Flüchtlinge aus Sri Lanka brauchen Schutz

In Sri Lanka hat sich die Lage in den letzten Monaten dramatisch verschlechtert. Die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH ruft deshalb die Bundesbehörden dazu auf, Asylgesuche sorgfältig zu prüfen und Bürgerkriegsflüchtlinge vorläufig aufzunehmen.

In Sri Lanka hat sich die Lage in den letzten Monaten dramatisch verschlechtert. Die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH ruft deshalb die Bundesbehörden dazu auf, Asylgesuche sorgfältig zu prüfen und Bürgerkriegsflüchtlinge vorläufig aufzunehmen.

In den letzten Monaten sind die Kämpfe im Norden und Osten Sri Lankas eskaliert. Leidtragend ist die Zivilbevölkerung: Das rücksichtlose Vorgehen von Regierung, LTTE sowie weiteren Gruppierungen hat allein 2006 Hunderte von zivilen Opfern gefordert. Kinder und Jugendliche sind von Zwangsrekrutierung bedroht. Regierung und LTTE schüren die zunehmenden lokalen Auseinandersetzungen zwischen Singhalesen, Tamilen und Muslimen. Die Menschenrechtslage in Sri Lanka hat sich seit Wiederausbruch des Konflikts innert Jahresfrist drastisch verschlechtert. Politisch motivierte Tötungen und Entführungen haben auf allen Seiten stark zugenommen. Selbst schwerste Vergehen bleiben straflos.

Gegen 800’000 Menschen haben ihren Heimatort verlassen und leben als intern Vertriebene unter prekären humanitären Bedingungen. Insbesondere für tamilische und muslimische Vertriebene ist auch die Sicherheit im Süden des Landes und im Grossraum Colombo nicht gewährleistet: Razzien, willkürliche Verhaftungen, Entführungen und Morde haben zugenommen.

Gestützt auf eine aktuelle Lageanalyse und die neuste Position des UNO-Hochkommissariates für Flüchtlinge (UNHCR) ruft die SFH die Schweizer Behörden dazu auf, Verfolgten Asyl zu gewähren und Bürgerkriegsflüchtlinge vorläufig aufzunehmen. Trotz der prekären humanitären Lage und der dramatischen Menschenrechtssituation gehen die Bundesbehörden weiterhin grundsätzlich von einer Niederlassungsmöglichkeit im Süden des Landes für tamilische und muslimische Vertriebene aus. Laut Statistik des Bundesamtes für Migration standen Ende letzten Jahres 408 Personen aus Sri Lanka im hängigen Asylverfahren. 77 Personen standen im Vollzugsprozess.

Rückfragen:

- Rainer Mattern, Länder-Experte, Tel. 031 370 75 71

- Jürg Schertenleib, Leiter Rechtsdienst, Tel. 031 370 75 36 (Direktwahl) oder 078 824 25 95

- Yann Golay, porte-parole, tél. 031 370 75 67 (ligne directe) ou 079 708 99 26

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