Schrankenlose Bundesfeier

Anlässlich des Bundesfeiertags gedenkt die Schweiz wichtiger Grundrechte wie der Freiheit und Selbstbestimmung. Werte, die auch hierzulande nicht für alle Menschen Realität sind: Alltägliche Hindernisse verunmöglichen Menschen mit Behinderungen den Zugang zu Gebäuden, Informationen oder Dienstleistungen, was ihnen die Teilnahme am öffentlichen Leben erschwert. Der Verein «Openair auf dem Bundesplatz» engagiert sich für eine «Schweiz mit Herz» – und stellt dabei die Forderung nach gleichen Chancen und Rechten für alle Menschen ins Zentrum.

Das Openair auf dem Bundesplatz baut Brücken und schafft Begegnungen – dieses Jahr auch und insbesondere zwischen Menschen mit und ohne Behinderung. Dieser Schritt bringt die alljährliche Botschaft des Openairs auf den Punkt: Eine «Schweiz mit Herz» ist eine nach aussen wie nach innen offene Schweiz, die auf das Verbindende statt auf das Trennende setzt und allen Menschen gleiche Chancen und Rechte gewährt. Mit der Unterstützung des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen EBGB kann der Verein «Openair auf dem Bundesplatz» VOB erstmals konkrete Projekte unter seinem Motto «Eine Schweiz mit Herz» durchführen, die über das Musik-Festival hinaus konkrete Wirkung haben werden.

Ziel der Projekte ist die Beseitigung von Hindernissen für Menschen mit Behinderungen. Entsprechend wird das Openair auf dem Bundesplatz am 30. Juli so ausgestaltet, dass Menschen mit und Menschen ohne Behinderungen gemeinsam daran teilnehmen können – auf der Bühne und im Publikum. Zugleich ist das Openair die öffentliche «Kick-off»-Veranstaltung für eine Initiative, in deren Rahmen gemeinsam mit Organisationen der ausserschulischen Jugendarbeit Möglichkeiten aufgezeigt und entwickelt werden, wie deren Aktivitäten auch für Jugendliche mit Behinderungen geöffnet werden können.

Am 24. Juli erläuterte Andreas Rieder, Leiter des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, an einer Medienkonferenz die Gründe für die Unterstützung der beiden Projekte durch den Bund. Das Openair auf dem Bundesplatz ist eine ideale Gelegenheit, darauf aufmerksam zu machen, dass es selbstverständlich sein sollte, Anlässe wie das Openair für Menschen mit und Menschen ohne Behinderungen zu öffnen. Entscheidend ist für unsere Unterstützung aber insbesondere der Umstand, dass der Verein «Openair auf dem Bundesplatz» sein Engagement nicht auf den 30. Juli beschränkt, sondern über den Anlass hinaus trägt. Wir sind überzeugt, dass die Initiative, die sich an die ausserschulische Jugendarbeit richtet, ein Gefäss ist, in dem die erfahrungsgemäss grosse Bereitschaft von Jugendlichen, sich für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen einzusetzen, fruchtbar gemacht und in weitere, konkrete Gleichstellungsprojekte umgesetzt werden kann.

Die Sicht der Menschen mit Behinderungen wurde an der Medienkonferenz von Sandra Kirchhofer und Bettina Lips von den «Einweichern» (einer Band mit mehr oder weniger behinderten Musiker/innen) und Marc Fehlmann, Moderator von RadioBlindPower (einem Internetradio, produziert von sehbehinderten, blinden und sehenden Jugendlichen) eindrücklich eingebracht.

Als Vertreter des Vereins «Openair auf dem Bundesplatz – eine Schweiz mit Herz» brachten Pascale Bruderer, Nationalrätin, Vizepräsidentin der SP Schweiz und Präsidentin von Pro Mente Sana sowie Reto Nause, Generalsekretär der CVP Schweiz, ihre Genugtuung über die Kooperation mit dem Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen zum Ausdruck. Nause sagte, dass diese Zusammenarbeit dem Motto, den Zielsetzungen und dem Geist des Openairs entspreche und dieses nun von einem positiv besetzten Konzert-Event zu einer Bewegung für «Eine Schweiz mit Herz» werde – eine Bewegung über die Parteigrenzen hinweg, jenseits auch des Links-Rechts-Schemas, die sich für die Kernwerte der Schweiz einsetzt: Respekt, Toleranz und gegenseitige Anerkennung.

Bruderer sagte, dass Gleichstellung nur realisiert werden könne, wenn diese nicht nur in der Verfassung und den Gesetzen gefordert, sondern auch im Alltag gelebt werde. Dazu müssen nicht nur bauliche Hindernisse, sondern auch zwischenmenschliche Barrieren beseitigt werden. Hemmungen und Vorurteile gegenüber dem, was uns fremd und anders erscheint, verhindern oft den respektvollen und gleichberechtigten Umgang miteinander. Diese Mauern in unseren Köpfen lassen sich nur durch direkte alltägliche Begegnungen überwinden. Denn weder die körperliche oder geistigen Beeinträchtigung noch das seelische Leiden erschwert die Integration – sondern der gesellschaftliche Umgang damit. So ist es oft die Gesellschaft, die behindert.

Sidney Weill, als Initiant und Organisator des Festivals, schliesslich stellte das Programm vor und bedankte sich ausdrücklich bei allen Bands, die am Openair auftreten, für ihre grosszügige Unterstützung des Projekts «Eine Schweiz mit Herz».

Openair auf dem Bundesplatz am 30. Juli 2008, 12.45 bis 22.00 Uhr
Gratiskonzert zum Geburtstag der Schweiz

Programm und weitere Infos auf www.openair-auf-dem-bundesplatz.ch

Medientexte unter www.openair-auf-dem-bundesplatz.ch (Medien)

Rückfragen:

- Beat Meiner, Präsident VOB, beat.meiner@osar.ch, Tel. 031 370 75 75 / 079 239 27 19

- Andreas Rieder, Leiter EBGB, andreas.rieder@gs-edi.admin.ch, Tel. 031 322 82 36

- Michael Nemitz, Direktor von «Die Einweicher», minemitz@bluewin.ch, Tel. 061 332 17 68

- Marc Fehlmann, Moderator RadioBlindPower, marc.fehlmann@rbponline.ch,
Tel. 079 663 40 00 / 031 390 88 33

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