Porträts von Flüchtlingen
Verschiedene Flüchtlinge erzählen von ihrem beruflichen Werdegang in der Schweiz:
Dara Sadun
Dara Sadun, politisch verfolgter Kurde, flüchtet 2003 als 21-Jähriger aus Syrien in die Schweiz. Er bemüht sich intensiv um eine Lehrstelle als Coiffeur – ohne Erfolg. 2004 erhält er eine Aufenthaltsbewilligung als vorläufig aufgenommener Flüchtling.
Im Jahr darauf findet er mit der Unterstützung eines Integrationszentrums eine Lehrstelle in seinem Wunschberuf. Seit 2009 führt er einen eigenen Salon.
Dara Sadun nennt drei Schlüsselfaktoren für eine gelungene Arbeitsintegration: gute Sprachkenntnisse, eine Portion Hartnäckigkeit sowie ein tragendes soziales Netz.
Ngoc-Thuy-Trang Nguyen
Ngoc-Thuy-Trang Nguyen kommt 1975, kurz vor Beendigung des Vietnamkriegs, als 10-Jährige mit ihrer Familie in die Schweiz. Nach der Schule absolviert sie eine Ausbildung als Laborantin. 1978 wird sie als Flüchtling anerkannt und sechs Jahre später eingebürgert.
Die zweifache Mutter nimmt Aufträge als Dolmetscherin an und bildet sich zur Interkulturellen Übersetzerin weiter. Nebst den zwei Berufen engagiert sie sich in der katholischen Vietnamesen-Mission.
Ngoc-Thuy-Trang Nguyen ist davon überzeugt, dass persönlicher Einsatz und solide Sprachkenntnisse die berufliche Integration ermöglichen.
SF 1: Sendung «mitenand» vom 6. Juni 2010: Eine Bernerin namens Ngoc-Thuy-Trang Nguyen
Tarig Abdalla
Tarig Abdalla gelangt 1997 als politischer Flüchtling aus dem Sudan in die Schweiz. Er lebt vier Jahre in der Ungewissheit, bis er 2001 als Flüchtling vorläufig aufgenommen wird. Im selben Jahr beginnt er ein berufsbegleitendes Informatikstudium an der Berner Fachhochschule. Während seines Abendstudiums sammelt er erste Arbeitserfahrung bei einer Informatikfirma.
Nach der Ausbildung ist Tarig Abdalla nur für kurze Zeit stellenlos. Mithilfe eines Vermittlungsbüros findet er einen Praktikumsplatz in einem Informatikunternehmen. Ein erfolgreicher Berufseinstieg: Das Unternehmen stellt ihn 2006 fest an.
Tarig Abdalla identifiziert vier entscheidende Faktoren für die berufliche Integration: gute Kenntnisse einer Landessprache, die gezielte Begleitung durch Sozialarbeiterinnen und -arbeiter, der Besitz eines anerkannten Berufsdiploms sowie – nicht zuletzt – viel Durchhaltewille.
Pétronie Nkusu
Pétronie Nkusu stammt aus der Demokratischen Republik Kongo (DRK). Sie ersucht 1999 im Alter von 14 Jahren in der Schweiz um Asyl und wird vorläufig aufgenommen.
In den folgenden Jahren vervollständigt Pétronie Nkusu ihre Schulbildung und bereitet sich auf eine Berufslehre vor. 2004 absolviert sie eine zweimonatige Ausbildung als Pflegerin beim Roten Kreuz. Dank dem Verein Profora Bejune kann sie eine halbjährige Ausbildung an der Krankenpflegeschule Delémont und ein Praktikum in einem Altersheim machen. Das Heim stellt sie danach fest an.
«Ich bin eine Kämpferin. Auf dem Berufsweg braucht es einen starken Willen, viel Geduld, Mut und Ausdauer», findet Pétronie Nkusu selbstbewusst. In der Zwischenzeit hat sie ihr zweites Kind geboren. Heute ist sie zu 80 Prozent berufstätig, ihre Kinder werden von einer Tagesmutter betreut.
Pétronie Nkusu hat vor, die Ausbildung als Fachangestellte Gesundheit in Angriff zu nehmen und mit dem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) abzuschliessen.











