ANNE FRANK-Fonds-Förderpreis 2008 geht an Greis

Der Stiftungsrat des ANNE FRANK-Fonds in Basel hat sich für den Musiker Grégoire Vuilleumier alias Greis entschieden: Der junge, engagierte und sehr erfolgreiche Rapper erhält den mit 5000 Franken dotierten Förderpreis gegen Rassismus und Diskriminierung. Der Preis wird anlässlich des Openairs auf dem Bundesplatz am 30. Juli 2008 verliehen. Greis nimmt dort nicht nur den Preis entgegen, er tritt gleich selber auf und singt für eine «Schweiz mit Herz».

Stefan Keller, vom Verein «Openair auf dem Bundesplatz – eine Schweiz mit Herz» (VOB) konnte diese Woche mit Greis und dem Präsidenten des ANNE FRANK-Fonds, Buddy Elias, je ein kurzes Interview zur Preisverleihung führen.

VOB: Der «Förderpreis gegen Rassismus und Diskriminierung» des ANNE FRANK-Fonds wird dieses Jahr zum zweiten Mal verliehen. Warum hat sich die Jury für den Rapper Greis entschieden?

Buddy Elias: Weil dieser junge Mann den humanistischen Idealen von Anne Frank entspricht, sich gegen Fremdenfeindlichkeit und jede Art von Diskriminierung einsetzt und er zudem eine positive Ausstrahlung auf die Jugend hat.

Letztes Jahr war Fabienne Louves die Preisträgerin, diesmal Greis – offenbar sollen vor allem junge Leute angesprochen werden. Sind diese besonders anfällig für rassistische Gefühle?

Ja, Jugendliche können besonders anfällig für rechtsradikales, ausländerfeindliches und antisemitisches Gedankengut sein.

Welche Ziele – ausser der jährlichen Preisverleihung am Openair in Bern – verfolgen Sie und der ANNE FRANK-Fonds?

Der ANNE FRANK-Fonds vertritt Anne Franks Autorenrechte und engagiert sich gegen jede Art von Diskriminierung, fördert Friedensprojekte, Völkerverbindung und Kontakte von Jugendlichen aller Nationalitäten und Religionen.

Was zeichnet für Sie persönlich eine «Schweiz mit Herz» aus?

«Schweiz mit Herz» bedeutet mir ein Land der Gerechtigkeit gegenüber allen bei uns lebenden Menschen, egal welcher Nationalität, Religion oder Hautfarbe. Eine Demokratie, welche der Welt ein Vorbild sein kann.

VOB: Einer deiner Songs heisst «Teil vo dr Lösig». Wo siehst du die grössten Probleme, die unsere Gesellschaft zu lösen hat?

Greis: Ein grosses Thema der kommenden Jahre wird sicher die gerechte Verteilung von Ressourcen und Wohlstand sein. Jeder Mensch hat das Recht, ein Auto und einen Kühlschrank zu besitzen, doch gibt es dafür weder genug Rohstoffe, noch kann unsere Atmosphäre die dadurch entstehenden Emissionen verkraften, ohne zu kollabieren. Wir müssen also unser Konsumverhalten ändern und so wenig Energie wie möglich verbrauchen. Nachhaltigkeit wird zum Leitsatz des nächsten Jahrzehnts.

Mit deiner Musik, deinen Texten, richtest du dich vor allem an die Jugend. Sind Jugendliche an Themen wie Rassismus oder Intoleranz interessiert?

Wenn ich zuhause sitze und Songs schreibe, richte ich mich vor allem an mich selbst. In der Tat sind es dann aber vor allem Jugendliche, die sich davon angesprochen fühlen und an die Konzerte kommen – und nicht Greise. Chancengleichheit, Armutsbekämpfung und soziale Gerechtigkeit sind jedoch Themen, die uns alle betreffen.

Was ist deine Motivation, dich am Openair auf dem Bundesplatz zu engagieren? Was wünschst du dir für diesen Anlass und zum Geburtstag der Schweiz?

Ich mache in erster Linie das, was ich für richtig halte – wie alle anderen auch. Und dieses Openair macht für mich Sinn. Es wird die Probleme der Welt zwar nicht lösen, doch kann es einen kleinen Tropfen dazu beitragen. Ich wünsche mir, dass möglichst viele Menschen realisieren, dass ihr Engagement etwas bewirken kann, auch wenn es noch so klein und sporadisch ist.

Der ANNE FRANK-Fonds wurde am 24. Januar 1963 von Otto H. Frank, dem Vater von Anne Frank, gegründet und bezweckt die Förderung karitativer Werke sowie die Erfüllung sozialer und kultureller Aufgaben im Sinne der Botschaft von Anne Frank. Durch ihr Tagebuch ist Anne Frank weltweit zum Symbol für alle Opfer von Rassismus, Antisemitismus und Faschismus geworden – sowohl der Opfer während der Zeit, als Anne Frank lebte, als auch heutiger Opfer. Ihre Botschaft, so wie sie im Tagebuch festgehalten ist, soll Rassismus und Antisemitismus in allen Erscheinungsformen bekämpfen. Die Stiftung will zum besseren Verständnis unter den Religionen beitragen, dem Frieden unter den Völkern dienen und die internationalen Kontakte unter Jugendlichen fördern.

Mehr über Anne Frank und den ANNE FRANK-Fonds: www.annefrank.ch/

Mehr Infos zum Openair auf dem Bundesplatz: www.openair-auf-dem-bundesplatz.ch/

Rückfragen:

- Beat Meiner, Präsident VOB, beat.meiner@osar.ch, Tel. 031 370 75 75 / 079 239 27 19

- Buddy Elias, Präsident ANNE FRANK-Fonds, buddyelias@freesurf.ch

- Greis, chlyklassRecords, Baldy Minder, management@chlyklass.ch, 079 677 19 33

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