Integrationsvereinbarungen sind kein Wundermittel

Die heute veröffentlichte Studie der Schweizerischen Flüchtlingshilfe SFH relativiert die Wirkung von Integrationsvereinbarungen. Andere Staaten setzen auf den Einbezug der Zivilgesellschaft und die konkrete Unterstützung von Freiwilligenprojekten. Dies gilt es bei der Umsetzung der im neuen Ausländergesetz vorgesehenen Integrationsstrategie zu berücksichtigen.

Seit einiger Zeit stehen in der Schweiz neue Konzepte der Integrationsförderung zur Diskussion. Ein besonderes Interesse gilt dem im neuen Ausländergesetz vorgesehenen Instrument der Integrationsvereinbarung mit Zugewanderten. Im Auftrag des Bundesamtes für Migration (BFM) untersuchte die SFH die Integrationspolitik verschiedener europäischer Staaten. Integrationsvereinbarungen werden zwar in verschiedenen Staaten eingesetzt. Entscheidendere Faktoren für eine erfolgreiche Integration sind aber der Einbezug der Zivilgesellschaft und die Unterstützung von Freiwilligenprojekten. In England, Schottland, den Niederlanden und Dänemark sind dies zentrale Elemente der staatlichen Integrationsförderung. Die dafür investierten Mittel sind beispielsweise in Dänemark beachtlich.

Im Frühjahr 2005 beauftragte das Bundesamt für Migration (BFM) die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH mit einer Untersuchung zu integrativen Modellen in ausgewählten europäischen Ländern, die sich an Zugewanderte und insbesondere an Flüchtlinge richten. Für die Studie ausgewählt wurden England, Schottland, die Niederlande, Schweden und Dänemark. Neben der Analyse von Dokumenten führte die SFH in allen Ländern Interviews mit BehördenvertreterInnen, Mitarbeitenden von NGOs und andern Fachpersonen durch. Der Fokus des Berichts liegt auf der beruflichen Integration. Beschrieben werden die verschiedenen Elemente der Programme und deren Erfolg aus der Sicht von Schlüsselakteurinnen und -akteuren.

Rückfragen:

- Sabine Schoch, Co-Autorin des Berichts, Ethnologin, SFH, Tel. 031 370 75 35

- Serge Houmard, Co-auteur du rapport, Politologue, OSAR, tél 031 370 75 68

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