen und gravierende Menschenrechtsverletzungen begangen wurden.

Die SFH hat die Lage in Sri Lanka schon lange mit grosser Sorge beobachtet und befürchtet massive Vergeltung gegen grosse Teile der tamilischen Bevölkerung, auch in anderen Regionen Sri Lankas.

Die SFH fordert die Schweizerischen Behörden auf, Flüchtenden die Einreise zu erleichtern. Ausserdem sollten keine negativen Entscheide getroffen werden, solange sich die Situation nicht deutlich stabilisiert hat und internationale Präsenz die Sicherheit von Tamilinnen und Tamilen garantieren kann. Personen, welche vor den Folgen des Bürgerkriegs in der Schweiz Schutz suchen, dürfen nicht mit einem negativen Entscheid auf der Strasse oder in der Nothilfe landen.

Von Wegweisungen nach Sri Lanka ist bis auf Weiteres abzusehen. Letztmals hatte das Bundesamt für Migration BFM anlässlich des Tsunamis einen Wegweisungsstopp angeordnet. Das Ende des Bürgerkrieges wird das Leben der tamilischen Bevölkerung mindestens ebenso einschneidend beeinflussen.

Für Rückfragen:
- Rainer Mattern, Länderexperte, Tel. 031 370 75 75

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